Als Schriftsteller des patriotischen Lagers bekommt man so einiges รผber Politik mit. Dies natรผrlich auch dank der patriotischen Medien, fรผr die man selbst schreibt. So hรคtte ich zum Beispiel ohne den Artikel โWie im Kommunismusโ in der Zur Zeit nie davon erfahren, dass der Blogger Walter E., der die Webseite โhartgeld.comโ betreibt, vom System verfolgt wird.
Demnach wurde er fรผr Aussagen รผber die ehemalige Grรผnenchefin Eva Glawischnig 2018 wegen angeblicher รผbler Nachrede zu drei Monaten und einer Zahlung von 2.200 Euro verurteilt. Das ist ganz schรถn heftig, aber es kommt noch schlimmer. Weil Walter E. in seinen Zukunftsprognosen von einem mรถglichen Volksaufstand ausgeht und auch die Mรถglichkeit einer Wiederherstellung der Monarchie nicht ausschlieรt, steht er nun wieder vor Gericht.
Ein Exempel?
Die Staatsanwaltschaft sieht in seinen Worten eine โgefรคhrliche Drohungโ gegen die grรผne Justizministerin Alma Zadic in รsterreich. Ein angeblicher Gutachter behauptet beim Angeklagten โeine hรถhergradige geistig-seelische Abnormitรคtโ erkannt zu haben. Deswegen will man ihn wohl lebenslang einweisen; jedenfalls wenn es nach dem Gutachter geht.
Das klingt fรผr meine Ohren mehr als fragwรผrdig. Ob dieser den Betroffenen รผberhaupt persรถnlich gesprochen hat oder es sich um eine Ferndiagnose wie damals bei Ludwig II handelt, ist mir nun nicht bekannt. Aber eine solche Diagnose bei jemandem zu stellen, der offenkundig lediglich die Regierungen kritisiert und lediglich seiner Wut mit Worten Luft macht, erinnerte den Zur Zeit Autor Henrik Bergtann doch sehr an die Methoden aus kommunistischen Diktaturen.
Einer nach dem Anderen
Und auch ich finde es mehr als besorgniserregend, wenn Andersdenkende unter fadenscheinigen Grรผnden weggesperrt werden. Man fรผhlt sich dabei ein wenig an das Zitat von Martin Niemรถller erinnert:
โAls die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.โ
Was ich damit sagen will: Man muss nicht mit allem รผbereinstimmen was Blogger wie Herr E. sagen, aber man sollte dafรผr kรคmpfen, dass sie fรผr ihre Kritik nicht eingesperrt werden. Denn sobald die politisch korrekten Gutmenschen mit ihm fertig sind, nehmen sie sich den Nรคchsten vor und irgendwann ist man selbst dran.
Die Entwicklung in unserem Land ist mehr als bedenklich, aber ein jeder kann etwas dagegen tun. Zum Beispiel gegen das protestieren, was die Etablierten mit Mรคnnern wie Herrn Walter E. vorhaben. Denn wer weiร, wer als Nรคchstes dran ist?

