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Filmkritik: Public Enemy No. 1

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Wenn Europäer sich an Actionfilmen versuchen, wird es zumeist banal bis peinlich – zumindest wenn besagte Europäer aus Deutschland kommen und schlimmstenfalls noch den Nachnamen Schweiger tragen. Dass das europäische Kino sehr wohl dazu imstande ist, sehenswerte, sogar fulminante Actionfilme hervorzubringen, bewies 2008 der französische Regisseur Jean-François Richet, der nach einigen mäßig erfolgreichen Hollywood-Ausflügen heute höchstens noch Filmenthusiasten ein Begriff ist.

Das actionreiche Gangsterepos „Public Enemy No. 1“ gliedert sich in die beiden Teile „Mordinstinkt“ und „Todestrieb“. Erzählt wird die faszinierende Lebensgeschichte des französischen Verbrechers Jacques Mesrine, der unser Nachbarland fast zwei Jahrzehnte lang in Atem hielt und besonders in den 70er-Jahren zu einer Art Kultfigur avancierte. Berühmtheit erlangte der Algerienveteran vor allem durch seine zahlreichen erfolgreichen Fluchtversuche und die bemerkenswerte Fähigkeit, durch Verkleidung und Raffinesse unerkannt zu bleiben. Zeitweise wurde Mesrine zu einer Art französischem Pendant zu Bonnie und Clyde stilisiert, was in den 60er- und 70er-Jahren verständlicherweise auf fruchtbaren Boden fiel: ein Mann, der der Gesellschaft ihre eigene Niederträchtigkeit vor Augen hält und durch seine Erlebnisse im Algerienkrieg den Glauben an die Rechtschaffenheit der bürgerlichen Gesellschaft verloren hat.

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