Bei unseren franzรถsischen Nachbarn geht es mal wieder heiร her: Seit Tagen wรผten groรe Gruppen, meist migrantische Jugendliche, in etlichen Metropolen Frankreichs, darunter Marseille, Paris, Lyon und inzwischen auch in Straรburg. Sie steckten Fahrzeuge und Gebรคude in Brand. Mancherorts sรคgten sie Laternenmasten ab, machten Jagd auf andere Menschen oder plรผnderten Geschรคfte und Wohnungen. Kurz โ sie legten nun schon sechs Nรคchte in Folge sรคmtliche Straรenzรผge in Schutt und Asche.
In Lyon sollen sogar Schรผsse mit einer Kalaschnikow gefallen sein.ย Im Netz kursieren Videos vonย einem weiรen Mann, der am Boden liegend mit voller Brutalitรคt gegen den Kopf getreten wurde. Allein in der Nacht auf Sonntag waren landesweit 45.000 Polizisten und mehrere Tausend Feuerwehrleute im Einsatz. Nachdem รผber 570 Fahrzeuge und mehr als 70 Gebรคude brannten, wurden in ganz Frankreich immerhin etwa 1.300 Leute festgenommen. Welch ein Erfolg.
In einem Pariser Banlieue haben die Randalierer sogar das Haus eines Bรผrgermeisters mit einem Auto gerammt und anschlieรend ein Feuer gelegt. Inzwischen breiten sich die Proteste auch in der franzรถsischen Schweiz aus. Doch was ist der Hintergrund fรผr diese neuerlichen Randale auf Frankreichs Straรen?
โErneut hat sich in Frankreich die Wut รผber den Tod eines 17-Jรคhrigen durch Polizeigewalt entladenโ, euphemisiert die ARD die brutalen und terrorartigen Ausschreitungen. Doch worum geht es konkret? Am vergangenen Dienstag wurde ein 17-jรคhriger Jugendlicher mit algerischen Wurzeln in der Pariser Vorstadt Nanterre durch einen Polizisten getรถtet. Nahel M. befand sich, Berichten der Staatsanwaltschaft zufolge, in einem Mercedes mit polnischem Kennzeichen auf der Busspur und hatte eine rote Ampel รผberfahren. Zwei Polizisten wollten ihn daraufhin kontrollieren, lieferten sich eine Verfolgungsjagd mit ihm und schafften es kurzzeitig, ihn zu stoppen. Als er jedoch erneut das Gaspedal drรผckte, feuerte einer der beiden Beamten Schรผsse ab. Er befรผrchtete, Nahel kรถnne ihn oder seinen Kollegen oder womรถglich weitere Passanten gefรคhrden und verletzen.

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Die ungeahnten Konsequenzen seines Einschreitens folgten sodann: Ein Schuss endete tรถdlich fรผr den jungen Migranten, jener Polizist muss sich nun wegen Totschlags vor Gericht verantworten und โ eine Welle der Wut, Zerstรถrungslust und des Gewaltexzesses wurde landesweit entfacht. Die Mutter des Toten rief รถffentlich zur โRevolteโ auf.
Nahel M. kann sozusagen als neuer George Floyd gehandelt werden. Denn wie auch bei Floyd wird sein Tod รผberemotional und faktenfremd aufgeladen. Warum? Ganz einfach, weil er zu den โPeople of Colorโ gehรถrt und durch einen Weiรen ums Leben kam. Ebendieser wird nur zu gerne vom Polizisten, der einfach seine Arbeit macht, zum Symbol eines repressiven und vermeintlich rassistischen Staates umfunktioniert. Natรผrlich lรคsst sich darรผber spekulieren, was tatsรคchlich passiert wรคre, wenn Nahel M. nicht gestoppt worden wรคre. Dennoch scheint die Reaktion des Polizisten unter Beachtung des Tathintergrunds in gewissem Maรe gerechtfertigt. Denn wie George Floyd war auch der junge Algerier kein unbeschriebenes Blatt bei den Behรถrden. Im Gegenteil โ mit gerade einmal 17 Jahren hatte er ganze zwรถlf Eintrรคge im Polizeiregister, unter anderem wegen Drogendelikten, fรผnfmal wegen Fahrens ohne Fรผhrerschein sowie wegen der Nutzung falscher Nummernschilder und Versicherungsbetrugs. Schon am Wochenende vor seinem Tod war er ohne Fรผhrerschein erwischt worden und sollte deswegen im September vor Gericht.
Trotzdem reicht all das aus, um ihn zum Mรคrtyrer zu machen. Und wie auch bei George Floyd nehmen allen voran Migranten seinen Tod zum Anlass, um vรถllig enthemmt Terror und Verwรผstung walten zu lassen im angeblichen Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassismus. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Ob sich das โFeuerโ auch auf Deutschland ausbreitet, ist noch ungewiss. Allerdings zeigt ganz Frankreich und zeigen auch immer mehr Teile der Bundesrepublik, welche Folgen jahrzehntelange Massenmigration ohne Integration hat. Nahel mag der Auslรถser sein, trotzdem ist er nur Vorwand fรผr die territoriale Machtdemonstration von Migranten in Europa.

