Was ist eigentlich Propaganda und was genau bezweckt sie? Zu diesen und vielen weiteren Fragen haben wir erst kürzlich ein sehr lesenswertes Buch veröffentlicht. Die Schwierigkeit im Umgang mit diesem Thema liegt dabei in der negativen Aufladung des Begriffs an sich. Kein politischer Akteur würde heute offen heraus zugeben, Propaganda zu betreiben – und doch tut er es. Nicht nur das: Propaganda als bloßes Werben für die eigene Position oder als gezielte Diskreditierung der gegnerischen Sache ist im politischen Bereich unentbehrlich, ganz unabhängig von der Staatsform oder der Epoche.
Es scheint allerdings so, als habe die Moderne der Propaganda eine weitere Funktion angetragen, die diese zuvor nicht erfüllen musste, nämlich die bewusste Verzerrung der Realität, die zwangsläufig in einer Erniedrigung des Adressaten eben jener Propaganda münden muss. Um meinen Punkt zu unterstreichen, sollen hier zunächst ein paar Beispiele „klassischer“ Propaganda aufgeführt werden:
1.) Für die eigene Sache
Der „Augustus von Primaporta“, die wohl beeindruckendste und bekannteste Darstellung eines römischen Kaisers. Der römische Senat gab die Statue um 20 v. Chr. als Bronzeguss in Auftrag, die Marmorkopie hat sich glücklicherweise bis heute erhalten. „Augustus“, der Erhabene – das ist der passende Titel für Gaius Octavius, der als Sieger aus den verheerenden Bürgerkriegen hervorging und das römische Reich neu ordnete. Obwohl er zum Zeitpunkt der Anfertigung der Statue schon um die 40 war, bildet diese den „Imperator Caesar“ als jugendlichen Führer ab. Die zahlreichen Darstellungen auf seinem reich verzierten Brustpanzer symbolisieren in vielfacher Weise seine Erfolge, seine Macht und die im gewogenen Götter ab.

Das Werbeplakat der US-amerikanischen Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg stellt ganz klar den heroischen Charakter der eigenen Flieger in den Vordergrund. Stil, Elemente und Komposition erhöhen den jungen Helden zu einem regelrechten Gott. Interessante Randnotiz: Im Gegensatz zu deutschen Propagandaplakaten der Weltkriege blenden die angelsächsischen Gegenstücke fast immer das fatale Thema des Opfertodes aus.

2.) Gegen die Sache des Feindes
Dieses US-amerikanische Plakat aus dem Ersten Weltkrieg zeichnet den deutschen Feind als barbarischen Affen. Diese Entstellung richtet sich in erster Linie gegen den Feind, in zweiter Linie unterstreicht sie den Sinn des eigenen Handelns – in diesem Falle also den Kriegseinsatz der Vereinigten Staaten in Europa.

„Der schwarze Kanal“ war eine Sendung im DDR-Fernsehen, deren Inhalt sich darin erschöpfte, echte oder angebliche Missstände in der Bundesrepublik anzuprangern. Die Einblendung des stilisierten Bundesadlers mit der Reichsbinde zu Beginn der Sendung markierte dabei ein Feindbild, auf das die DDR-Propaganda gerne zurückgriff: ein faschistisches Westdeutschland, dessen demokratisches System nur Fassade wäre.
Diese vier Beispiele stehen exemplarisch für klassische Propaganda, zu der sich erschöpfend viel schreiben lässt, die sich im Kern aber immer auf ein „dafür“ oder „dagegen“ reduziert. Die Propaganda der Bundesrepublik, ob sie nun „für die Energiewende“ wirbt oder sich „gegen rechts“ stellt, fällt in dieser Einordnung nicht aus dem klassischen Schema.
Neu, befremdlich und schwer zu fassen ist hingegen die Tendenz, offene Missstände propagandistisch anzusprechen, aber dabei die Tatsachen auf eine absurde Art und Weise zu verdrehen. Ich habe das schon mal in der Vergangenheit angesprochen, aber augenscheinlich wird das derzeit mit einer neuen Kampagne, die sich öffentlichkeitswirksam gegen die sexuellen Übergriffe in Schwimmbädern richtet.
Ja, Sie sehen richtig, lieber Leser: Links grabscht eine fette Rothaarige einem braunen Menschen mit Beinprothese an den Arsch, rechts vergisst eine feiste Weißhaut an der Damenumkleide zu klopfen. Kommentiert wird das ganze von einer Schildkröte mit Schwimmärmchen, weil der Grafiker anscheinend der Meinung ist, dass die unfreiwilligen Begutachter seiner Plakate gehirnamputierte Vollspastis sind. Bevor die sich überhaupt fragen können, was das soll, erklärt ihnen die „Tagesschau“ im einfühlsamen Neusprech, was es mit „Tiki“ der Anti-Belästigungsschildkröte auf sich hat:
„In einem Freibad in Büren in Nordrhein-Westfalen ist ein Projekt entstanden, um Kinder und Badepersonal bei möglichen Fällen von sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren. Sollte es Vorfälle geben, können sich die Kinder mit dem Codewort ‚Tiki‘ direkt bei den Bademeister:innen melden. Die Kampagne soll auch mutmaßliche Täter:innen abschrecken.“
Wir alle wissen, wer die maßgeblichen Treiber dieser gesellschaftlichen Verrohungstendenz sind. Wir wissen das bereits seit Jahren, denn die „Freibadsaison“ ist mittlerweile ein fest etablierter Euphemismus für sich zusammenrottende Migrantenbanden, die in Bädern und an Seen Jagd auf vornehmlich deutsches Freiwild machen. Masse, Krach, Gewalt. Als Oppositioneller kommt man hier schwer um das Bild des Barbaren herum – und warum sollte man das auch umschiffen? Die muslimisch-arabischen Männerhorden produzieren von ganz alleine einen so eklatanten Kontrast zu ihrer Umgebung, dass jedes Foto und Video von solchen Vorfällen für sich selbst spricht.
Das wissen natürlich auch jene, die uns das einerseits eingebrockt haben und andererseits über die Macht und die Mittel verfügen, eine ganz andere Erzählung zu propagieren. Diese Erzählung wird nicht nur immer dadaistischer, weil sie sich immer stärker von der tatsächlichen und wahrgenommenen Realität entfernt. In ihrem bewusst infantil und effeminiert gehaltenen Stil nimmt sich die Elite der späten Bundesrepublik selbst jedes bisschen Ernst und Würde. Mit oder ohne Spitzentemperaturen gleicht dieses Land mehr und mehr einer Irrenanstalt. Mit „Tiki“, der lustigen Schildkröte. Und einem Schwimmbecken. Tun Sie sich einen Gefallen, lieber Leser: Springen sie da nicht rein!

