Hier blieb man nur für's Klassenfoto sitzen. Deutsche Schulklasse um 1920.

Bundesrepublikanisches Bildungsdesaster

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Schon seit geraumer Zeit ist das Bildungsniveau in der Bundesrepublik auf dem Sinkflug. Das Bildungssystem wird von Jahr zu Jahr immer maroder. Der Lehrermangel hält an. Die schlechte Infrastruktur in Form von kaputten Klassenräumen oder veralteten Lehrmitteln häuft sich. Die Schüler schneiden immer schlechter ab.

Kürzlich schlug die Rektorin der Gräfenauschule in Ludwigshafen-Hemshof Alarm, weil 40 Erstklässler versetzungsgefährdet sind, sprich zwei ganze Schulklassen. Grund für die befürchtete Welle an Sitzenbleibern seien unter anderem fehlende Deutschkenntnisse. Die Kinder kommen laut Schulleiterin Barbara Mächtle in breiten Teilen aus bildungsfernen Familien. Die Eltern hätten keine solide Schulbildung erfahren oder stammten aus Ländern mit geringem Bildungsanspruch. Sie können ihren Kindern keine ausreichende Hilfestellung bei den Hausaufgaben leisten und achten oft nicht einmal darauf, die Kinder rechtzeitig zur Schule zu bringen. 

Dazu kämen noch, so Mächtle, die mangelnden Vorkenntnisse der Erstklässler. In ganz Ludwigshafen fehlen KiTa-Plätze. Viele Kinder werden eingeschult, ohne je einen Stift in der Hand gehalten oder eine Schere benutzt zu haben.


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Die Gräfenauschule liegt in einem Stadtteil mit besonders hohem Ausländeranteil. 98 Prozent aller Grundschüler haben dort einen Migrationshintergrund. Doch damit steht jene Grundschule nicht alleine da. Deutschlandweit nimmt die Zahl der sogenannten Brennpunktschulen eklatant zu. Gerade die Schul- und KiTa-Schließungen während der Lockdowns haben das Problem zusätzlich verschärft. 

Laut Recherche der „WirtschaftsWoche“ schlossen in der Vergangenheit 22 Prozent aller Viertklässler die Grundschule ab, ohne auch nur ansatzweise die Grundanforderungen in Mathematik zu erfüllen – und das, obwohl jährlich fast 10.000 Euro in jeden einzelnen Schüler investiert werden. Rund 47.000 Schüler verließen die Schule ohne Abschluss. Mehr als 12.000 Lehrstellen sind aktuell nicht besetzt. Trotzdem ist kein Ende in Sicht. Wer heutzutage noch in die Schule muss, kann einem nur leidtun, egal ob Schüler oder Lehrer. 

Dank Inklusion und anhaltender Migration werden die Klassengemeinschaften immer heterogener, die Unterschiede an Bildung und Vorkenntnissen immer größer, der Anspruch infolgedessen immer geringer. Das Konfliktpotenzial nimmt stetig zu. Migrantische Kinder werden, ohne nur ein Wort Deutsch zu sprechen, eingeschult. Der Stundenplan wird zur zeitlichen „Richtlinie“. Immer häufiger sind deutsche Schüler in der Minderheit. Das Klima an Schulen wird rauer. Nicht erst der Fall aus dem schleswig-holsteinischen Heide zeigte, welches Gewaltpotenzial inzwischen auf deutschen Schulhöfen vorherrscht.

Doch nicht nur Schüler, sondern auch Lehrkräfte werden immer häufiger zur Zielscheibe von körperlichen Angriffen. In einer Studie des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) berichteten 32 Prozent aller befragten Schulleiter von Gewaltübergriffen an Lehrern innerhalb der letzten fünf Jahre. 

3 Comments

  1. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und fängt bereits an zu verwesen. Der Traum eine Wirtschaftsgröße zu ” verenden ” ist war geworden.

  2. Derartige Themen spreche ich immer wieder mit Bekannten, Freunden und Nachbarn an. Es fällt allen der Verfall auf, angefangen vom Postzusteller ohne Deutschkenntnisse bis hin zu Personalern, die kein qualifiziertes Personal bekommen. Jeder kennt solche Beispiele. Aber es wird nicht viel Effektives unternommen, geschweige denn mal was anderes gewählt. Man lehnt sich wohl gesättigt und immer noch zufriedenen an den eigenen Grabstein.

    • Wer ist denn aktiv gegen den Verfall tätig?
      Konsumiert wird überwiegend nur Globalkommerzunterhaltung und Dudelschundfunk, kommuniziert wird nur noch per Kurznachrichten (schon eine Postkarte ist zuviel), und jeder denglische Dummfug wird unbedacht nachgeplappert.
      Über Mathematik gar nicht erst zu reden, quer durch alle Schichten wird damit kokettiert “damals auch schlecht” gewesen zu sein, und so wundert nicht daß die selbstverblödete Masse jegliche Zahlenschummeleien schluckt statt hinterfragt und nachrechnet.

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