Bud Light hat ein Problem – Auch ihr könnt helfen

7 Min lesen

In den Staaten ist ein neuer Stern am Himmel der Werbeikonen aufgegangen: Dylan Mulvaney. Vor gut einem Jahr hat dieser seine Entdeckung kundgetan, in Wirklichkeit eine Frau im Männerkörper zu sein, woraufhin er begann, tägliche Videos über „Tag X als Mädchen“ zu machen. Weshalb der 26-Jährige darauf bestand, ein Mädchen anstatt einer Frau zu sein, wirft abgründige Fetisch-Fragen auf, aber das mal beiseite. In diesen Videos präsentiert er eine abstruse Veralberung von Weiblichkeit, die für tatsächliche Frauen beleidigender kaum sein könnte.

Seine erste Amtshandlung etwa bestand darin, „überteuerte Kleider“ zu kaufen. Wenn nicht wie eine absichtliche Verarschung wirken die Videos wie ein Imitationsversuch eines Menschen, der in einer Art Laborversuch sein Leben lang von jeglichen Frauen isoliert wurde und als Vorbereitung dann eine „Wendy“-Zeitschrift sowie 20 Thot-Tanzvideos auf TikTok konsumiert hat.

In einem weiteren Video beschwert er sich darüber, wegen der Beule, die seine männlichen Genitalien in seiner hautengen Frauenhose hervorrufen, komisch angesehen worden zu sein, und singt dann ein Lied darüber, „die Beule normalisieren“ zu wollen.

Die woken amerikanischen Konzerne liefen also, wie zu erwarten war, bei ihm Sturm, was ihm allein innerhalb der letzten Wochen Werbedeals mit Nike, Bud Light und vorgestern erst Maybelline verschafft hat. Alle ernteten Shitstorms, mit denen sie sicher auch gerechnet hatten, aber natürlich auch einen Haufen positive Berichterstattung in der Presse.

Eine dieser Firmen, Bud Light, hat sich jedoch ein wenig verkalkuliert: Es stellte sich heraus, dass amerikanische Biertrinker zu großen Teilen konservativ sind, was Bud Light sicherlich wusste. Was es nicht wusste, war, dass der Shitstorm weit über das Internet hinausgehen würde und diese Leute im ersten mir bekannten konservativen Boykott, der tatsächlich funktioniert, auch mobilisiert werden konnten. Diverse Musiker etwa schlossen sich dem Boykott an. Brantley Gilbert schmiss auf der Bühne eine Bud-Light-Dose mit den Worten „Fuck that shit“ zu Boden und nahm sich daraufhin ein Bier einer anderen Marke.

https://twitter.com/bennyjohnson/status/1647774187115761669

Die Menge jubelte. Riley Green änderte bei einem Konzert den Text eines seiner Lieder, in welchem sich nie endender Nachschub von Bud Light gewünscht wurde, zu einer anderen Marke. Auch hier tobte das Publikum vor Begeisterung.

https://twitter.com/TheNPCShow/status/1648912929797050372

Nicht nur kulturell, auch finanziell schlug der Boykott ein: In den ersten zwei Aprilwochen sank der Börsenwert des Bud-Light-Mutterunternehmens Anheuser-Busch um rund fünf Milliarden Dollar. Nach neuesten Verkaufszahlen hat die Kundschaft um 17 Prozent abgenommen. Das sind Zahlen, die eine Firma auf Dauer ruinieren. Und exakt das muss hier auch passieren, denn es geht hier um wesentlich mehr als nur eine Biermarke. Es geht um ein klares Zeichen, dass die politische Rechte eine relevante Macht ist, die dich beenden kann, wenn du dich mit ihr anlegst.


Die Herrschaft des Volkes

Wir sind ein Printmagazin. Unsere Hefte, attraktive Abonnements, Bekleidung, Bücher und vieles mehr findest Du in unserem Netzladen!


Vielleicht auf sogar noch wichtigere Weise geht es auch darum, dass Konservative selbst begreifen, dass sie diese Macht besitzen und rein gar nichts nobel daran ist, sie nicht einzusetzen. Exakt das wird ihnen nämlich momentan auf Sendern wie Fox News, wo man mit Tucker Carlson gerade den reichweitenstärksten Host augenscheinlich aufgrund mangelnden Cuckings vor die Tür gesetzt hat, eingeredet. Von den armen Arbeitern und den Spendengeldern von Bud Light an die Republikaner ist die Rede, der Tenor ist: „Die gehören doch zu uns!“.

Nun, zum einen verteilt sich die Lobby-Knete von Anheuser-Busch fast zu gleichen Teilen auf die Republikaner und die Demokraten, und zum anderen: Wenn sie „zu uns gehören“, dann haben sie sich durch die Mulvaney-Kiste als Verräter geoutet. Und der Verräter steht sogar noch unter dem Feind. Eben weil es eine Firma ist, die vor allem in der Kundschaft enorm viele Berührungspunkte mit unserem Lager hat, können wir sie ja zerstören oder eben zum Einknicken zwingen, was hieße: „Transsexualität ist eine Geisteskrankheit, deshalb, für richtige Männer und richtige Frauen: Bud Light“. Das wäre die Schwelle für eine akzeptable Kapitulation.

Und obwohl es in Deutschland wenig bis kein Bud Light zu kaufen gibt, können auch wir hier unseren Teil dazu beitragen: Anheuser-Busch verkauft nämlich sehr wohl in Deutschland Bier. Um genau zu sein Beck‘s, Hasseröder und Franziskaner, um die drei großen Marken zu nennen. Außerdem natürlich Budweiser, aber auch Corona, Diebels, Leffe, Hoegaarden, Stella Artois, Löwenbräu, Spatenbräu und Haake-Beck sind von Anheuser-Busch. Und wenn wir ein Problem in Deutschland nicht haben, dann eine zu kleine Auswahl an Bieren. Jeder kann diese Marken boykottieren, ohne dass das sein Leben in irgendeinem Maße beeinträchtigen würde. Und gerade wenn man für gewöhnlich eines dieser Biere trinkt, wird in Anbetracht der Sache, um die es hier geht, und des Erfolges, den wir damit schon verbucht haben und noch verbuchen, das Ausweichbier noch mal so gut schmecken.

5 Comments

  1. cooler Artikel. Als Gegenaktion aus der Musikwelt wäre die Schießeinlage von KidRock zu nennen. Im Text wird für den Boykott in Dtschl. Budweiser aufgeführt. Hier sollte man klarstellen, hier ist wohl die Marke von AnheuserBusch gemeint,was allerdings eigentlich nicht vertrieben wird (wie BudLight). Man sollte klarstellen, dass es sich nicht um Budweiser Budvar handet. Diese gehört meines Wissens dem Tschechischen Staat.

  2. Leider hat der Konsument aber keine Macht. Der Aktienkurs ist schon wieder gestiegen. Die Ami-Boomer kaufen einfach ein anderes “Bier” vom gleichen Megakonzern und glauben, sie hättens ihm gezeigt. Die Trump-Familie (Establishment) hat sogar gesagt, man solle keinen Boykott machen weil dieser Globohomokonzern an die Republikaner spendet. “Go woke, go broke” ist nur Wunschdenken, in der Realität ist das Gegenteil der Fall.

  3. Guter Vorschlag. Ich trinke grundsätzlich nur Biere von regionalen Brauereien und niemals die Plörre der Großkonzerne, schon gar nicht Anheuser-Busch. Und jedes Produkt egal welcher Branche, dessen Produzent mich mit Trans-Getrommel und current thing-Verblödung belästigen will, wird boykottiert. Man muss sich wehren bevor es zu spät ist, denn deren Wahnsinn und Übergriffigkeit kennen keine Grenze.

  4. In Bier sollen weibliche Hormone drinstecken: Das erklärt warum man nach 5 Maß nur noch sinnfreies Zeug labert und nicht mehr Autofahren kann.

    Fragt sich jetzt: Was ist dann erst in Bud Light drin?!?

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.