Streamingdienste als kulturmarxistische Propagandakanäle

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Amazon Prime gehört neben Netflix schon seit Langem zu den weltweit größten Streaming-Diensten. Mehrere Hundert Filme und Serien lassen sich auf der Plattform kostenlos zum Anschauen finden, darunter einige moderne Blockbuster und Fernsehserien, ältere Filmklassiker sowie etliche Eigenproduktionen. Gerade bei Letzteren scheint das Angebot unerschöpflich. Regelmäßig sichert sich Amazon die Rechte von Literaturbestsellern für neue Film- und Serienproduktionen, darunter beispielsweise jene für „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“. 

2017 bereits zahlte das Unternehmen 250 Millionen US-Dollar, um die Vorgeschichte des „Herrn der Ringe“ verfilmen und auf der eigenen Plattform veröffentlichen zu dürfen. Trotz großer Erwartungen floppte das millionenschwere Projekt. Vor allem aufgrund der von Amazon eigens vorgegebenen Quotenregelungen in Sachen „People of Color“ boykottierten sämtliche Tolkien-Fans die Serie von vornherein. 

Doch nicht nur die Hautfarbe spielt bei der Besetzung eine entscheidende Rolle. Auch queere Charaktere und Handlungen sind inzwischen ein entscheidendes Kriterium für neue Produktionen. So verwundert es auch nicht, dass immer mehr LGBTQ-Geschichten und Romane verfilmt werden und diese wiederum neben Dramen, Romanzen oder Comedy sogar eine eigene Kategorie bilden. Netflix und Amazon bieten sich gewissermaßen einen Wettstreit in Sachen Wokismus. Nachdem auf Netflix kürzlich die zweite Staffel der britischen Serie „Heartstopper“ veröffentlicht wurde, legte Amazon Prime nun mit „Royal Blue“ nach. Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Casey McQuiston. Die Autorin ist queer, bezeichnet sich als nicht-binär und benutzt They/them-Pronomen. Nach ihrem Journalismusstudium entschied sich die aus Louisiana stammende US-Amerikanerin dazu, queere Romane zu schreiben, um queeren Teenagern ihre Einsamkeit zu nehmen. 

Einer von ihnen ist „Royal Blue“. Die Verfilmung wurde von vielen „Kritikern“ als die wohl schönste Lovestory des Sommers bezeichnet und könnte dabei kaum Klischee-überladener sein. Um Euch den Film zu ersparen, folgt hier ein kleiner Abriss der Handlung: Die USA haben inzwischen ihre erste Präsidentin, gespielt von Uma Thurman. Natürlich gehört sie zu den Guten, nämlich zu den „Democrats“. Sie ist verheiratet mit einem mexikanischen Einwanderer und hat einen erwachsenen Sohn namens Alex Claremont-Diaz. Alex ist ein Draufgänger, hat ständig etwas am Laufen mit wechselnden Partnern und tut sich schwer mit seinem Leben im Rampenlicht, da seine Familie einst arm und machtlos war und sich alles selbst in diesem rassistischen und diskriminierenden System aufbauen musste. Wie könnte es auch anders sein.



Ihm gegenüber steht Prinz Henry aus dem britischen Königshaus. Er ist nobel, versnobt und in der High Society aufgewachsen. Nachdem sich Alex und Henry auf der Hochzeit von Henrys älterem Bruder, dem Kronprinzen von England, eine skandalöse Tortenschlacht liefern, müssen sie Schadensbegrenzung leisten, um ein laufendes Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien nicht zu gefährden. Dabei kommen sie sich näher und werden von Feinden zu Freunden und schließlich zu Liebhabern.

In einem fast zweistündigen Film darf der Zuschauer die beiden auf ihrer Liebesfahrt durch die Höhen und Tiefen der US-amerikanischen Politik und der britischen Monarchie begleiten. Während Alex alsbald auch vor seiner Mutter zu seiner Sexualität stehen darf, muss Henry mit seinen Vorlieben hinterm Berg halten, weil er von Geburt nicht schwul sein darf. Nachdem die beiden schließlich von einem Investigativjournalisten während des US-Wahlkampfs geoutet werden, traut sich auch Henry, offen zu seiner Liebe zu stehen. Henry und Alex werden vor dem Buckingham-Palast von einem queeren Fahnenmeer gefeiert. Beide verhelfen schließlich auch Alex‘ Mutter erneut ins Amt, da Alex sich eine angeblich „bahnbrechende“ Kampagne für den republikanisch-dominierten Staat Texas überlegt hat, deren Inhalt im Laufe des Films jedoch kein einziges Mal erwähnt wird. Wie trotzdem nicht anders zu erwarten war: Ende gut, alles gut. 

Der Film hält sich seit seiner Veröffentlichung vor rund anderthalb Wochen auf Platz 1 bei Amazon Prime und könnte den Zeitgeist kaum besser widerspiegeln. Während heterosexuelle Liebesbeziehungen, gerade in Teenie-Liebesfilmen, fast ausschließlich toxisch dargestellt werden, sind schwule Liebespaare romantisch und glücklich. Die heutigen Film-Heteropaare sind entweder unterschiedlicher Herkunft, komplett toxisch oder aber sie enden im Feminismus und somit der Unterwerfung des Mannes. Nur queeren Paaren bleibt es vergönnt, ein utopisch-kitschiges Happy End zu bekommen.