Die Erfindung des Klimawandels

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Von A. R. Göhring

Spricht sich heutzutage jemand leidenschaftlich für Klimarettung aus, hält man ihn oder sie für links, was meist auch zutrifft. Aber war das immer so? Ratet einmal, wer die Klimaschutzpolitik in Europa in den 1980er Jahren eingeführt hat. Tipp: Es war eine nationale Politikerin, die bei Linken geradezu verhaßt war.

Auflösung: Es war die „Eiserne Lady“, Premierministerin Margaret Thatcher, die für ihren harten und listigen Kampf gegen die Gewerkschaften verachtet wurde. Deren Streikwellen sorgten Ende der 70er Jahre dafür, daß Beobachter befürchteten, Großbritannien könnte das Land sein, das sich als erste Nation industrialisierte – und nun deindustrialisieren würde.

Die Kraft kommt aus dem Kern

Die Briten steckten vor Thatcher in einer heftigen Strukturkrise; die alten kohleabhängigen Industrien waren nicht mehr konkurrenzfähig, und der Kohleabbau war ein Subventionsgrab. Daher wollte Thatcher die Energieversorgung des Landes auf Kernkraft umschalten, was aber die auch auf der Insel nicht wenigen intellektuellen Atomgegner auf den Plan rief.

Gegenmittel der nie um Tricks verlegenen Premierministerin: Sie hatte von den Pupsgas-Theorien irgendwelcher Klimaphysiker gehört, nach denen Kohlendioxid die bodennahe Luft aufheize, wenn es in gewisser Menge vorhanden sei. Die Theorie geisterte seit Ende der 50er durch die Wissenschaftswelt, da ein Berater von US-Präsident und General Ike Eisenhower sie einmal als alarmistische Warnung nutzte. Er hatte wohl schon die politische Nützlichkeit im Auge; ob für den Präsidenten oder sich, sei dahingestellt.

In den 1970er Jahren hatten besagte Klimaalarmisten, wohl meist Physiker aus dem unteren Leistungsdrittel, bereits die „Eiszeit“-Theorie in die Medien gedrückt; waren politisch aber weitgehend gescheitert. Die Eiszeit-Warnung arbeitete noch nicht mit dem CO2, sondern mit Schwefeldioxid; ebenfalls ein Gas aus den Schloten der Industrie. SO2 reflektiert im Gegensatz zum CO2 die Sonnenstrahlung und kühlt so. Zumindest im reduzierten Laborversuch – in der Atmosphäre ist das Gas genau wie Kollege Kohlen-zwei-Sauerstoff irrelevant.

Das wußten oder ahnten natürlich auch die Alarm-Physiker. Da aber die 1970er Jahre wegen der kosmischen Zyklen, die tatsächlich unser Klima in der Hauptsache regulieren, sehr kalt werden würden, ging man ab 1970 mit der Warnung hausieren, es liege an den Emissionen, weil man dieses Argument politisch nutzen konnte. Die astronomischen Zyklen der Sonne, des Mondes und der schweren Planeten sind genau wie die Eigenzyklen der Erde (Milankowitsch) seit langem bekannt und können langfristig berechnet werden. Daher wissen die Meteorologen lange vorher, ob ein Jahrzehnt vergleichsweise kalt oder warm werden wird und können – sofern politisch motiviert – das eine oder das andere Emissionsgas als „Grund“ für den Klimawandel benennen.

Hier, euer Geld. Und jetzt beweist mal folgendes…

Margaret Thatcher glaubte eher nicht an den Quatsch mit dem CO2, wußte aber, daß die ökologisch Bewegten, die selber fleißig Panik mit Weltuntergangserzählungen machten, daran glauben würden. Deswegen gab sie Forschungsgelder an Physiker und Meteorologen an britischen Universtäten, die im Interesse einer Folgefinanzierung die Klimakatastrophe wie erwünscht „bewiesen“. Außerdem wurde ein nationales Expertengremium gegründet, das als Vorläufer des heutigen UN-Weltklimarats gilt (IPCC).

Thatchers Plan ging auch weitgehend auf – das Land baut auf Kernkraft, und die alten Industrien sind platt. Man sieht, ein Politiker muß nicht links sein, um gewissenlos Panik zu schüren. Konservative tun es meist nur deutlich weniger, weil sie sachlich fähiger sind und die Tricks schlicht nicht brauchen.

Eine Annalena Baerbock, eine Claudia Roth oder eine Kathrin Göring-Eckardt hingegen sind schon mangels Ausbildung darauf angewiesen, ein preiswertes Thema zu besetzen. Bei Angela Merkel verhält es sich ähnlich: Die Noch-Kanzlerin ist zwar Physikerin, aber entscheidungsschwach und abseits ihrer machiavellistischen Tricksereien inkompetent. Da kommt ein Panikthema, das die grünen Medien auch noch promovieren, gerade recht.

Ein gehackter Mailverkehr

Zurück nach Großbritannien: Die Klima-Unis von Thatcher gibt es heute natürlich immer noch; besonders die Universität von East Anglia gilt als britischer Vatikan des Alarmismus, ähnlich unserem Potsdam-Institut für Klimaforschungsfolgen, PIK. Genau diese Universität war es auch, deren Server 2009 und 10 von Hackern angegriffen wurden, die zahlreiche interne Emails der Klimaforscher erbeuteten und publizierten. Ergebnis:

Die Klimaszene, darunter auch die PIKler, war (und ist) sich offenbar absolut bewußt darüber, daß ihre Computermodelle, von denen die ganzen Medienmeldungen zu steigenden Meeresspiegeln und mörderheißen Temperaturen in 50 Jahren stammen, völlig untauglich sind und man laufend nachbessern muß, damit die Programme sowohl die bekannte Vergangenheit wie die aktuellen Temperaturen abbilden.

Der Grund für die Untauglichkeit der Programme ist das „Chaos“ im Wettergeschehen: Nach der gleichnamigen mathematischen Theorie ist das Ergebnis einer Entwicklung extrem von Änderungen der Ausgangsbedingungen abhängig. Beispiel aus „Jurassic Park 1“: Der Mathematiker läßt ein paar Wassertropfen auf die Hand der hübschen Biologin fallen, die je nach Haltung der Hand mal hier, mal da zu Boden fließen. Man spricht auch anschaulich vom „Schmetterlings-Effekt“, weil der Flügelschlag eines Insektes in der Sahara in Peking einen Sturm verursachen kann – zumindest theoretisch.

Die Computermodelle der Klimaforscher sind also derart konstruiert – „Annahmen“ wird offiziell gesagt – damit im „Szenario“ das herauskommt, was sich politisch und finanziell am besten nutzen läßt. Das Email-Fiasko von East Anglia, von Kritikern „Klima-Gate“ genannt, hatte übrigens kaum Folgen für die Alarmisten, da sie politisch bereits zu fest im Sattel saßen und in einem Aufruf sogar von zahlreichen Nobelpreisträgern verteidigt wurden. Außerdem wurden die beiden „Klima-Gates“ von den Medien meist auch totgeschwiegen, so daß sie kaum bekannt wurden und heute fast vergessen sind.

Ein Schuss nach hinten

Thatchers Trick stellt sich heute als Eigentor dar, weil sie zwar kurzfristig ihre Ziele durchsetzen konnte, ihrem Land und der Welt aber ein dickes Ei ins Nest gelegt hat. Ihr Handeln erinnert an den erfolgreichen Plan der deutschen Reichsleitung im Ersten Weltkrieg, die Lenin nach Rußland schleuste, damit er eine zweite Revolution durchführe und kapituliere. Das funktionierte; dafür hatte man aber 70 Jahre Sowjetimperium inklusive 40 Jahre DDR am Hals.

Nebenbei: Nicht nur die Klimarettung, auch andere ökologische Schutzkonzepte sind historisch gar nicht links, sondern rechts. Es waren aus heutiger Sicht rechtsradikale Lebensreformler, die um 1895 Naturschutz und Ökolandbau erfanden. Bei Berlin gab es eine Vegetarier-Siedlung namens „Eden“, die im Weltkrieg ganz patriotisch gesunde Fruchtsäfte an die Front lieferte. Was die Rechten damals mit den heutigen Linken verbindet, ist ihr Elitarismus. So waren zum Beispiel die Begründer der Wanderbewegung Gymnasiasten aus den reichen westlichen Vororten von Berlin, die heute zur Stadt gehören.

Nach dem Weltkrieg waren es pikanterweise die Nazis, die als erste systematischen Natur- und Gesundheitsschutz betrieben: Das Dritte Reich hatte sogar die strengsten Tier- und Naturschutzgesetze der Welt, und verbot 1937 das Rauchen in öffentlichen
Gebäuden. Nach dem Zweiten Weltkrieg interessierte sich erst einmal niemand mehr für die Natur, und Ende der 1960er waren es ausgerechnet die aus heutiger Sicht recht konservativen FDPler und Sozialdemokraten unter Brandt und Schmidt, die das neue Wort „Umweltschutz“ in die Gesetzgebung einbrachten.

Noch ein Rätsel: Wer war der erste Umweltminister, der das Umweltbundesamt gründete? Innenminister Hans-Dietrich Genscher von der FDP. Die revoluzzerischen 68er interessierten sich zunächst nicht für Bäume, Gewässer und Vöglein. Das ging erst Mitte, Ende der 70er los, weil man merkte, daß der Umweltschutz von Rot-Gelb beim konservativen Steuerbürger gut ankam, und weil die 68er Revolution gescheitert war.

Die Arbeit tun die anderen

Um die eigenen finanziellen Interessen zu sichern, übernahmen die Ultralinken, wie von Helmut Schelsky 1974 schon vorhergesagt, die Problem-Politik der Regierung, um die „Arbeit von den anderen tun“ zu lassen und sich deren Steuergelder einzuverleiben. Das Ergebnis ist Geschichte: Atomtod, Waldsterben, Ozonloch, erschöpfte Ressourcen, und nun Klimawandel. Alles nicht eingetreten, aber zu seiner Zeit medienbeherrschend.

Die Grünen sind also gar nicht so originell kreativ, wie sie behaupten mögen, sondern die Folge fehlerhafter konservativer Politik in den 60ern und 70ern. Fehlerhaft im doppelten Sinne sogar, da man nicht nur den Sozialisten die Tricks lieferte, sondern vorher schon den Staat mit zusätzlichen Aufgaben aufblähte.

Liberale und Konservative mögen so etwas eigentlich nicht, denkt man; aber Berufspolitiker wollen ihren Machtbereich eben immer mehr ausweiten, gleich welcher Gesinnung. Ergebnis ist ein Behördenapparat, der sich seine Legitimation schon selber sucht und gegen Verkleinerung oder Abschaffung wehrt; ganz so, wie Max Weber es beobachtet hat.

Es geht nur ums Geld

Da der strukturkonservative Bürger bis heute empfindlich auf Panikmachen mit Gesundheits- und Ökokatastrophen reagiert und bereit ist, seine sauer verdienten Steuergelder in den Rachen von Masken-Dealern und Klima-NGOs zu werfen, behalten die Linken in den westlichen Gesellschaften den Trick noch ein Weilchen bei. Sie müssen nur das Untergangs-Szenario immer mal wieder ändern, weil die ausgebeuteten Bürger sonst merken, daß sie hereingelegt wurden.

In dem Zusammenhang muß man bemerken, daß das Klima-Tamtam mit der legendären Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 schon ganz schön lange andauert und immer teurer wird. Infolgedessen ist der weltweite Opportunisten-Apparat von Alarm-Forschern, Klimapolitikern, NGO-Panikmachern und Grünjournalisten ganz schön angeschwollen und kaum noch reduzierbar.

Da die Untergangs-Propheten aber merken, daß sich im Volke zunehmend Widerstand regt, ergänzen sie seit kurzem ihr Klima-Narrativ um „Dürre“ und schon wieder „Waldsterben“. Mal sehen, ob die Leser und TV-Zuschauer es ihnen glauben werden.

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