Nationalstolz gilt in Deutschland im Jahr 2025 als brandgefährlich, wenn nicht sogar als extremistisch. Das lässt sich zumindest anhand der Reaktionen der Behörden und etablierten Politiker auf die „Geschehnisse“ der letzten Wochen ableiten. Im Sauerland sorgte eine Fahnenaktion mehrerer Unbekannter Mitte Oktober für mächtig Aufsehen. Über Nacht hissten sie in der 6.000-Seelen-Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde über 40 Deutschlandfahnen. Eine davon wurde zusammen mit einem Schild mit der Aufschrift „Nationalstolz ist kein Verbrechen“ an einem Funkturm angebracht. Dafür habe sich die Gruppe demnach Zutritt zu einem Privatgrundstück verschafft, also womöglich Hausfriedensbruch begangen.
Weil sowohl die lokale Bürgermeisterin Birgit Tupat (parteilos, unterstützt von der CDU) als auch die Polizei einen rechten Hintergrund vermutete, ermittelt seither der Staatsschutz. Tupat ließ die Fahnen kurzerhand abhängen und stellte klar, dass sie keinerlei rechte Aktionen in ihrer Gemeinde dulde. Da sowohl die Aktion an sich als auch das Vorgehen der Bürgermeisterin deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte, sah sich die besagte Dame infolgedessen einem medialen Shitstorm ausgesetzt. Manch einer bezeichnete sie aufgrund ihrer Reaktion als „Deutschlandhasserin“, was sie als unfair und verletzend empfand.
„Die Fahne ist ein Symbol der freiheitlich demokratischen Grundordnung für mich. Wenn sie missbraucht wird, egal für welche Gedanken, dann ist das nicht in Ordnung.“
Im Umkehrschluss heißt das also, dass nur die richtigen Deutschen im Jahr 2025 stolz auf ihre Nationalfarben sein dürfen. Wenn die Falschen die Fahnen hissen, wird es als rechtes Politikum gewertet und der Staatsschutz ermittelt. Sieh an.
Nachdem die erste Fahnenaktion viral ging, legte kürzlich eine weitere Gruppe Unbekannter im siegerländischen Hilchenbach nach und hängte vergangene Woche bewaffnet mit Kabelbindern und den Nationalfarben mehrere Dutzend Fahnen an Straßen, Tankstellen sowie vor Räumlichkeiten der örtlichen Feuerwehr auf. Die Polizei sucht nach Zeugen. Der Staatsschutz wurde auch hier über die Vorgänge informiert.
Auch andernorts haben sich patriotische Bürger an der Kampagne, die in den sozialen Medien inzwischen unter „Hiss die Flagge“ läuft, beteiligt und eigenständig Fahnen auf ihren Privatgrundstücken oder an öffentlichen Plätzen gehisst. In Düsseldorf ermittelt ebenfalls der Staatsschutz, da auffällig viele Deutschlandfahnen im Stadtbild auftauchten.
In diesem Kontext wirkt es auch nicht verwunderlich, dass am vergangenen Dienstag wieder einmal einem identitären Aktivisten die Tür eingetreten beziehungsweise mit einem Rammbock eingeschlagen wurde wegen einer Deutschlandfahnen-Aktion zum Stolzmonat im vergangenen Juni. Weil die Aktivisten damals im Schlosspark in Karlsruhe ein riesiges schwarz-rot-goldenes Banner entrollten und dazu Rauchtöpfe zündeten, ermitteln die Behörden nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Ein Verstoß, der im Regelfall als Ordnungswidrigkeit gewertet wird, verleitet die Behörden also dazu, morgens um 7 Uhr mit 20 Beamten eine Wohnung zu stürmen. Wer seine Heimat liebt, wird heutzutage kriminalisiert und gerät nur allzu leicht ins Visier des Staats- oder Verfassungsschutzes.

