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Genderstern statt Meisterstern

17. August 2022

Ich bin, mit Ausnahme von Hirni und Irfan, der einzige Mensch, den ich kenne, der regelmäßig Fußball guckt, und als solcher nicht gerade zu beneiden. Regenbogenscharmützel mit den Ungarn und Hinknierituale für Sankt Fentanyl machten ja bereits die letzte Europameisterschaft zu einer Qual, auch wenn das fröhliche Spekulieren darüber, wer wohl als Nächster den Eriksen macht und einfach so umkippt, dem Spiel wieder ein wenig der verlorenen Würze zurückgeben konnte. Generell war es alles eigentlich nur noch ein zynischer Spaß; während ich einst, als Kind von väterlicher Seite da reinindoktriniert, deutsche Tore bejubelte, hoffte ich in der Gruppenphase auf nicht mehr als ein Ausscheiden von Buntland zu Händen der ungarischen Herrenmenschen.

Auch das war mir nicht vergönnt, erst als im Achtelfinale mit den auf Knien spielenden Engländern die wohl einzige Mannschaft, die noch gecuckter war als wir, auf dem Plan stand, ging es für die Regenbogenauswahl nach Hause. Jedoch nicht, bevor wir sie noch mit der Regenbogenbinde anstecken konnten, die ihr Kapitän von da an bis ins Finale für uns weiter trug. In der gerade vergangenen Frauenfußball-EM wurden die Sportlerinnen offenbar zum Gendern gezwungen, wie Nationalspielerin Lena Lattwein in einem Interview mit dem ZDF in einem Nebensatz fallen ließ: „Ich muss gendern.“

Überraschend ist daran eigentlich nur noch, dass das ZDF die Stelle ungekürzt zeigte. Die im kommenden Winter stattfindende WM in Katar gibt mir jedoch ein wenig Hoffnung, noch einmal ein politisch unbelastetes internationales Turnier erleben zu dürfen, aber wen verarsche ich hier? Was sie dort unterm Halbmond an Regenbogenallüren einsparen werden, das wird in Heller und Pfennig im Hinknien aufgewogen werden. In klimatisierten Stadien mitten in der Wüste, während Harald zu Hause gegen den Klimawandel und für die Freiheit friert.

Wo wir schon beim Klimawandel sind: Die Klimaminuten, bei denen über die Stadionlautsprecher bei allen 32 Erstrundenspielen des DFB-Pokals 60 Sekunden lang dazu aufgerufen wurde, seinen SUV zu verschrotten, habe ich kürzlich ja schon angesprochen. Das war allerdings nicht der einzige Streich, den DFB und DFL in der gerade anlaufenden Saison zu bieten hatten: Alle Mannschaften können nun ein weiteres Trikot, ein Sondertrikot, ihr Eigen nennen, sofern sie dieses mit einer linkspolitischen Botschaft verzieren. Oder, wie sie es selber ausdrücken: „sofern das Leibchen thematisch mit Diversität oder Nachhaltigkeit in Verbindung steht“. Und ich nehme jetzt mal ganz forsch an, damit meinen sie keine Warnungen vor Buchstaben-Propaganda in Kindergärten oder dem großen Austausch.

Der „Anti-Fa“-Shampoo und Antifa-Hemden verkaufende FC St. Pauli ließ bei so einer Gelegenheit natürlich nicht lange auf sich warten: Seine Spieler tragen nun ein weiteres Trikot mit einem Genderstern an der Stelle, an der man sich normalerweise beim dritten Meisterschaftsgewinn einen Stern verdient hätte. Ob an dieser Idee auch ihr neuer Medienchef Patrick Gensing, bis Mai dieses Jahres Leiter des „ARD-Faktenfinders“, seinen Anteil hatte, bleibt natürlich Spekulation. Aber klar ist: Der Fußball hat den Punkt ohne Wiederkehr auf dem Weg ins woke Nirwana längst überschritten.

Er war ja sogar eine der ersten Bastionen, die mit so einem Hochdruck politisch gefügig gemacht wurden; schon in meiner Kindheit gab es diverse Aktionen gegen „Rassismus“, bei denen man sich damals noch recht wenig dachte. Es wird wohl am identitätsstiftenden Element des Fußballs liegen und daran, dass er vor allem aus Männern bestehende Gemeinschaften bildet, also aus der Gruppe, die von Linken (zu Recht) als größte Gefahr für ihre Vormachtstellung angesehen wird. Aus einer antiwoken Fanszene könnten sich Gegenbewegungen bilden, also muss alles niedergebrüllt werden, was wie die Dynamo-Dresden-Fans nicht für das Klima hüpft, und die verbleibende brave Schäfchenherde regelmäßig mit linksesoterischen Zeremonien gegen den Hass berieselt werden.

Selbst virtuell scheint ideologiefreier Fußball ein Relikt der Vergangenheit zu sein, wie man schnell feststellt, wenn man etwa Fifa anschmeißt. Der Ball sagt nein zu Rassismus, und die Mannschaft der Woche heißt „keep Racism out“, was jedoch eher einen kleinen Motivationsschub beim Bezwingen selbiger zur Folge hat. Nur das Hinknien, das hat es noch nicht ins Spiel geschafft. NOCH nicht. Ich prophezeie: Ab dem nächsten Spiel zählen Hinknietore doppelt. Und die von schwarzen Spielern sowieso.

Autor

Shlomo Finkelstein

Shlomo Finkelstein wollte immer schon irgendwas mit Hass machen. Seit 2015 erstellt er als "Die vulgäre Analyse" Videos, und seit 2019 zusammen mit Idiotenwatch den Podcast "Honigwabe".

Belltower News schreibt über ihn: "Da er vorgibt, sein Hass sei rational begründet, sind besonders junge Menschen der Gefahr ausgesetzt, die Thesen für bare Münze zu nehmen und sich so zu radikalisieren."


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