„Fußball ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“ – diesen Satz haben Größen wie Ewald Lienen und Philipp Lahm geprägt. Er meint, dass Vorgänge, Probleme und Werte in der Fußballwelt den Zustand der realen Gesellschaft abbilden.
Rund um die herbe Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Griechenland am 27. September 2026 erhielt diese Debatte neuen Raum. Schon der Blick auf die Startelf in der Nations League zeigte ein klares Spiegelbild: Mit Kapitän Joshua Kimmich und Torwart Alexander Nübel standen nur noch zwei Spieler ohne optisch erkennbaren Migrationshintergrund in der Anfangself. Was bei der französischen Nationalmannschaft (die oft ohne einen einzigen „Biofranzosen“ aufläuft) oder der belgischen seit Jahren Normalität ist, ist inzwischen auch in Deutschland Realität.
Neben dem sportlich enttäuschenden Ergebnis – der ersten Niederlage gegen Griechenland überhaupt – wurden in der deutschen Gesellschaft zunehmend kritische Stimmen laut. Der Vorwurf: Viele Deutsche haben Schwierigkeiten, sich mit einer Mannschaft zu identifizieren, die überwiegend aus Spielern mit offensichtlichem Migrationshintergrund besteht. Sofort ertönt der Ruf „Rassismus“ – sowohl von links als auch von Kommentatoren wie Sebastian Vorbach in der Welt.
Doch der inflationär gebrauchte Kampfbegriff führt hier in die Irre.
In der Wissenschaft werden Begriffe klar definiert, bevor man sie anwendet. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Rassismus so:
„Rassismus ist eine Ideologie und Form der Diskriminierung, bei der Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale, ihrer Herkunft, Sprache oder Hautfarbe abgewertet und als ungleich oder minderwertig eingestuft werden.“
Entscheidend sind also Abwertung, die Zuschreibung von Ungleichheit oder Minderwertigkeit – nicht allein die Feststellung optischer Unterschiede.
Doch genau an diesem Punkt, an dem die klare Definition von Rassismus endet und die gesellschaftliche Debatte beginnt, zeigt sich der eigentliche Widerspruch. Denn die meisten kritischen Stimmen zur aktuellen Nationalmannschaft fordern keine Abwertung der Spieler mit Migrationshintergrund, sprechen ihnen weder geringeren Wert noch mindere Fähigkeiten zu. Sie sprechen von Repräsentation – jenem Begriff, den die woke Bewegung selbst zum zentralen Gerechtigkeitsmaßstab erhoben hat. Wer argumentiert, dass mangelnde Sichtbarkeit bestimmter Gruppen in Medien, Film oder Institutionen zu Marginalisierung und einem Gefühl des Nicht-Dazu-Gehörens führe, kann denselben Maßstab nicht plötzlich außer Kraft setzen, sobald er auf die Mehrheitsgesellschaft angewendet wird. Repräsentation kann nicht nur in eine Richtung gelten: Entweder ist sie ein universelles Kriterium der Zugehörigkeit – oder sie entlarvt sich als ideologisches Instrument, das nur dann zählt, wenn es den eigenen politischen Zielen dient.
2016 sagte der damalige AfD-Politiker Alexander Gauland mit Blick auf den Nationalspieler Jérôme Boateng mit den Worten:
„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“
Ohne es explizit zu machen, könnte es bei dieser Äußerung durchaus um Rassismus gehen, denn Gauland hat nicht deutlich gemacht, warum die Leute jemanden wie den damals sehr erfolgreichen Boateng nicht als Nachbarn haben wollen würden. Das ließ viel Raum für Interpretationen.
Die Situation 2026 ist eine andere. Bei den allermeisten kritischen Äußerungen ging es nicht darum, dass Spieler mit Migrationshintergrund weniger wert, schlechtere Menschen oder schlechtere Fußballer wären. Es ging um den weichen, aber zentralen Begriff der Repräsentation.
Genau hier wird es aufschlussreich. Die woke Bewegung, die den Westen wie einen Heuschreckenschwarm überzogen hat, nahm ihren Ausgangspunkt unter anderem bei der Klage, Menschen mit Migrationshintergrund fühlten sich durch zu geringe Präsenz in Medien, Film, Werbung und Schulbüchern marginalisiert. Mangelnde Repräsentation sollte zu einem Gefühl der Alterität, des Nicht-Dazu-Gehörens führen. Eine der Grundannahmen des Wokismus lautet also: Menschen mit anderer Hautfarbe als Weiß fühlen sich nicht repräsentiert und werden diskriminiert, wenn ihnen zu viele Weiße präsentiert werden.
Ulf Poschardt hat den Begriff des „Shitbürgers“ in seinem gleichnamigen Buch geprägt: Er zeichnet sich durch moralische Überheblichkeit, die Sicherung eigener Privilegien, Regelwut und Bevormundung aus. Hierbei steht vor allem das „Juste Milieu“ im Vordergrund, das vor allem im linken, akademischen und grün-liberalen Spektrum präsent ist. Das Diffarmierungsmuster zeigt sich, wenn kritische Stimmen zur Zusammensetzung der Nationalmannschaft pauschal als „Rassismus“ geframed werden – ein klassisches Manöver des Shitbürgertums.
Beschwert sich nun der „Kartoffeldeutsche“, dass er sich in einer zu drei Vierteln aus Spielern mit anderer Hautfarbe bestehenden Nationalmannschaft nicht ausreichend repräsentiert fühlt, ist das für die kognitiv kaputten Linken Rassismus. Das grundlegende Problem: Wenn zu viele Menschen weiße Hautfarbe haben, gilt das als marginalisierend. Haben jedoch zu viele Menschen eine andere Hautfarbe, dürfen sich Weiße unter keinen Umständen unterrepräsentiert fühlen. Sie müssen sich – so die Shitbürger-Lesart – mit allen identifizieren, egal wie offensichtlich anders diese aussehen.
Repräsentation nur in eine Richtung? Die Logik des Wokismus erlaubt keine andere Antwort. Wer mangelnde Sichtbarkeit bestimmter Gruppen in Medien und Institutionen als strukturelle Ungerechtigkeit brandmarkt, darf denselben Maßstab nicht verwerfen, sobald er auf die Mehrheitsgesellschaft trifft. Die deutsche Nationalmannschaft macht diesen Widerspruch unübersehbar: Sie ist kein Ort der Abwertung, sondern der Spiegel einer Gesellschaft, in der Zugehörigkeit inzwischen an Hautfarbe und Herkunft gemessen wird – allerdings nur dann, wenn es der eigenen Erzählung dient. Solange Repräsentation als universelles Prinzip behauptet, aber selektiv angewendet wird, bleibt sie kein Instrument der Gerechtigkeit, sondern der ideologischen Herrschaft.
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So ist es. Aber wir wissen auch, dass es in der Politik nicht um Logik oder Gerechtigkeit geht, sondern um Deutungshoheit und Meinungsherrschaft. In den Mainstream-Medien ist der Begriff Rassismus bzw. Anti-Rassismus allgegenwärtig. Der Linken ist es gelungen, nicht nur Maßstäbe für das „richtige Denken“ aufzustellen, sondern auch für das „richtige Fühlen“. Der Großteil der Normalbürger ist der medialen und zivilgesellschaftlichen Kampagne hilflos ausgeliefert und zieht sich zurück. Auch Herr Gauland als Altmeister der verunglückten Zitate ist hier keine große Hilfe.
Ein Totalitarismus zielt immer auf den ganzen Menschen in seinem Denken und Fühlen. In der Schluss-Szene von Orwells 1984 verlangt der Folterknecht von seinem Opfer nicht nur, dass er „2+2=5“ wiederholt, sondern das er davon überzeugt (!) ist. Ebenso soll er sich dem „Großen Bruder“ nicht einfach nur unterwerfen, sondern lieben (!). Der Folterknecht erreicht sein Ziel.
Genau so ist es.
Um es ganz offen zu sagen: Ich kann mich seit Jahren nicht mehr mit „Die Mannschaft“ identifizieren.
Aber mein bester Freund, der ein richtiger Fußballhasser ist, hat es groß gefeiert wie Donald Trump allen die WM versaut hat :-).
Es hat ihm sichtlich Spaß gemacht zu sehen, wie Trump sich auf jedes Foto gedrängelt hat, wie er aus der WM eine Trump-Meisterschaft machte, wie er Fußball in Footballshows umwandelte, neue Regeln erfand, einen Preis verliehen bekam den er zuvor selbst erfand uvm.
Die WM war für jeden Fußballhasser ein Riesenspaß.
Ich persönlich hasse Fußball nicht, aber ich kann null damit anfangen. Ich gebe aber zu, dass es gesund für das deutsche Nationalgefühl war, dass 2014 die WM gewonnen wurde.
Vielleicht auch deswegen hat man die Mannschaft danach „bunter“ werden lassen…
Mit Fußball habe ich ca 2018 abgeschlossen.
In schöner Weise hat mein Ältester Hockey im letzten Jahr für sich entdeckt und spielt es seitdem in der Altersklasse der Minis. Es ist ein sehr weißer Sport. Wer für seinen Nachwuchs einen Mannschaftssport fernab von Fußball sucht, sollte es mal ausprobieren.
Klassischer Versuch des auslinkens und die falsche Strategie für die Rechte. Es gibt dem linken Kernanliegen grundsätzlich recht, akzeptiert die Definition von Rassismus als etwas schlechtes und versucht darauf aufbauend zu argumentieren. Das ist falsch und schlecht.
Es ist nunmal die Natur des Menschen, dass wir mit Menschen zusamme leben wollen die wie wir Aussehen, sich wie wir Verhalten etc. Das wird für Menschen anderer Erhnie in der Masse nie funktionieren, da sie genetisch anders sind. Sie haben in ihrer Heimat eine Kultur errrichtet die zu ihrer Genetik passt. Der Islam passt zu den Arabern, da diese gewaltbereiter sind (IQ, Testo-Spiegel) und diese Gewaltbereitschaft durch harte Strafen eindämmt (Scharia).
Gauland hat mit seinem Satz also recht. Ein Weißer möchte lieber mit Weißen, ein Schwarzer mit Schwarzen und ein Chinese mit Chinesen zusammenwohnen. Weil sie ihm in Verhalten und Aussehen ähnlich sind. Das ist normal, menschlich und gut so. Und wir haben ein Recht das einzufordern. Wer als Migrant hierherkommt hat kein Recht auf Repräsentation. Tribalismus (Rassismus, völkisches Denken etc) nach der Definition ist normal und gesund für jedes Volk. Ein Volk dass es nicht hat wird ersetzt.
Zu versuchen die Linken als die wahren Rassisten zu enttarnen ist Unsinn. Dafür haben diese bereits ja vorgesorgt da es ja in der „Wissenschaft“ keinen Rassismus gegen Weiße gibt