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Martin Sellner – Der Wanderer zwischen beiden Ländern

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Wie oft wurde behauptet, die BRD könne ihre Grenzen nicht schützen? Wie oft wurde behauptet, wenn man es täte, wäre es das Ende des freien Personal- und Güterverkehrs? Wie oft wurde behauptet, dass Grenzschutz dem Ideal einer „offenen“ Gesellschaft widerspreche? Nun, die Politik und die Elite hatten sich seit 2015 – bis auf wenige Ausnahmen, als etwa die Seehofer-CSU mit mehr Schein als Sein mal auf den Tisch hauen wollte – konsequent dagegen entschieden, die Grenzen zu schützen, und ließen jeden dahergelaufenen Migranten aus aller Herren Länder die Grenze passieren, ohne etwas Effektives zu tun. Doch das sollte sich dieses Jahr ändern: Seitdem dank „Correctiv“ ein sogenanntes „Geheimtreffen“ aufgedeckt wurde, in welchem AfD-Leute mit Leuten des Vorfelds über mögliche Ansätze der Remigration diskutierten, haben sich Medien und Politik einmal auf Martin Sellner eingeschossen. Seine Gedanken zur Rückführung seit 2015 anwesender und anderer nicht assimilierter Migranten sind nicht wirklich ein solches Geheimnis, wie sie gerne dargestellt werden – zumindest hat er seine Ideen beim Verlag Antaios schon vor Monaten in Buchform veröffentlicht. Mit der Berichterstattung und der dazugehörenden Hysterie sind Buch und Verlag immerhin in aller Munde – die Kollegen in Schnellroda wird’s erfreuen.

Sellner steht nun im Fokus der Medien wie seit dem perfiden Versuch nicht mehr, ihn mit dem Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant in Verbindung zu bringen, was zur Folge hat, dass er wieder als eine Art „Staatsfeind Nummer eins“ verleumdet wird. Kurz nach der Correctiv-„Enthüllung“ und den ganzen witzfreien Anti-rechts-Demos hatte man ernsthaft angekündigt, über Sellner ein Einreiseverbot zu verhängen. Daraus wurde tatsächlich Ernst – ihm war nicht gestattet, in die Bundesrepublik einzureisen. Daraus machte sich der Österreicher allerdings einen Spaß: Er kündigte an, über die Grenze zu fahren, um im bayrischen Passau einen Kuchen und einen Kaffee zu genießen und danach ganz gesittet wieder die Heimreise anzutreten. Wie der deutsche Staat wohl reagieren würde?

https://twitter.com/unblogd/status/1751984332011405491

Nun: Das Passauer Café, bei dem Sellner seinen Besuch ankündigte, knickte ein und erteilte dem Identitären nicht nur Hausverbot, sondern schloss am Montag den ganzen Tag, um ein Zeichen gegen rechts zu setzen – wohl zu einem Teil aus Überzeugung, zum anderen Teil aus der Furcht heraus, im schlimmsten Falle Besuch von schmierigen Antifa-Lausbuben mit zu viel Tagesfreizeit zu bekommen. Nun dennoch, diese kleine Unannehmlichkeit sollte Sellner nicht aufhalten, er wagte den Versuch – und wurde kontrolliert!

Man möchte staunen, aber die BRD hat es tatsächlich geschafft, ihre Grenzen zu bewachen und zu kontrollieren! Man sollte meinen, dies sei unmöglich – schließlich war das jahrelang der Duktus; so hatte man es uns verkauft. Sellner wurde befragt, ziemlich lange befragt, beinahe wäre ihm seine Zahnbürste zum Verhängnis geworden, da die Polizeibeamten diese als Indiz dafür sahen, dass Sellner sich länger in Deutschland aufhalten wollte. Nachdem das geklärt worden war, durfte er einreisen – und war in Passau.

https://twitter.com/MitHausverstand/status/1752033349349027998

Was lässt sich daraus lernen? Auf der einen Seite ist der deutsche Staat sehr wohl in der Lage, seine Grenze zu kontrollieren, wenn er das will – er will nur eben nicht. Zum Zwecke politischer Repression versucht die BRD selbst EU-Bürger, denen man sonst eine so große Freizügigkeit gewährt, an der Einreise zu hindern. Die Einreise Sellners am Montag ist nämlich eine ambivalente Sache: Sie zeigt, dass das Getue vom Einreiseverbot mehr Schall als Rauch war und dass dieser Staat sich ohne große Anstrengung mal wieder der Lächerlichkeit preisgeben kann. Jedoch muss bedacht werden, dass er nur über die Grenze durfte, weil er tatsächlich nichts Politisches geplant hatte – was aber, wenn er für Vorträge oder Demonstrationen nach Deutschland kommen möchte? Auf der anderen Seite ist man sich nun nicht mehr zu schade, selbst den höflichsten und freundlichsten politischen Gegner derart zu schikanieren, dass man ihm die Einreise verweigern möchte. Vielleicht erscheint ihnen Sellner gerade deshalb so bedrohlich, weil er eben ein freundlicher Mensch ist. Das noch junge Jahr 2024 wird so einige Schikanen gegen die AfD und ihr Vorfeld bereithalten – alles, um jeglichen Erfolg zu verhindern. Und sollte es ernst werden und man weist ihn tatsächlich an der Grenze zurück, muss er sich auf die Solidarität seiner politischen Verbündeten verlassen können, müssen sich Lösungen finden lassen, denn: Kein Sellner ist illegal!