Kaputte Städte, kaputte Seelen: Architektur, die krank macht

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Ursachen für psychische Erkrankungen werden zumeist auf rein individuelle Faktoren zurückgeführt. Dazu gehören die genetische Veranlagung, Fehlregulationen von Neurotransmittern oder frühkindliche Traumata, aus denen eine mangelnde Impulskontrolle resultieren kann. Diesen Aspekten, denen kein schuldhaftes Verhalten zugrunde liegt, gesellt sich jedoch oft der Konsum von Drogen und Alkohol hinzu. Für diesen trägt der Erkrankte zwar die Verantwortung; gleichzeitig entstehen hierbei jedoch Wechselwirkungen mit einer bereits bestehenden psychischen Erkrankung, welcher er zu entfliehen versucht, die er dadurch aber nur weiter verstärkt.

Es gibt jedoch auch Erklärungsansätze, die über das Individuum hinausgehen. Von linker Seite werden vor allem materielle Aspekte herangezogen: Armut und prekäre Verhältnisse gelten hier als Katalysatoren für psychische Leiden. Die Erfahrungen von Flucht und Krieg sowie das Aufwachsen in kriminellen Milieus kommen als weitere Faktoren hinzu – ein Argument, das vor allem bemüht wird, um Verständnis für straffällige Migranten zu wecken. Linksradikale Kreise der 1970er-Jahre holten noch weiter aus: Das von dem Arzt Wolfgang Huber 1970 in Heidelberg gegründete „Sozialistische Patientenkollektiv“ (SPK) vertrat die These, dass die eigentliche Ursache psychischer Erkrankungen im „kapitalistischen System“ zu suchen sei, womit Leistungsdruck, Entfremdung und ökonomischer Stress gemeint waren. Ergo könne nur ein kommunistisches System die Menschen seelisch gesunden lassen. Das ausgedehnte Psychiatrie-System des Sowjet-Kommunismus lieferte jedoch die real sichtbare Widerlegung dieser These der Post-68er-Dekade.

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