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Was blüht den Frauen in Afghanistan?

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Nach dem Abzug der internationalen Truppen wurde Afghanistan binnen weniger Tage fast vollständig von den radikalislamischen Taliban eingenommen. Gestern übernahmen sie in der Hauptstadt Kabul den Präsidentenpalast, nachdem Landesobmann Aschraf Ghani die Flucht ins Ausland ergriffen hatte.

Sie erklärten ihren Sieg und verkündeten, dass sie in den nächsten Tagen Gespräche  zur Bildung einer islamischen Regierung führen wollen. Die deutsche Botschaft in Kabul wurde bereits geschlossen, vierzig Mitarbeiter ausgeflogen. Am Flughafen in der Hauptstadt herrscht Chaos. Inzwischen ist die Rede von fünf Toten am Flugfeld.

Doch was kommt nun? In der Presse folgten bereits Einschränkungen. Einige Fernsehsender sowie reine Musiksender wurden gestrichen. Programme, in denen Frauen zu sehen sind, dürfen nur noch bedingt ausgestrahlt werden. Bilder aus der Hauptstadt zeigen wie die Taliban weibliche Fotomodelle von Werbeflächen entfernen ließen.

Erst in den letzten zwei Jahrzehnten erhielten Frauen den Zugang zu Bildung. Das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen blieb allgegenwärtig. Laut Human Rights Watch versäumte die afghanische Regierung in den vergangenen Jahren eine Rechenschaftspflicht für Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu etablieren. 

Das Elimination of Violence against Women, kurz: EVAW-Law sollte den Weg zur Gleichberechtigung ebnen und dazu beitragen Frauen den Zugang zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen und zur Justiz zu eröffnen. In einem 32-seitigen Bericht über das EVAW dokumentierten etliche Frauen wie sie versuchten gegen Gewalt durch männliche Familienmitglieder und ihre Ehemänner vorzugehen und im Stich gelassen wurden.

Vor etwa einem halben Jahr wurde die afghanische Journalistin und Frauenrechtlerin Malala Maiwand von Unbekannten auf der Straße vor ihrem Haus getötet, als sie gerade auf dem Weg zur Arbeit war. Sie war bei Enikass tätig, einem großen Radio- und Fernsehsender in der Provinz Nangarhar, setzte sich für Bürgerrechte ein und wollte Frauen eine Stimme geben.

Die 26 Jährige hatte die Taliban-Regierung vor 2001 nie richtig miterlebt. Sie hatte den Zugang zu höherer Bildung und musste keine Burka tragen. Ihren Mördern missfiel ihr liberaler Lebensstil offenbar. Ihr tragisches Schicksal steht mit der Machtübernahme der Taliban symbolisch für all das, was den afghanischen Frauen in der Zukunft blühen könnte.

0 Comments

  1. Mit abgezogen sind übrigens auch die selben toxischen NGOs, die auch hier bei uns für Gesellschaftszersetzung stehen. Diese haben ihre Opfer in Afghanistan systematisch von der Kultur und Gesellschaft des Landes entfremdet, eigentlich ein schlimmes Verbrechen.

    Viele vergessen, auch in islamischen Gesellschaften lieben viele Männer ihre Frau und ihre Töchter und es gibt organisch gewachsene Strukturen, die sich gegen Ausbeutung und Gewalt stellen.

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