Dass Auslรคnder in Deutschland gemessen an ihrem Anteil an der Bevรถlkerung deutlich krimineller sind, ist keine neue Nachricht. Doch wie sieht das eigentlich aus, sobald sie den deutschen Pass erhalten? Wรคhrend andere Staaten wie Dรคnemark hierzu bereits ausfรผhrliche Studien vorlegen kรถnnen, fehlt es in Deutschland bisher schlichtweg an der (รถffentlichen) Datenlage. Die Polizeiliche Kriminalstatistik unterscheidet lediglich zwischen Verdรคchtigen mit deutscher Staatsbรผrgerschaft und auslรคndischen Verdรคchtigen.
Das mรถchte der NRW-Innenminister Reul (CDU) nun fรผr sein Bundesland รคndern. Per Ministerialerlass sollen zukรผnftig in der Polizeilichen Kriminalstatistik fรผr Nordrhein-Westfalen alle Nationalitรคten der Tatverdรคchtigen und ihrer Opfer aufgelistet werden. Dies ermรถglicht eine genauere Auswertung des Kriminalitรคtsgeschehens. Laut Reul sei das auch bitter nรถtig, denn:
โWir haben einen Vertrauensverlust in den Staat, der ist dramatisch.โ
Eine solch klare Feststellung aus dem Mund des Innenministers รผberrascht. Bisher musste man beim Treffen solcher Aussagen aufpassen, nicht von der Verfassungsschutzbehรถrde ebenjenes Ministers der sogenannten โdemokratiefeindlichen und/oder sicherheitsrelevanten Delegitimierung des Staatesโ bezichtigt zu werden. Von nun an kann man sich also getrost auf ihn als Quelle berufen. Doch was sagen die Daten aus Dรคnemark (1.), kann Reul Vertrauen in den Staat schaffen (2.) und damit das Sicherheitsproblem lรถsen (3.)?
1. Ist etwas faul im Staate Dรคnemark?
Dรคnemark wird sozialdemokratisch regiert. Doch wรคhrend die deutschen Sozialdemokraten unter dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem โMehr fรผr alleโ warben, ist man im Norden anders gestrickt. Die dรคnische Sozialdemokratin Mette Frederiksen rief 2019 im Wahlkampf die โNullvisionโ aus; und entschied mit ihrem erklรคrten Ziel von null Asylbewerbern die Wahlen fรผr sich. Kein Wunder also, dass gerade aus diesem Land nun ausfรผhrliche Zahlen zur Kriminalitรคt von Migranten vorliegen.
Und hier bestรคtigt sich zunรคchst das Bild, das die uns bekannte Kriminalstatistik bereits zu Auslรคnderkriminalitรคt aufzeigt:
โMigranten der ersten und zweiten Generation sind in Dรคnemark รผberproportional hรคufig strafrechtlich verurteilt.โ
Auch sind es besonders die Deliktfelder Vergewaltigung, Raub und schwere Gewalt, in denen Migranten erster und zweiter Generation deutlich รผberproportional verurteilt wurden. Gleichzeitig deuten die Zahlen auch darauf hin, dass die Herkunft der Migranten eine Rolle spielt. Weisen westliche Migranten und ihre Nachkommen mit den einheimischen Dรคnen vergleichbare Verurteilungsraten auf, sieht dies bei nicht-westlichen Migranten und ihren Nachkommen drastisch anders aus. So wurde jeder vierte nicht-westliche mรคnnliche Migrant bis zu seinem 24. Geburtstag mindestens einmal verurteilt. Unter den Dรคnen ist es lediglich jeder zehnte Mann.

Eine dรคnische Pilotstudie bestรคtigt diese Daten mit Blick auf Palรคstinenser. 1992 entschied man sich, 321 eigentlich abgelehnten Asylbewerbern einen Aufenthaltsstatus zu verleihen unter der Bedingung, dass ihre Entwicklung in Dรคnemark in den nรคchsten 25 Jahren beobachtet wurde. Das ernรผchternde Ergebnis: Nach 25 Jahren lebten zwei Drittel von ihnen von Sozialleistungen und ebenso viele sind in der Zeit straffรคllig geworden. Insgesamt bekamen die Palรคstinenser 999 Kinder, von denen ebenfalls ein Drittel innerhalb des bisherigen Studienzeitraums straffรคllig geworden ist; und das, obwohl sie deutlich weniger Zeit hatten, straffรคllig zu werden.
2. Schafft Transparenz Vertrauen?
Die dรคnischen Zahlen legen somit nahe, dass erhรถhte Kriminalitรคt kein Problem ist, welches sich durch die Verleihung einer Staatsbรผrgerschaft oder einen lรคngeren Aufenthalt im Land lรถsen lรคsst. Auรer natรผrlich, man weist die Daten dazu gar nicht erst aus. Dann kann man auch weiter Studien erstellen lassen und wie die รffentlich-Rechtlichen behaupten:
โMigration steigert laut Studie nicht die Kriminalitรคtโ.
Doch weder das Nichterfassen des Migrationshintergrundes noch statistische Tricksereien dรผrften das Sicherheitsempfinden der Bรผrger erhรถhen. Immerhin sehen sich diese tรคglich mit der Realitรคt im รถffentlichen Raum konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist es nur allzu verstรคndlich, dass sich laut Innenminister Reul viele Menschen denken:
โDie sagen uns nicht die ganze Wahrheit.โ
Fรผr diese Feststellung haben die selbsternannten demokratischen Parteien im vergangenen Jahrzehnt auch einiges getan. Seit Merkels โWir schaffen dasโ kam die Kritik an den negativen Auswirkungen des massenhaften Zustroms Fremder fast ausschlieรlich von der AfD. Wer auf die mess- und erfahrbaren Tatsachen hinwies, wurde als rechtsextrem markiert oder gleich wegen Volksverhetzung verurteilt. Medien und Politiker prรคsentierten ein Bild von den Auswirkungen der Migration, welches den realen Erfahrungen auf der Straรe diametral entgegenstand.
Dagegen richtet sich die nun eingefรผhrte Transparenz-Offensive. Ob diese tatsรคchlich etwas an der Einstellung im Volk รคndern wird, lรคsst sich jedoch bezweifeln. Warum sollte der Beleg fรผr noch negativere Auswirkungen der Migrationspolitik als bisher vermutet Vertrauen in die Parteien schaffen, die fรผr diese Lage verantwortlich sind? Weil sie immerhin so ehrlich waren, es uns nun auch offen mitzuteilen?
3. Deutschland ist (un)sicher
Und da sind wir bei der Krux des ganzen politischen Aktionismus: Die bald verรถffentlichten Zahlen machen Deutschland nicht sicherer, sie dรผrften lediglich die Lage verdeutlichen, in die uns die Politik der vergangenen Jahrzehnte manรถvriert hat. Dass uns das dann schwarz auf weiร vorliegt, verdient kein Lob, sondern vielmehr die Frage, warum es รผberhaupt so weit kommen musste.


Etwas merkwรผrdig an der Statistik finde ich die Auswahl ausgerechnet der Palรคstinenser, denn hier mรผรte man (zumindest in der BRD und sicher auch in Dรคnemark – welches 2003 den Irak รผberfallen hat) noch berรผcksichtigen, ob es sich um richtige Straftaten handelte oder ob sie nur wegen der Kritik an den Vรถlkermordverbrechen „Israels“ oder wegen Vorgehens gegen die Befรผrworter dieses Vรถlkermordes strafrechtlich und damit politisch verfolgt wurden – und deswegen aus der Statistik herausgerechnet werden mรผรten.
Selbst wenn es so wรคre, was ich bei einem groรen Teil der Straftรคter bezweifle, รคndert es nichts daran, dass diese verurteilten Auslรคnder sich nicht an geltendes Recht gehalten haben und damit kriminell geworden sind. Wenn die sich an Gesetze in ihrer Wahlheimat nicht halten kรถnnen oder wollen, sollen sie woanders hingehen.