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Die Rosa-Luxemburg-Stiftung

21. Mai 2024
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โ€žDie Rosa-Luxemburg-Stiftung ist ein Ort kritischer Analyse des gegenwรคrtigen Kapitalismus; ist ein Zentrum programmatischer Diskussion รผber einen zeitgemรครŸen Sozialismus, ein sozialistischer Think-Tank politiknaher Alternativenโ€œ, so beschreibt die Rosa-Luxemburg-Stiftung die eigene Tรคtigkeit auf ihrer Netzseite. โ€žSie versteht sich als Teil der geistigen Grundstrรถmung des demokratischen Sozialismusโ€œ, heiรŸt es weiter. Im Jahr 1990 wurde der sozialistische Verein โ€žGesellschaftsanalyse und politische Bildung e. V.โ€œ gegrรผndet. Zwei Jahre spรคter erklรคrte die PDS diesen zu ihrem bundesweiten parteinahen Verein. Seit dem Jahr 2000 gilt er offiziell als parteinahe Stiftung der Linken. Im gleichen Jahr bekam diese ihren heutigen Namen, โ€žRosa-Luxemburg-Stiftung Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e. V.โ€œ.
2003 schloss sie sich der โ€žGemeinsame[n] Erklรคrung zur staatlichen Finanzierung der Politischen Stiftungenโ€œ (1998) der anderen parteinahen Stiftungen an. Jene Erklรคrung lรคsst sich als eine Art der Selbstlegitimation der eigenen Arbeit beschreiben, die die horrend hohe Finanzierung aus Steuergeldern rechtfertigen soll.

Rosa Luxemburg ist Namenspatronin der parteinahen Stiftung der SED und soll als Mรคrtyrerin der sozialistischen Arbeiterbewegung gewissermaรŸen die Nรคhe der Linkspartei zum Proletariat und dem arbeitenden Volk unterstreichen. โ€žWir setzen uns ein fรผr die sozialen Rechte von Arbeiter*innen, Arbeitslosen, prekรคr Beschรคftigten, Kleinbรคuerinnen und -bauern, Landlosen, indigenen Gruppen, Frauen, Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung, Menschen mit besonderen Bedรผrfnissen, Migrant*innen und anderen Gruppen, die in unterschiedlicher Form von Ausbeutung, Diskriminierung und Rassismus betroffen sindโ€œ, so versucht die RLS zu untermauern, wie nahe sie dem vermeintlich โ€žkleinen Mannโ€œ steht und diesem zu helfen versucht. Im Jahr 2022 stand ihr dazu ein Gesamtbudget von รผber 78,1 Millionen Euro zur Verfรผgung. Etwa 77,8 Millionen davon kamen durch Zuwendungen aus Bund und Lรคndern, sprich aus der Tasche des bundesdeutschen Steuerzahlers. 2010 betrugen ihre staatlichen Subventionen noch 30,6 Millionen Euro.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Sitz in Berlin bรผndelt als Hauptstiftung die Arbeit der insgesamt 16 Landesableger. Im Jahr 2022 hatte die Stiftung 282 Mitarbeiter, darunter 58 Prozent Frauen und 42 Prozent Mรคnner. Insgesamt 17 Prozent ihrer Mitarbeiter hatten damals einen Migrationshintergrund, was die RLS in ihrem Jahresbericht stolz betonte. Fรผr diese 282 Mitarbeiter wendete sie รผber 24,5 Millionen Euro ihres Gesamtbudgets auf. Aktuell hat Heinz Bierbaum, der ehemalige Linken-Politiker und Prรคsident der Europรคischen Linken, den Vorsitz der Stiftung inne. Seine Stellvertreter sind die Thรผringer Landtagsabgeordnete Lena Saniye Gรผngรถr und der Bundestagsabgeordnete Jan Korte, die mit ihrer gleichzeitigen Tรคtigkeit im Parlament gegen das Neutralitรคtsgebot verstoรŸen.

Die Stiftung ist sowohl im Inland als auch in รผber 80 anderen Lรคndern weltweit tรคtig, wo sie mit Partnerorganisationen oder anderen politischen Akteuren zusammenarbeitet. Von ihren fast 49 Millionen Euro an jรคhrlichen Fachausgaben flossen 68,13 Prozent in Auslandsprojekte. Insgesamt verfรผgt sie รผber mehr als 20 Regional- und Lรคnderbรผros, unter anderem in New York, Buenos Aires, Tunis, Genf, Daressalam, Johannesburg, Beirut, Tel Aviv, Ramallah, Moskau, Kiew et cetera. โ€žMit unserer Arbeit stรคrken wir emanzipatorische politische Krรคfteโ€œ, geht es auf der Webseite weiter.

Zu den wesentlichen Themen und Aufklรคrungsbereichen der Stiftung gehรถren Klimagerechtigkeit, Antifaschismus und der damit einhergehende Kampf gegen Antisemitismus und gegen den europaweiten vermeintlichen โ€žRechtsruckโ€œ, Feminismus, globale Kriege, Pazifismus und Antimilitarismus, ebenso soziale Gerechtigkeit, Wohnungsnot, Armut und Migration. Um diese Themen zu beackern, schreibt die Stiftung jรคhrlich Projektfรถrderungen fรผr Einzelpersonen und Organisationen aus. Unterstรผtzt wurde im Jahr 2022 zum Beispiel das Festival โ€žRage against Abschiebungโ€œ in Mรผnchen mit 800 Euro, die Themenwerkstatt โ€žWohnen und Gender: warum die Berliner Wohnungskrise ein feministisches Anliegen istโ€œ mit 1.200 Euro, โ€žQueer Area โ€“ Queeres StraรŸenfest 1.0โ€œ in Leipzig mit 1.750 Euro oder das Jahresmagazin des Sรคchsischen Flรผchtlingsrats mit 2.000 Euro.

Zusรคtzlich organisiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung jรคhrlich rund 2.000 Veranstaltungen. Aktuell fallen darunter ein Workshop zur Einfรผhrung in die Kapitalismuskritik mit dem Titel โ€žWarum ist vieles so scheiรŸe?โ€œ, eine Diskussionsrunde zur EU-Wahl unter dem Motto โ€žDie Bedrohung durch die Extremen Rechten ist realโ€œ, ein Vortrag รผber die Geschichte der โ€žroten Helfer*innenโ€œ oder eine weitere Diskussionsrunde รผber klimagerechtes Wohnen. Zusรคtzlich erscheinen regelmรครŸig Dossiers und Publikationen, beispielsweise รผber โ€žFeminismus von Linksโ€œ, den Krieg in der Ukraine, Einwanderung und Einbรผrgerung, die โ€žVerteilungskriseโ€œ in Zeiten der Inflation oder รผber โ€žfeministisches Vergesellschaftenโ€œ.

Ein weiterer wichtiger Teil der Stiftungsarbeit bezieht sich auf die politische Nachwuchsfรถrderung. รœber ein Viertel der jรคhrlichen Fachausgaben floss im Jahr 2022 in die Unterstรผtzung der etwa 1.100 Stipendiaten. Zur weiteren Nachwuchsunterstรผtzung sind an unterschiedlichen Studienstandorten Vertrauensdozenten aktiv, wie der Professor fรผr Migration und Diversity im Studiengang Soziale Arbeit, Zรผlfukar ร‡etin, an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) oder der Soziologieprofessor Serhat Karakayali, welcher zugleich Leiter der Abteilung โ€žMigrationโ€œ am Deutschen Zentrum fรผr Integrations- und Migrationsforschung ist.

Obwohl sich die Fraktion der Linken im Bundestag seit der Grรผndung des โ€žBรผndnisses Sahra Wagenknechtโ€œ Ende des letzten Jahres aufgespalten hat und die Linke in den Umfragen weit unter die Fรผnf-Prozent-Hรผrde gerutscht ist, scheint die Rosa-Luxemburg-Stiftung davon eher unbeeindruckt. Fakt ist, dass sie weder mit ihrer Projektfรถrderung noch mit ihrer kommunistisch-nostalgischen ร„sthetik und Farbgebung einen Hehl aus ihrer Nรคhe zum Antifaschismus und Linksextremismus macht.

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