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Linke Lügner gegen hilflose Wirtschaftsliberale

25. Oktober 2022

Hier einmal ein wunderschönes Beispiel dafür, wie Wirtschaftsliberale (hier: Frank Thelen, erfolgreicher Unternehmer, Multimillionär) argumentatorisch gegen linke Lügner und Dummschwätzer (hier: Ulrike Herrmann, „taz“-Journalistin, studierte Philosophie und Geschichte) untergehen.

Um die manipulativen Aussagen, die linke Rabulistik und die gesamte Argumentationsstruktur deutlich zu machen, muss man die Aussagen einmal klar sezieren. Nachfolgend kommen Herrmanns Aussage, dann eine Richtigstellung ihrer Falschaussage beziehungsweise Strategie und ein kurzer Kommentar zur Einordnung.

Herrmann: „Das ist die falsche Wirtschaftstheorie.“
Falsch. Es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Wirtschaftstheorie, sondern nur verschiedene Schulen, die sich seit etwa 100 Jahren streiten.
Einordnung: Der Keynesianismus beispielsweise weist mitunter hanebüchene Fehlschlüsse auf, trotzdem würde ein Wirtschaftsliberaler niemals auf die Idee kommen, zu sagen: „Das ist die falsche Wirtschaftstheorie.“ Die Strategie von Herrmann zielt darauf ab, Thelen so darzustellen, dass er sich im Werkzeugkasten „vergriffen“ hat.

Herrmann: „Das ist Milton Friedman.
Falsch. Das sagt die komplette Ökonomie; Klassik, Neoklassik und auch die Monetaristen (und damit auch Milton Friedman).
Einordnung: Lediglich Keynes, der sich primär gar nicht mit Inflation befasst hat, folgerte, dass Inflation ein Resultat einer steigenden Nachfrage sei. Diese Annahme ist heute weitestgehend widerlegt – auch empirisch. Aktuell etwa geht die volkswirtschaftliche Nachfrage zurück, und trotzdem steigen die Preise.

Herrmann: „Das ist schon widerlegt.“
Falsch. Die Aussage „wachsende Geldmenge = wachsende Inflation“ stimmt noch immer.
Einordnung: Herrmann spielt hier auf die lange Phase der Null-Prozent-Inflation der letzten Jahrzehnte an, obwohl die EZB die Geldmenge stetig ausgeweitet hat. Auf den ersten Blick hat Herrmann also recht. Warum stieg die Inflation erst im Herbst 2021 an? Das hat mehrere Gründe. Erstens: Die Vermögenspreisinflation steigt seit Jahrzehnten unaufhörlich an. Demnach wurde mit dem Verbraucherpreis-Warenkorb (bewusst?) das Falsche gemessen. Zweitens: Der deflatorische Druck des technischen Fortschritts hat Waren günstiger gemacht, was die monetär gesteuerte inflationäre Tendenz neutralisiert hat. Drittens: Als Teil der Quantitätsgleichung (seit 90 Jahren in der VWL anerkannt und mathematisch nicht falsifizierbar) ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes genauso wichtig wie die Geldmenge. Wird die Geldmenge also verdoppelt, die Umlaufgeschwindigkeit halbiert sich hingegen, bleibt die Inflation bei null.



Herrmann: „Wenn Sie als Unternehmer auf Basis einer falschen Geldtheorie investieren, wundert mich nicht, dass Sie schon mehrfach pleitegegangen sind.“
Einordnung: Ad hominem; unternehmerische Entscheidungen haben wenig mit der Geldmengenpolitik zu tun. Zum Abschluss ihrer Argumentation zielt Herrmann bewusst auf Thelen selbst. Der Vorwurf „pleitegegangen“ ist der Vorwurf schlechthin. Dass ein Unternehmen aufzubauen und zu verwalten, eine größere Leistung ist, als in der „taz“-Redaktion zu sitzen, sei mal dahingestellt. Im Falle Thelens trifft es schlichtweg nicht zu, da er viele erfolgreiche Unternehmen gegründet und geleitet hat. Dass bei jemandem, der in Dutzende Unternehmen Streuinvestitionen betreibt, auch mal Luftnummern dabei sind, gehört genauso dazu wie Journalisten, die einfach Blödsinn erzählen. Berufsrisiko.

Zusammenfassung: Herrmann zeigt sich schlagfertig, und Thelen stottert rum. Herrmann grätscht ins Wort, Thelen lässt sie fast ungestört ausreden. Besonders wichtig: Herrmann punktet mit Ist-Aussagen (die gar nicht wahr sind, aber wer will das schon überprüfen), Thelen hingegen tut seine Meinung kund. Dazu ist Herrmann recht flapsig-ironisch und schlagfertig: „Da seh´ ich aber schwarz“, woraufhin Lanz laut losgackert und seine Sympathien bekundet. Thelen gerät aus dem Konzept, und das Publikum ist auf Herrmanns Seite.

Was zeigt das Ganze: Die politische Rechte (dazu zähle ich auch echte Liberale und Konservative) ist im Umgang mit Linken schlichtweg ungeschult und läuft wie ein Schuljunge in die offenen Messer der strategischen Manipulationen, die Sozialisten aller Couleur teilweise unbewusst verinnerlicht haben.

Ich sage nicht, dass ich es in dieser Situation besser gemacht hätte als Thelen, aber sein Auftreten zeigt vor allem, dass er als netter liberaler Typ sich einfach mal gedacht hat: „Klar geh´ ich da hin, Linke haben keine Ahnung von dem Thema.“ Ob jemand Ahnung hat, ist im medialen Auftreten beziehungsweise Framing schlichtweg egal.

Zusatz: Nicht im oben verlinkten Videoausschnitt sagt Herrmann sogar wortwörtlich:

„Die Inflation entsteht dadurch (…), dass die Energiepreise so teuer werden. Und die Energie wird so teuer, weil Putin gerade die Pipelines zudreht.“
Falsch. Zwar kann man darüber streiten, inwiefern Russland seine Energielieferung als Kontrollinstrument einsetzen wird, um die Einmischung der NATO-Staaten im Ukrainekrieg zu unterbinden oder zu bestrafen. Fakt ist aber, dass Putin sich bereit erklärt hat, wieder Gas zu liefern (bevor es auf einmal zu ein paar Explosionen kam).

Das ist aber gar nicht unser Thema. Strenggenommen steigt die Inflationsrate seit Anfang 2021 in der Euro-Zone, im August 2022 lag sie bereits bei drei Prozent, ergo ein Prozent über dem Inflationsziel der EZB. Das zeigte erstmals, dass die „Währungshüter“ den Euro nicht mehr im Griff hatten. Das war ganze sechs Monate vor dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine.

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Autor

Florian Müller

Der Sklaventreiber-Chef hat diverse Geschwätzwissenschaften studiert und nach eigenen Angaben sogar abgeschlossen. Als geborener Eifeler und gelernter „Jungliberaler“ freundete er sich schnell mit konservativen Werten an – konnte aber mit Christentum und Merkel wenig anfangen. Nach ersten peinlichen Ergüssen entdeckte er das therapeutische Schreiben in der linksradikalen Studentenstadt Marburg, wurde Autor für die „Blaue Narzisse“ und „eigentümlich frei“. Ende 2017 gründete er mit Hannes die Krautzone.


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