Die Welt, in der wir leben, wird bekanntlich von Woche zu Woche absurder. Besonders gut spiegelt dies die Berichterstattung des รถffentlich-rechtlichen Rundfunks wider, fรผr den wir nach Wunschvorstellung der ARD kรผnftig noch mehr, nรคmlich 25 Euronen, hinlegen sollen. Dafรผr bekommen wir ja schlieรlich auch Journalismus de luxe. Ebendas bewies kรผrzlich erst ein Artikel in der โTagesschauโ รผber einen neuen Gesetzesentwurf der grรผnen Bundesfamilienministerin:
โBundesfamilienministerin Lisa Paus will mit dem sogenannten Familienstartzeitgesetz eine gerechtere Verteilung der Kinderbetreuung und Hausarbeit stรคrken. Der Partner oder die Partnerin der entbindenden Person soll kรผnftig zwei Wochen nach der Geburt freigestellt werden.โ
Demnach sollen Vรคter, und ja, in meiner heteronormativen Weltsicht gehe ich von einer Familie bestehend aus Mutter, Vater und Kindern und nicht von Elternteil eins und zwei aus, nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes eine zehntรคgige bezahlte Freistellung erhalten, um ihre Partnerin zu entlasten und bei der Betreuung des Neugeborenen zu unterstรผtzen. An sich also eigentlich mal ein sinnvoller Vorschlag, nach all dem, was uns mit Wรคrmepumpen oder Selbstbestimmung in den letzten Wochen sonst so seitens der Regierung vorgesetzt wurde.
Interessant ist an dieser Stelle jedoch nicht etwa das Gesetz selbst, sondern eher die zwangsfinanzierte Berichterstattung รผber ebendieses. Im gesamten Artikel nรคmlich war weder die Rede von Mรผttern, noch von Frauen. Stattdessen wurden Mรผtter zu โentbindendenโ oder โgebรคrendenโ Personen, unmittelbar nachdem sie wohl das Magischste รผberhaupt vollbracht, nรคmlich einem neuen Menschen das Leben geschenkt haben. Die โBildโ-Zeitung fragte kurz darauf nach, ob dieser Terminus im Gesetzesentwurf vorkomme oder ob die ARD den Begriff eigenstรคndig gewรคhlt habe. Und siehe da, oh Wunder, oh Wunder, unsere GEZ-Gebรผhren bei der Arbeit enttรคuschen uns womรถglich nie. Die โentbindende Personโ, wie es in der โTagesschauโ zu lesen war, stammte selbstverstรคndlich aus der Feder eines รRR- Journalisten, um laut Aussage der โTagesschauโ niemanden zu diskriminieren.

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Wer genau durch den korrekten Begriff, nรคmlich โMutterโ, diskriminiert wรผrde, blieb auch nach Rรผckfrage der โBildโ unbeantwortet. Nachdem das Bundesfamilienministerium jedoch beteuerte, dass im Gesetzesentwurf nicht von โgebรคrenden Personenโ die Rede sei und auch in den sozialen Netzwerken die Diskussion losbrach, รคnderte die โTagesschauโ klammheimlich ihren Artikel und ernannte jene Personengruppe wieder zu Mรผttern.
An sich kรถnnte man jetzt meinen, das Ganze sei Wortklauberei. Schlieรlich ging es ja vorrangig um einen Gesetzesentwurf, nicht aber um Mutterschaft als solche. Auffรคllig jedoch ist, dass still und heimlich der Begriff โFrauโ und alles, was mit ihm zu tun hat, aus dem รถffentlichen Sprachgebrauch gestrichen wird. Bei โFunkโ wird das weibliche Geschlechtsorgan zur โYoniโ (tantrischer Begriff) umgetauft, bei der ARD sprechen wir statt รผber Mรผtter รผber โgebรคrende Personenโ, und sรคmtliche Frauenschutzrรคume beherbergen inzwischen nicht mehr nur Frauen, sondern FLINTAs. Mรผtter und Frauen werden aus dem Sprachgebrauch verdrรคngt.
Aktuelle Zahlen aus dem Jahr 2022 zeigen, dass wohl auch immer weniger Frauen รผberhaupt erst zu Mรผttern werden mรถchten. Die Abtreibungsrate stieg im Vergleich zum Vorjahr (94.600) um fast zehn Prozent an und รผberschritt mit circa 104.000 Abtreibungen dicke die 100.000er-Marke. Eine Zahl, die entsetzen sollte, die aber in Zeiten von Inflation und damit verbundenen finanziellen Existenzkrisen sowie in einem Jahrtausend, in welchem die Tรถtung des eigenen Lebens im Mutterleib als postkoitale Verhรผtungsmethode angesehen wird, nicht weiter verwundert.
Da werden Frauen auch schnell einmal zu โMenschen mit Uterusโ oder zu โentbindenden Personenโ.

