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So ekelhAfD sind die „Demos gegen rechts“

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Man konnte sich davor, sofern man sich nicht zuvor komplett von den Massen- und sozialen Medien abgeschottet hatte, gar nicht mehr retten, und gerade Leute wie ich, die sich aufgrund ihres Berufes oder ihres Studiums in einem universitären und damit linken Umfeld bewegen, wurden damit regelrecht bombardiert: die Nachrichten über die Anti-AfD-Demos. Ein Großteil meines sozialen Umfelds an der Universität war sich nicht zu schade, ihren Folgern auf Instagram oder ähnlichen Plattformen mitzuteilen, wie mutig und voller Rückgrat sie in den letzten Tagen waren. Und man muss den Linken lassen: Sie haben viele Leute mobilisiert. Inwiefern die in den Medien wiedergegebenen Zahlen nun stimmen, sei mal dahingestellt; von Unterstellungen à la Bildmanipulation mit KI oder Ähnlichem sei ohne handfeste Beweise auf alle Fälle abzuraten. Es gibt sie, die leicht mobilisierbare Masse wider den Rechtsruck. Doch – und das sollte nicht vergessen werden – hat die Masse die Loyalität einer Hure: Sobald ein neuer Freier mehr zu bieten scheint, wird der Alte fallen gelassen. Die Fragilität dieser Masse darf daher auch nicht unterschätzt werden; schließlich haben so einige Regierungen Massenproteste inszenieren können, nur um kurze Zeit später dem eigenen Niedergang ins Auge blicken zu müssen. Diese Lektion wird die momentane BRD-Elite vielleicht noch mal in aller Deutlichkeit zu spüren bekommen.

Wir haben es nun mal mit Demonstrationen ohne Risiko zu tun, etwas, das der gemeine AfD-Demonstrant nicht kennt. Keiner derjenigen, der die Anti-AfD-Demos besuchte, muss sich darum scheren, von lästigen Fotografen des politischen Gegners fotografiert zu werden oder seinen Job bei Bekanntwerden seiner Aktivitäten zu verlieren, oder den Zerfall seines sozialen Umfelds aufgrund seiner politischen Ansichten befürchten. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, man bekommt für seinen Gratismut Applaus (oder man erhofft sich diesen zumindest); ach, wie oft durfte ich mir dieses lächerliche Geprahle in den letzten Tagen und Wochen ansehen?

Was auffällt, ist, wie profan die ganzen Kundgebungen doch waren: Es wirkte vielmehr wie ein heiteres Treffen zum Vergnügen, ein einziges Fest der guten Laune. Dass man sich das erlauben konnte, zeigt ja, wie „ernst“ die Lage mit den angeblich so gewalt- und umsturzgeilen „Faschisten“ ist. Neben der Seichtigkeit wirkt die ausgesprochene Infantilität der Demoteilnehmer äußerst befremdlich: Zig Beispiele für niedersten Fäkalhumor („braun wie Scheiße“, ach, wie originell!), für eine übertriebene Vorstellung dessen, was die AfD fordert („ohne Vielfalt gibt es weniger Essen und niemanden, der sterbenden, kinderlosen Boomern das Gesäß reinigt!“), und schließlich der nicht fehlende Vergleich von sich selbst mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Mein beliebtestes Beispiel ist der vielfach zu lesende Spruch: „Jetzt wissen wir, was wir an Stelle unserer Urgroßeltern getan hätten“ – in der Tat, den Massenmedien alles glauben und mit der Masse mitlaufen, Gratulation!

Als Sahnehäubchen der Absurdität dient die Tatsache, dass diese Proteste auf einem vollkommen inszenierten Skandal beruhen. Dass die Geschehnisse um die angebliche „Wannseekonferenz 2.0“ wenige Tage vor dem Jahrestag der historischen Wannseekonferenz „aufgedeckt“ wurden, ist sicherlich genauso wenig ein Zufall wie die falsche Berichterstattung über das „Geheimtreffen“.

Im KRAUTZONE-Podcast vom vergangenen Sonntag zeigen wir bereits auf, wie hanebüchen all die Behauptungen über das private Treffen sind. Doch es geht natürlich nicht um die Wahrheit, sondern um etwas anderes: „Mit dem Treffen von Potsdam hat offenbar ein neuer Mythos die politische Bühne betreten“, konstatierte Lorenz Bien in der „Jungen Freiheit“. Ein Mythos, der notwendig zu sein scheint, um die mediale und propagandistische Deutungshoheit noch ein wenig länger zu erhalten.

Auf die Umfrageergebnisse der AfD scheint die ganze Kampagne momentan keinen Effekt zu haben. Zwar ist sie laut neuesten Umfragen um circa zwei Prozentpunkte gesunken, aber das macht insgesamt keinen großen Unterschied. Sollte es das erst mal gewesen sein an Verleumdungsstrategie, so werden die Partei und ihr Vorfeld die Sache unbeschadet überstehen. Überhaupt, dass so ein Aufwand, beruhend auf einer dreisten Propagandalüge, überhaupt nötig ist, zeigt, wie sehr sie sich vor den Wahlen im Sommer fürchten. Ich hingegen freu mich darauf – auch wenn der Gegner einem noch so große Steine in den Weg legt, und das wird er, werden wir uns nicht so schnell unterkriegen lassen!