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Heizen mit Habeck

10. Mรคrz 2023
in 3 min lesen

Die Diktaturen vergangener Zeiten waren zumindest in einem Anliegen geradlinig: Was der Staat wollte, das nahm er sich. So lief das im nationalen Sozialismus, so lief das im demokratischen Sozialismus. Wohnungen, Grundstรผcke, Sparguthaben, Waffen, Vorrรคte, die Sรถhne, die Tรถchter โ€“ alles konnte enteignet werden. Eigentum, ob konkret oder abstrakt, materiell oder ideell, bedeutet Freiheit. Eigentum bedeutet Unabhรคngigkeit. Laut unserem Grundgesetz ist die Wรผrde des Menschen unantastbar, sein Eigentum hingegen ist nicht sakrosankt, womit wir bereits vor einem Problem stehen: Das eine ist nรคmlich nicht ohne das andere zu haben.

Wรคhrend man im Politikunterricht fleiรŸig die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes auswendig lernt, weist kein Lehrer auf diesen Widerspruch hin. Eigentum und dessen immanente Bedeutung fรผr den mรผndigen Bรผrger sind kein Teil des Lehrplans. Allenfalls wedelt Herr Oberschlau mit dem Zeigefinger und weist auf Artikel 14, Absatz 2 hin:

โ€žEigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.โ€œ

Mit diesem Satz lรคsst sich viel Unheil stiften. Im August 2020 verabschiedete das Kabinett Merkel IV etwa das โ€žGebรคudeenergiegesetzโ€œ (GEG) und folgte damit โ€“ unsouverรคn, wie man in diesem Land nun einmal ist โ€“ der EU-Gebรคuderichtlinie (EPBD) und der Energieeffizienz-Richtlinie (EED). Ja, richtig: Der bรผrokratische, korrupte, demokratisch nicht legitimierte Apparat in Brรผssel schreibt jedem EU-Einwohner vor, wie der sein Haus zu bauen oder instand zu halten hat. Unsere Autorin Johanna Blum berichtete vor knapp zwei Jahren darรผber, was diese AnmaรŸung fรผr die Baukultur in ihrer Wahlheimat Irland bedeutet.

Als ob das GEG nicht schon anmaรŸend genug wรคre, beschloss nun der designierte Ludwig-Bรถrne-Preistrรคger Robert Habeck, seines Zeichens Bundesminister fรผr Wirtschaft und Klimaschutz, die Daumenschrauben fรผr Eigentรผmer noch etwas anzuziehen. Diese รคrgerten sich bisher zu Recht รผber die Regelung, dass ร–l- und Gasheizungen nach 30 Jahren ausgetauscht werden mรผssen โ€“ ganz gleich, wie gut sie gewartet wurden, ganz gleich, ob sie noch 30 weitere Jahre treu ihren Dienst verrichten kรถnnten. Habeck treibt es jetzt noch doller: Ab 1. Januar 2024 gilt fรผr alle Heizungen, die das 30. Lebensjahr รผberschreiten, dass sie gegen solche Heizanlagen ausgetauscht werden mรผssen, die zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden. But wait, thereโ€˜s more! Die zulรคssige Betriebsdauer jener Kessel, die zwischen 1996 und 2024 installiert wurden, soll sich jรคhrlich reduzieren โ€“ statt der angesetzten 30 Jahre Betriebsdauer dรผrfen sie im schlimmsten Fall nur noch 20 Jahre benutzt werden.


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Fรผr Millionen von Hausbesitzern bedeutet diese Novellierung eine Kostenwelle, deren Stemmung bei der sowieso schon angespannten wirtschaftlichen Lage schlichtweg unmรถglich ist. Auf die zahlreichen anderen Vorschriften, die das GEG vorsieht und die mindestens genauso willkรผrlich, dumm und boshaft sind wie besagte Verordnung zur Heizungssanierung, kann an dieser Stelle gar nicht eingegangen werden. Das hat mit Umweltschutz nichts zu tun, schon gar nichts mit dem rabulistischen Begriff โ€žKlimaschutzโ€œ. AuรŸerdem: Woher sollen Hunderttausende Wรคrmepumpen in wenigen Jahren kommen? Woher kommt der Strom, der diese betreibt? Woher die Baustoffe und Arbeiter โ€“ also Fachkrรคfte โ€“ nehmen, die fรผr Habecks Vorhaben nรถtig wรคren? Manfred Haferburg rechnet vor:

โ€žDies wรผrde bedeuten, dass ab sofort bis 2030 arbeitstรคglich (!) fรผnf (!) neue Windrรคder der modernsten 5-MW-Klasse in Betrieb gehen. Dass ab sofort 1.200 Betonmischer tรคglich zu den Windrad-Fundamenten dieseln. Dass ab sofort 375 Sondertransporte mit den 80 Meter langen Windrad-Flรผgeln pro Monat รผber deutsche StraรŸen geleitet werden mรผssen.โ€œ

Habeck wischt diese Einwรคnde gegen sein grรถรŸenwahnsinniges Vorhaben beiseite. Von Seiten der Wirtschaft klappt das, weil es klappen muss. Das ist an und fรผr sich eine sehr deutsche Haltung zu den Dingen, aber diese grundlegende Einstellung hat uns schon in der Vergangenheit einige Scherereien eingebracht. Was aber ist mit den Millionen von Eigentรผmern, die sich einer Kostenlawine gegenรผbersehen? Auch darauf hat der Mann, der schon die magische Lรถsung fรผr das Problem der unternehmerischen Insolvenzen gefunden hat (โ€žDann sind die nicht insolvent automatisch, aber sie hรถren vielleicht auf, zu verkaufenโ€œ), eine Antwort. Mit vielen, vielen staatlichen Milliarden soll die Transformation glรผcken. Woher das Geld stammt? Keine Fragen an dieser Stelle, aber der Begriff โ€žKreislaufwirtschaftโ€œ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung.

Wir leben in keiner Diktatur. Das zu begreifen ist wichtig. Der sanfte Totalitarismus, der unter Merkel Schule gemacht hat und unter Grรผn-Rot-Gelb etabliert ist, bedient sich subtilerer Mechanismen: Mach den Leuten den Unterhalt ihres Eigentums so teuer wie mรถglich. Quetsch sie bis zum letzten Tropfen aus. Schikaniere sie mit sinnlosen Vorschriften und Gesetzen. (Wenn die Dรคmmstoffbranche oder die Wรคrmepumpenindustrie daran verdient, umso besser.) Zwing sie nicht mit vorgehaltener Waffe ihren Grundbesitz aufzugeben, sondern mit exorbitanten Energie- und Sanierungskosten. So lรคuft das heute.

Bรผrger, denen auf diese Art ihre Existenz und Sicherheit genommen wird, sind nicht mehr mรผndig. Genau genommen sind es auch keine Bรผrger mehr. In den Mรผhlen der „GroรŸen Transformation“ macht der Staat aus ihnen eine besitzlose Verfรผgungsmasse. Ein bisschen Arbeit, ein bisschen Konsum. Sanfter Druck, wenn der bockige Michel mal wieder die Impfung oder den Madenbrei verweigert. Ein Aufschieben des Klimawandels auf ungewisse Zeit, man wird die imganierte Apokalypse auch in Zukunft gebrauchen kรถnnen. Viel mehr gibt es nicht vorauszusagen. Habecks Deutschland ist so schal wie seine Bรผcher.

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