Nettigkeiten von Anetta

2. Februar 2022
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โ€žFinkelstein ist wichtig fรผr den Kulturkampf von rechts.โ€œ (…) โ€žfรผr die extrem rechte Mobilmachung, Propaganda und im Kampf um die Meinungshoheit von unschรคtzbarem Wertโ€œ (…) โ€žnicht irgendein rechtsalternativer Medien-Aktivistโ€œ… Wow. Nein, alles gut, ich habโ€˜ nur was im Auge. Das ist ja das Netteste, was seit Beginn meiner YouTube-Karriere irgendjemand รผber mich gesagt hat.

Gut, ein paar Ecken und Kanten hatte dieser Liebesbrief dann doch, den ein Autor der Amadeu Antonio Stiftung unter der Leitung von Anetta Kahane im Verlauf der letzten Tage und Wochen in die Tasten gehackt hat. Zum Beispiel, als von meinem โ€žselbstgefรคlligen Genรถleโ€œ, โ€žGejammerโ€œ und โ€žpseudointellektuellen, menschenfeindlichen Dummgeschwรคtzโ€œ die Rede war oder etwa davon, dass es sich bei meinem wรถchentlichen Podcast um โ€žmehrstรผndige verbale Folterโ€œ handle, schimmerte schon eine gewisse Zwiespรคltigkeit in der Einstellung des Verfassers zu meiner Person durch, welche allerdings, eingebettet in solch sรผรŸe Tรถne, dem Wohlgeschmack nur noch mehr Komplexitรคt verlieh – so wie eine Prise Salz einer edlen Schokolade.

Dann stellte sich auch noch heraus, dass die lieblichen Worte mit einer zwar kleineren, aber dennoch symboltrรคchtigen Finanzspritze von einem US-Dollar verknรผpft gewesen sein kรถnnten. Reine MutmaรŸung, aber es verdutzte mich schon etwas, wie nicht nur ein AAS-Journalist just in dem Moment, als jemand, der sich โ€žAdolf Hitlerโ€œ nannte, einen vรถllig aus dem Muster unserer sonstigen Spendennachrichten fallenden Superchat รผber โ€žneue Kreuzzรผgeโ€œ ablieรŸ, zum Screenshotten bereit vor dem Rechner saรŸ, sondern auch noch dieser Superchat von einer PayPal-Adresse aus gesendet wurde, die im gesamten zweieinhalbjรคhrigen Bestehen des Podcasts noch nie zuvor an uns gespendet hatte. Eine anonyme Rose im Briefkasten, wenn man so will.

Doch die Kontaktaufnahme hatte, neben dieser knisternden Aura des Mysteriรถsen, auch eine, wahrscheinlich unbeabsichtigte, Schattenseite: Wohl liebevoll gemeinte Neckereien รผber meine berufliche Vergangenheit als โ€žgescheiterter Grungemusiker aus NRWโ€œ, dem zu wรผnschen gewesen wรคre, โ€ždoch zumindest ein kleines bisschen Erfolg mit seiner Musik zu habenโ€œ, da dem Internet so meine abstoรŸende Prรคsenz als Kommentator mรถglicherweise erspart geblieben wรคre, gaben mir schon leichte Stalker-Vibes. Aber nichts fรผr ungut, denn wir wissen alle: Genug Aggressivitรคt an den Tag zu legen, um Neugier zu wecken, aber nicht so viel, dass man das Objekt der Begierde verschreckt, kann ein echter Drahtseilakt sein. Trotzdem hoffe ich doch, dass das Augenpaar, das mir auf dem Weg zum Bรคcker ab und an aus dem Rhododendronbusch zuzwinkert, einer streunenden Katze gehรถrt.

Ich nehme diese Aufforderung zum ersten Date also an, rechne aber nicht mit mehrstรผndiger verbaler Folter direkt nach dem ersten Abendessen. Ich bin nicht so ein Hetzer. Ich bin, wie Du sehr richtig schreibst, โ€žKolumnist beim extrem rechten Krautzone-Magazinโ€œ, und wir haben Standards. Daher auch hier noch mal die Einladung: Du schreibst von meiner โ€žFeigheit, aus der Anonymitรคt heraus gegen andere zu hetzenโ€œ, Du spottest darรผber, wie ich mein Gesicht in Interviews verdecke. Du hast die Mรถglichkeit, das ein fรผr alle Mal zu รคndern: Schreib eine Mail an ho*******@********il.com, liebe โ€žSamiraโ€œ von โ€žBelltower.Newsโ€œ, die ihr Gesicht genauso wenig preisgibt wie ich das (zumindest aktuelle) meinige, und wir gehen nรคchsten Sonntag um 18 Uhr in der โ€žHonigwabeโ€œ zusammen live.

Die einzige Bedingung: Wir beide mit Facecam. Keine Kartoffel, einigermaรŸen vernรผnftige Qualitรคt. Noch wortwรถrtlicher kann man doch eigentlich keine โ€žNazis entlarvenโ€œ, oder? Bisher warte ich nรคmlich noch auf Deine E-Mail, mittlerweile seit drei Tagen, und das, obwohl Euch mein Angebot in Videoform auf Twitter schon vielfach geschickt wurde. Weitere drei Tage hast Du noch, am Samstag muss nรคmlich die Folge geplant werden, und wenn wir nur darรผber reden wรผrden, dass Du nicht kamst, beschweren sich unsere Zuschauer noch รผber mangelnde Grausamkeit ihrer Folterknechte.

Aber abschlieรŸend noch mal ganz im Ernst: Das wรผrde von unserer Seite aus ein faires Gesprรคch und selbstverstรคndlich ohne jede Beleidigung, Untergriffigkeit oder sonstige Geschmacklosigkeit auskommen. Gezeichnet: Aron Pielka. Und nicht โ€žAaronโ€œ, Herrgott noch mal.