Bildvorlage: Bundesarchiv, CC BY SA 4.0; nachbearbeitet mit KI

„Wir sehen uns in Walhalla!“ – Der letzte Funkspruch des Major Ehrler

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Am 4. April 1945 ging beim hochdekorierten Jagdflieger Theodor Weißenberger ein Funkspruch mit folgenden Worten ein: „Theo, Heinrich hier! Habe zwei Bomber abgeschossen; Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, sehen uns in Walhalla.“ Sein langjähriger Freund und Kamerad, der Jagdflieger Heinrich Ehrler, war beim Rückzug des Geschwaders ausgeschert und hatte in Richtung Feind gewendet. Dort rammte er einen B-24-Bomber und brachte ihn und sich selbst damit zum Absturz. Was Weißenberger in dieser Sekunde durch den Kopf gegangen sein mag, als sein Freund sich verabschiedete, ist kaum vorstellbar. Noch weniger vorstellbar ist, was Ehrler da gerade tat. Es handelte sich bei Major Heinrich Ehrler nicht um irgendeinen Jagdflieger, sondern nach dem Ende des Krieges, den er nicht mehr erleben sollte, um den 13. erfolgreichsten deutschen Jagdflieger (208 Luftsiege). Sein Freund Weißenberger, im Rang eines Oberstleutnants sein direkter Vorgesetzter, erreichte ebenfalls 208 Luftsiege. Auch wenn die Aufzeichnungen hier schweigen, wird Ehrler zum Zeitpunkt seines letzten Angriffs noch vor Weißenberger gelegen haben, der bis zum Ende des Weltkrieges im Mai weitergekämpft hatte.

Wie herausragend die deutschen Fliegerasse waren, wird vor allem im internationalen Vergleich deutlich: Der beste Brite, James Edgar Johnson, erreichte 38 Luftsiege. Der beste Franzose, Pierre Clostermann, elsässischer Herkunft und mit „deutschem“ Namen, erreichte 33 Luftsiege. Major Richard Bong führt die Bestenliste für die US-Amerikaner mit 40 Abschüssen an. Bester Jagdflieger aufseiten der Alliierten wurde Iwan Nikitowitsch Koschedub mit 62 Luftsiegen. Damit wäre der beste alliierte Jagdflieger aufseiten der Deutschen nur auf Platz 63 gelandet. Unangefochten an der Spitze steht der beste Jagdflieger aller Zeiten, Erich Hartmann, mit 352 Abschüssen. Die Biografie „Holt Hartmann vom Himmel“ ist eines der beeindruckendsten Zeugnisse deutscher Fliegerkunst und mittlerweile in der 60. Auflage erschienen.

Kommen wir zurück zu Ehrler. Selbstopferungen von Soldaten sind retrospektiv oftmals schwer zu begreifen. Zu hoch wird heute – in einer lang andauernden Friedensperiode – das eigene Leben im Vergleich zu immateriellen Werten gesehen. In der Yukio-Mishima-Ausgabe der KRAUTZONE wurde das Ende des japanischen Nationalisten genau auf diese Frage hin beleuchtet. Mishima hatte bei einer Putsch-Inszenierung im Jahr 1970 Seppuku begangen, was gerade bei US-Amerikanern auf Unverständnis gestoßen war. Ein guter Freund Mishimas wünschte sich, dass er doch irgendwo die Diagnose einer tödlichen Krankheit finden würde, um dieses selbstgewählte Ableben erklären zu können. Ähnlich ist es heute bei Ehrler: Die jährlichen Erinnerungen zu seinem Todestag in den sozialen Medien sorgen für Anerkennung bei jenen jungen Männern, die „unter Temperaturerhöhungen“ leiden, wie Ernst Jünger einmal schrieb – gleichermaßen aber auch für viel Unverständnis bei „Normies“ oder Deutschen mit wenig militärischem Bewusstsein. Es werden Vermutungen aufgestellt, dass sein Treibstoff verbraucht gewesen sei und er den Heimflug nicht geschafft hätte; möglicherweise soll sein Flugzeug beschädigt gewesen sein.

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  1. In Verbindung mit der erwünschten Kriegstüchtigkeit gibt es auch schon wieder lobende Stimmen zur „Selbstopferung“. Allerdings gelang es Politik und Medien bislang nicht, das überalterte deutsche Konsumentenheer ausreichend zu motivieren. Das ist auch gut so. Eine „Selbstopferung“ würde heute nur noch fremden politischen und wirtschaftlichen Interessen dienen und sollte sich auf den eigenen wirtschaftlichen Niedergang beschränken.

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