Während Regisseuren wie Paul Verhoeven oder David Cronenberg schon öfter die große Ehre zuteil wurde, Filmbesprechungen in der Krautzone zu erhalten, habe ich einen der visionärsten und beeindruckendsten Filmemacher bisher unterschlagen. Die Rede ist vom englischen Ausnahmeregisseur Stanley Kubrick. Viele seiner Filme wie „Uhrwerk Orange“, „Full Metal Jacket“ oder „Odyssee im Weltraum“ (Besprechung in der letzten Ausgabe durch Kneller) sind längst zu einem bedeutenden Teil der modernen Popkultur geworden und werden in Memes, Clips und anderen Medien verarbeitet und rezipiert. Selbst Menschen, die besagte Filme nicht gesehen haben, sind einzelne Szenen meist durch popkulturelle Anleihen im Gedächtnis verankert.„
Zeit also, sich diesem Künstler zu widmen, der das moderne Science-Fiction-Kino quasi im Alleingang begründete und mit „Wege zum Ruhm“, „Dr. Seltsam“ und „Full Metal Jacket“ gleich für drei Meilensteine des Kriegskinos verantwortlich zeichnet. Der im Ersten Weltkrieg angesiedelte Film „Wege zum Ruhm“ gilt dabei als Kubricks großer Durchbruch und wird heute gemeinhin als einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten betrachtet. In den Wirren endloser Grabenkämpfe an der deutsch-französischen Frontlinie fokussiert sich der Film auf das pervertierte Hierarchiesystem und seine Handlanger. Entscheidungen werden ohne Rücksicht auf die Belange der eigenen Soldaten gefällt, und die Profilierungssucht einzelner muß als Kriterium für Maßnahmen herhalten, wobei Offiziere gegeneinander ausgespielt werden, um das eigene Vorankommen im militärischen Apparat zu sichern.
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