Der heutige Tag wird wird, neben dem mittlerweile gewohnten Corona-Lamento รผber Maรnahmen und Fallzahlen, von einer Schlagzeile beherrscht: Hanau.
Vor genau einem Jahr erschoss Tobias Rathjen vier Menschen in einer Bar in der Hanauer Innenstadt, vier weitere in einem Kiosk und anschlieรend einen Autofahrer. Nach dem Massaker floh er in sein Elternhaus, ermordete seine Mutter und richtete sich anschlieรend selbst.
Weil neun der Opfer einen Migrationshintergrund haben und Rathjen eben nicht, weil er darรผber hinaus rassistischen Wahnvorstellungen anhing, prรคdestiniert sich dieser Amoklauf zum politischen und gesellschaftlichen Fanal.
Seit einem Jahr wird mit aller Macht das Narrativ des rechten Terroranschlags bestรคrkt. Dass es sich bei Tobias Rathjen in Wirklichkeit um den psychisch labilen Einzeltรคter handelte, den die Linken sonst in jedem muslimischen Terroristen sehen, interessiert keinen.
Es interessiert die Hinterbliebenen nicht, was im Angesicht des grausamen Verlustes ihrer Angehรถrigen verstรคndlich ist, es interessiert den Mainstream aus Journalisten und Politikern nicht, weil Differenzierung in ihren Berufen nur hinderlich ist und vor allem interessiert es die linksextremen Agitatoren nicht, die seit der Bluttat mit Parolen wie #saytheirnames dem nichtmigrantischen Teil der deutschen Bevรถlkerung unterstellen, dass sie kein Interesse an toten Migranten hรคtten.
Wenn der Bundesprรคsident also heute in Hanau sprechen wird, dann in dem fรผr ihn so typischen Sermon des gegeiรelten Deutschen, der qua seiner Abstammung und Herkunft so etwas wie eine Mitverantwortung fรผr den Amoklauf habe.
Man kann gegen so einen Vorgang schwerlich anschreiben – und vielleicht sollte man das auch gar nicht erst versuchen. Wer differenzierte Darstellungen der Tat und des Tรคters sucht, der wird sie finden. Alle anderen haben ihr Narrativ.
Deswegen noch eine Meldung, die in einer anderen Zeit und unter anderen Umstรคnden die heutige Schlagzeile gewesen wรคre: Der Forschungsroboter โPerseveranceโ, zu deutsch โDurchhaltevermรถgenโ, ist sicher auf dem Mars gelandet.
Der rund ein Tonnen schwere Rover der NASA war im Juli vergangenen Jahres vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartet. Das Fahrzeug, dass etwa so groร ist wie ein Kleinwagen, wird Aufnahmen von der Oberflรคche des roten Planeten machen und Proben nehmen.
Auรerdem verfรผgt Perseverance รผber Mikrofone. Wir werden sie jetzt also endlich hรถren, die unendliche Stille einer neuen Welt.

