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Extremistisches Krisenpotenzial

18. Juli 2022
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Wir befinden uns gerade mitten im Sommer. Die Sonne scheint, der Rhein hat Niedrigwasser, und bei 30 Grad im Schatten sieht Bundesinnenministerin Nancy Faeser den richtigen Zeitpunkt, um schon jetzt vorausschauend politische Tatsachen zu schaffen. Wรคhrend die meisten dieser Tage vermutlich versuchen, in klimatisierten Innenrรคumen der Sonne zu entfliehen, warnt sie vor der mรถglichen Gasknappheit im Winter. Die groรŸe Gefahr bรผrgt fรผr sie nicht das โ€žFrieren fรผr die Freiheitโ€œ, sondern die mรถgliche Instrumentalisierung dieser Zustรคnde durch vermeintlich extremistische Gruppen:

โ€žNatรผrlich besteht die Gefahr, dass diejenigen, die schon in der Coronazeit ihre Verachtung gegen die Demokratie herausgebrรผllt haben und dabei oftmals Seite an Seite mit Rechtsextremisten unterwegs waren, die stark steigenden Preise als neues Mobilisierungsthema zu missbrauchen versuchen.“ย 

Nicht nur sie, auch der Fraktionsvorsitzende der Grรผnen im Bundestag, Konstantin von Notz, รคuรŸerte die Befรผrchtung, dass die kommende Krise und die erwartbaren Proteste die innere Sicherheit gefรคhrden kรถnnten. Der Vizeprรคsident der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilff, betonte, dass es schon jetzt Notfallplรคne gebe, mit denen sich die Sicherheitskrรคfte auf mรถgliche Energieknappheit und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die innere Sicherheit vorbereiten.

Die Inflation galoppiert, die Energiepreise vervielfachen sich, und eine groรŸe Welle der Arbeitslosigkeit droht im Herbst. Wรคhrenddessen erhรถhen die eigentlichen Volksvertreter vielerorts ihre Diรคten, stampfen immer mehr neue Expertenposten und Bundesbeauftragte aus dem Boden oder gestatten sich kรผnftig auch, mit dem Dienstwagen in den Urlaub zu fahren, so wie es fรผr die Abgeordneten im Abgeordnetenhaus von Berlin zulรคssig ist. So viel Luxus muss schlieรŸlich sein. Gleichzeitig haben unsere Regierungsvertreter schon jetzt den Sรผndenbock fรผr bevorstehende Unruhen auserkoren, nรคmlich das Volk selbst. 

Schon im letzten Bericht des Verfassungsschutzes schafften die Ampel-Regierung und das Innenministerium unter Faeser neue Realitรคten in Form des Sonderbereichs der sogenannten โ€žstaatsdelegitimierenden Protesteโ€œ. Dieser widmete sich fast ausschlieรŸlich jenen Menschen, die im Jahr 2021 gegen die Corona-MaรŸnahmen der Bundesregierung auf die StraรŸe gegangen waren. 

Jeder, der derzeit Kritik am Kurs der Regierung รคuรŸert, wird ganz einfach zum Staatsfeind, Demokratiefeind oder Verfassungsfeind erklรคrt. Sowohl die Meinungsfreiheit als auch die Demonstrationsfreiheit sind eigentlich im Grundgesetz verankert. Trotzdem erleben wir schon seit geraumer Zeit, dass es richtige und falsche Meinungen gibt, gute und schlechte Grรผnde, seinen Unmut auf die StraรŸe zu tragen. Klar, man kann ja immer noch seine Meinung sagen, aber das kann eben Konsequenzen mit sich bringen. Sei es ein Outing an der Uni oder in der Nachbarschaft, eine Kรผndigung oder eben die namentliche Erwรคhnung im Verfassungsschutzbericht.

Der Staatsapparat wird immer weiter aufgeblรคht und ausgeweitet. Und am Ende tragen nicht die Politiker Schuld an den Sanktionen gegen Russland und den steigenden Staatsabgaben, die sie verantwortet haben, sondern jene Bรผrger, Parteien und Bewegungen, die diese Vorgรคnge kritisieren. 

ABOS

Bรผcher

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