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Drama im Minirock

8. Oktober 2020
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Der Sommer ist offiziell vorbei, doch trotzdem bleiben ein paar restliche warme Tage. Eigentlich ist das Wetter perfekt, um noch ein letztes Mal den Minirock heraus zu kramen, bevor er รผber den Winter eingemottet wird. Das dachte sich zumindest eine junge Studentin aus StraรŸburg. Die 22-Jรคhrige war mit kurzem Rock und nackten Beinen in der Nรคhe der Innenstadt unterwegs, als sich drei Mรคnner dazu auserkoren sahen ihr unzรผchtiges Verhalten gebรผhrend zu bestrafen. โ€žGuck dir die Nutte im Rock an.โ€œ, vernahm die junge Frau, als sie an der Gruppe vorรผber ging. Nachdem sie die drei zur Rede gestellt hatte, legte einer der Mรคnner nach und bezeichnete sie als โ€žSchlampeโ€œ. Zwei der Mรคnner hielten sie fest, der Dritte holte aus und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Danach flohen sie.

In einem Video bei โ€žFrance Bleuโ€œ schilderte die Studentin mit blauem Auge die mutmaรŸliche Tat. AuรŸerdem erhob sie Vorwรผrfe gegen etwa 15 Personen, die das Geschehen beobachtet haben sollen und nicht eingeschritten wรคren. โ€žKeine Reaktion, als wรคre nichts geschehen.โ€œ

Die Mainstream-Medien รผberschlagen sich mit melodramtischen Schlagzeilen. โ€žFrankreich empรถrt รผber mutmaรŸlich sexistischen Angriff auf Studentinโ€œ. Die franzรถsische Regierung verurteile den Vorfall zutiefst, so der Regierungssprecher Gabriel Attal. Wie immer wurden die รผblichen Phrasen gedroschen. Frauen dรผrften sich doch nicht wegen der Wahl ihrer Garderobe unsicher oder gar bedroht fรผhlen.

Die 22-Jรคhrige erstattete Anzeige. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Sogar die ehemalige Staatssekretรคrin und aktuelle โ€žMinisterin fรผr Staatsbรผrgerschaftโ€œ, Marlene Schiappa, fuhr in die elsรคssische Hauptstadt, um sich vor Ort ein Lagebild zu verschaffen. Ihrer Meinung nach, sei weder die Frau, noch ihr Rock fรผr den รœbergriff verantwortlich. Es seien jene misogyne, sexistischen und gewalttรคtigen Menschen, die sich mit ihrem Verhalten รผber Gesetz und Ordnung stellen wรผrden.

Um derartige Vorfรคlle in Zukunft vorzubeugen, bietet das Innenministerium die perfekte Lรถsung: Bis 2021 soll in StraรŸburg ein weiterer Sozialarbeiter eingesetzt werden, der sich explizit fรผr den Dialog zwischen Polizei und Opfern sexueller Gewalt stark macht.

Natรผrlich wird wie immer auรŸer Acht gelassen, woher diese neuerdings wieder gelรคufige Verachtung gegenรผber Frauen stammt. รœber die mutmaรŸlichen Tรคter wurde keine weitere Auskunft gegeben. Doch sicherlich wรผrde uns diese auch nicht weiter รผberraschen.

Fakt ist: Der alltรคgliche Lauf der Dinge ist fรผr Frauen in Westeuropa regelrecht zum โ€žSpieรŸrutenlaufโ€œ geworden. รœberall lauern Gefahren. Eine Erniedrigung folgt auf die andere. Nicht das mutmaรŸlich falsch gewรคhlte Pronomen beim Bรคcker sollte der modernen Frau Sorgen bereiten, vielmehr steht ihr gesamtes Wesen unter Beschuss. Ihre Freiheit wird angegriffen und keiner sagt und tut etwas dagegen, so auch nicht die Zeugen von StraรŸburg. Ganz nach dem Motto โ€žSolange es mich nicht trifft, bin ich nicht betroffen.โ€œ Doch im Endeffekt betrifft es uns alle!

ABOS

Bรผcher

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