Von Wolfgang Thurmann
โDie Sprache ist das Haus des Seinsโ, so schrieb es der groรe deutsche Denker aus Meรkirch Martin Heidegger in seinem โBrief รผber den Humanismusโ (1949). Dies ist ein รคuรerst bedenkenswerter Satz, รคhnlich dem, dass nรคmlich โdie Wissenschaft die Theorie des Wirklichen istโ. (Heidegger, โWissenschaft und Besinnungโ, 1953) Das sind jedenfalls grundsรคtzliche รberlegungen, die uns gerade in den letzten Jahren ganz nahe gehen sollten, einerseits durch die immer dreister werdenden Sprachmanipulationen seitens der politischen Nomenklatura, andererseits wegen der behaupteten โfaktenbasiertenโ Wissenschaft im Einsatz gegen die wohl begrรผndete Wissenschaftsskepsis in coronalen Zeiten oder etwa auch in Anbetracht der historiographischen Zurechtbiegung in Sachen des Ukraine-Konflikts.
Die Verรคnderung in Sprache kommt รถfter schleichend daher, manchmal doch auch รผberfallsartig, so wie es uns der momentane Genderismus vorzeigt. Insgleichen findet dies alles nicht nur mit einer Implementierung eines โNeusprechsโ statt, sondern gerade auch durch sprachliche Einengung, die Differenzierungen in Denken und Diskurs kaum mehr erlaubt. Es ist nebenbei leider eine Tatsache, dass rund ein Viertel deutscher Ausdrรผcke im โDudenโ als nurmehr โbildungssprachlichโ benannt werden! Wer solcherart die Sprache der Denker und Dichter zerniert und teilweise vergessen macht, verzieht sich sodann auf das schiefe Deck der Propaganda, wo auch noch zum Untergang heftig getutet wird. Naturgemรคร wird dazu noch die Verรคchtlichmachung des Bildungsbรผrgertums gerne beigemischt, denn es lebt sich zwischen ChatGPT, TikTok und sonstigen Handy-Geschwรคtz ja allemal bequemer, als wenn es sich ums geistige Ganze, nรคmlich den Versuch einer Annรคherung zum Wahrhaftigen dreht.
Die Massenmedien haben der totalen Manipulation ihrer Konsumenten die Tore weit aufgerissen. Ob mit sozialpรคdagogisch daher kommenden Krimi-Serien oder mit entnervenden wie unpassenden politischen Ermahnungen bei Festival-Erรถffnungen, ob in der Werbung mit unmotiviert auftretenden Afrikanern oder bei den Endlosschleifen รผber das Dritte Reich, wo zur sonoren Ansager-Stimme auch noch recht unheilschwangere Hintergrundmusik beigemengt wird, all dies erscheint dem wachen Zeitgenossen wie eine subtile Prรคparation des Realen zu sein. Man hรถre sich nur einmal das mรผtterlich-behรผtende Gedรถns in der klimathematisierenden Werbung an. Dieses Sรคuseln klingt so, als ob man Erwachsene nochmals in Wiege und Laufstall zurรผck zwingen wollte. Vormundschaft wird immer durch Infantilisierung bzw. Regression angestoรen.
Freilich aus der Alltagsperspektive seien zur Sprachherrschaft, die in der Sudelkรผche von Nomenklatura und Medien bekocht wird, nur einige Beispiele erwรคhnt. Wer sich allerdings intensiver mit der umlaufenden Propaganda und Spracheinschmelzung und diesbezรผglicher Amalgamierung beschรคftigen mรถchte, dem seien insbesondere zwei Bรผcher dazu dringend empfohlen:
-Michael Esders, Sprachregime. Die Macht der politischen Wahrheitssysteme. Berlin 2020.
รberdies und vor allem als leicht lesbares Vademecum und Kreuzvorhaltung gegen den journalistischen Vampirismus:
-Johannes Menath, Moderne Propaganda. 80 Methoden der Meinungslenkung. Hรถhr-Grenzhausen 2022.
Nehmen wir uns jetzt also ein paar Beispiele der sprachlichen und unmenschlichen Falschmรผnzerei vor, deren sich die Journaille hartnรคckig bedient.
„Leitmedien“: Offiziรถser Begriff des medialen Herrschaftsanspruchs aus spรคtestens den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Schlieรlich benรถtigen alle Schรคfchen einen kundigen Leithammel, das Abzweigen zu den boshaften sozialen Medien muss folglich eine Erzsรผnde bleiben. Die Herren seien unsere Hirten!
„Ins Visier nehmenโฆ“: Soll heiรen, dass man sich zukรผnftig den Unangepassten, Revoluzzern oder sonst wie gesellschaftlichen Abweichlern schon noch annehmen wird. Solches verheiรt also in Zukunft nicht wirklich Gutes.
„Delegitimierer“: Das sind Menschen, in der Regel Staatsbรผrger, welche die Staatsmacht und ihre durch die Parteienwirtschaft gestรผtzten Gesetze zu hinterfragen wagen, weil sie, die Bรผrger, sich seltsamerweise immer noch als Souverรคn wรคhnen, womit aber der Staatschutz gar nicht einverstanden ist, weil er offenbar von Parteien legitimiert wird. Der Staat ist kein Selbstzweck, er dient ausschlieรlich seinen Bรผrgern.
„Aufregung/Empรถrung/Entrรผstung รผberโฆ“: Das ist die medial-hochgezogene und kรผnstliche Erregung., die bestenfalls noch den โBildโ-Leser oder das ARD/ZDF-Publikum tangieren kann. Das kรผnstliche Hochmachen von Emotionen ist bestenfalls nur noch ein Kasperltheater.
„Umstritten“: Ein besonders beliebtes Attribut fรผr die, welche gleich einmal zum Abschuss freigegeben werden sollen, zumindest aber vorher noch gewarnt werden, sich ehest wieder in ihre Schlafstรคlle zurรผck zu begeben.
„Mischten sich unterโฆ“: Damit sind besonders jene Abgefeimten gemeint, die es wagen, fรผr eine Sache mitdemonstrieren zu wollen, die sie fรผr richtig halten. Ja, wo kommen wir denn da hin, was fรผr ein illegaler Akt ist das?
„Instrumentalisierer/Trittbrettfahrer“: Diese besonders staatsgefรคhrliche Spezies wagt darรผber nachzudenken, dass Meinungs- und Gesundheitsregime mรถglicherweise ein- und dasselbe ist. Diese Staatsfeinde haben daher gar keine eigene Meinung zu haben, und werden lediglich von irgendwelchen subterranen โRattenโ und โHetzernโ angefรผhrt. Dass aber das System per se alles und jedes gegen eben jene instrumentalisiert, dient legitimer Weise dem eigenen Erhalt, ist also folglich moralisch unerheblich bzw. gesetztes Recht.
„Ratten, die aus ihren Lรถchern kriechen“: Damit vollzieht sich eine erstaunliche Schleife hin zur stes thematisierten โLingua Tertii Imperiiโ (Victor Klemperer, 1947)! Man mรถchte sie wohl erschlagen, zumindest (noch) metaphorisch, wenngleich sich bereits etliche sogenannte Wohlmeinende aufgemacht haben, solches frischfrรถhlich an den Andersdenkenden zu vollziehen.
„Poltern/wettern“: Zumeist benรผtzte Vokabel, wenn allgemein zur Verachtung freigegebene Politiker etwas argumentativ entgegen setzten mรถchten. Die Antwort muss daher so aggressiv wie mรถglich beschrieben werden.
„Selbsternannte“: Zumeist handelt es sich dabei um systemkritische Kรผnstler, unangenehm aufgefallene Aufdecker, Erfinder oder gar Hobby(!)historiker, die nicht so ganz in den gesellschaftlichen Schematismus zu passen scheinen. Und weil diese ein gewisses Aufsehen machen, mรผssen sie schleunigst dahingehend isoliert werden, dass sie eben niemals in einer Kunstakademie und Schreibwerkstatt oder in Vorlesungen gehockt sind.ย Die Selbstermรคchtigung ist bereits eine Gefahr an sich, doch Kรผnstler erfinden sich bekanntlich immer selbst.
„Faktenbasiert“: Ein an sich schon fรผrchterlich zusammengesetztes Wort, von dem man eigentlich nicht weiร, auf welchem Grund denn die Wahrheit, das Faktum zu stehen kommen kรถnnte. Wozu brรคuchte denn diese รผberhaupt eine Basis?
„Fachexperten meinenโฆ“: Hier wird massiv eine Art Vormundschaft suggeriert. Oftmals unbenannt werden diese Kunstfiguren auf dem Schachbrett gegen die Bauern vulgo Bevรถlkerung vorgeschoben. Wer getraut sich denn schon gegen solche scheinbar Allwissenden aufzubegehren?
„Es mehren sich die Forderungen nachโฆ“: Eingeredet werden soll, dass eine selbsternannte (!) รffentlichkeit Prioritรคten setzt. Wenn man dann nachfragen wรผrde, wer denn das alles sei, wรคre diese typische Phraseologie rasch entlarvt, wenn, ja wenn man darauf wahrheitsgemรคร Antwort bekommen kรถnnte.
„Rassismus/rassistisch“: Nach offizieller Lesart gibt es keine Rassen, darum geistert diese Vorstellung offensichtlich eben nur in den kranken Kรถpfen fehlgeleiteter Individuen herum. Wer mit dieser Signatur behaftet wird, mag sich schleunigst in die Wรคlder schlagen, an den Tischen des รถffentlichen Wohlgefallens wird er nicht mehr tafeln dรผrfen. Bemerkenswert ist รผberdies, dass schon eine vielleicht auch berechtigte Aversion gegen antiaufklรคrerische Glaubensinhalte durchaus ebenso unter dieses Verdikt fallen kann. Noch halbwegs indigene und selbstbewusste Vรถlker werden gelegentlich dezidiert unter Schutz gestellt, wรคhrenddessen die Eigenen als โKartoffeln, โWeiรbroteโ oder โKรถterโ bezeichnet werden, die hoffentlich bald qua Migration verschwinden mรถgen. Das Knรผppelwort โRassismusโ ist ein inflationรคres und es bleibt zu hoffen, dass es irgendwann dem Wertverfall gรคnzlich unterliegen wird.
„Verschwรถrungstheoretiker/Schwurbler/-Leugner“: Tatsรคchlich sollen damit von vorherein Andersdenkende, Nachdenkliche, insbesondere Widerstรคndige neutralisiert, ja pathologisiert werden. Die Begriffe weisen teilweise inquisitorischen Charakter auf, ย vor allem, was den Ausdruck โLeugnerโ betrifft, denn hier ist die bรถsartige Konnotation mit โHolocaust-Leugnernโ ziemlich eindeutig und sicher beabsichtigt. Man gebe solche Personen nur gleich der Lรคcherlichkeit preis und sondere sie baldigst in Richtung Gemeinschaft der Ufologen, Gesundbeter oder Erdscheiben-Anhรคnger aus. Das Gelรคchter der Staatstheater-Besucher und narkotisierten Medien-Sรผchtigen wird dazu wahrlich immer groร sein! Vermutlich gab und gibt es jedoch mehr Verschwรถrungen als man sich dies nur รผberhaupt vorstellen kann, weil sie wohl in der Natur des Menschentums liegen. Ob es etwa die Verschwรถrung der Spanier gegen Venedig anno 1618 war oder eben auch die schauerliche Angelegenheit mit der globalen โEchelonโ-Abhรถrung ist, welche in frechster Weise noch in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts von den USA und ihren Vasallen in Abrede gestellt und dann umfassend aufgedeckt wurde.

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Es sind das nur einige Beispiele der sprachlich verdrehten Propaganda, denen wir dauernd ausgesetzt sind, ob wir es wollen oder nicht. Mittlerweile haben sich die Manipulationstechniken bereits erheblich verfeinert. Viele, vom Staat gefรถrderte medizinische Institutionen beschรคftigen sich damit ebenso wie die Geheimdienste in den USA, Groรbritannien, Israel, China und Russland. Was kann man also gegen die unheimliche, machtversessene Manipulation tun, um diese ganzen Machenschaften in einer fragmentierten Gesellschaft zu durchbrechen?
Die Sprachherrschaft bleibt lediglich eine solche, wenn ihr nicht dezidiert mittels einer neuen Aufklรคrung begegnet wird. Diese lรคsst sich einfach bewirken, indem man bei jeder Gelegenheit die Dinge, also Wort und Laut, einfach zur Sprache bringt, analysiert und deutlich kritisiert. Niemand kann letztlich so taub sein, wenn man, die Sprache ernstnehmend, die Gesamtlage hinterfragt und damit den Sachverhalt von der Sprache her als zureichende Verstรคndigung in den Diskurs einbringt. Solches kann in der direkten Konfrontation geschehen, im offenen Gesprรคch mit Partnern und Partnerinnen, Freunden, Bekannten oder auch nur mittels eines Protestplakats oder Leserbriefs.
Die um sich greifende Sprachherrschaft seitens der amerikanischen Hochschulen und deren angelรถteten Obrigkeit, welche im Grunde eine ziemlich oberflรคchliche, ja durchsichtige ist, kann und muss mit eleganter Ironie, souverรคnem Humor und scharfer Analyse durchbrochen werden, denn โdie Sprache ist das Haus des Seins.โ Wer darin nicht unterkommt, bleibt unbehaust und wird immer nur eine Art Bedienter an den Tรผren des uneigentlichen, manipulativen Jargons zu stehen kommen und daher nicht begreifen, was die Wahrheit ist.

