Dark
Light
Dark
Light

Das ZDF zwingt Andrea Kiewel zum Gendern – und ich war dabei!

15. August 2022

Die Kunst des Überlebens besteht darin, sich mit wenig zufriedenzugeben. Während Ernst Jünger das große Abenteuer in der Fremdenlegion suchte und schließlich als Landser an der Westfront fand, verbrachte ich meinen Sonntagmittag vor dem Fernseher. Ich war Gast, konnte also der Höflichkeit halber nicht intervenieren, als sich die anderen Zuschauer für den „ZDF-Fernsehgarten“ entschieden. Was hätte ich auch sagen sollen? „Mach die Scheiße aus oder schalt um auf Welt-TV! Ich will ‘ne Hitler-Doku sehen!“ Nein, nein, ich ließ mich vom strahlend blauen Himmel über Mainz blenden, ich badete in den ungestellten Emotionen des gutgelaunten Publikums, ich ließ mir mein Herz von Andrea „Kiwi“ Kiewel klauen…

Wissen Sie, lieber Leser, wie alle guten Männer meiner Generation habe ich die Hoffnung nicht endgültig aufgegeben, einmal in diesem Leben noch den Helden spielen zu dürfen. Nicht, dass dieses überalterte und lebensmüde Land noch welche bräuchte, aber tief in mir drinnen trage ich den Wunsch, einmal sagen zu können: „Ich war dabei.“

Nun, was soll ich sagen? Ich war dabei, als Kiwi aufgrund gewisser Sachzwänge Neusprech anwenden musste…

https://www.youtube.com/watch?v=PPmrfAVpuw8

Ich habe es gesehen – live und in Farbe! In diesem Moment reifte in mir der Wunsch heran, mich doch einmal im Rahmen eines Kultur-Artikels dem „Phänomen Fernsehgarten“ und vor allem der Moderationskanone Andrea Kiewel anzunähern. Ich ahnte gestern Mittag noch nicht, dass bereits am Abend die Schlagzeilen sämtlicher deutscher Blätter von der Frage bestimmt sein würden, ob sich Kiwi wirklich dem postmodernen Neusprech-Diktat des Staatssenders beugen musste. Was für eine Frage – natürlich MUSSTE sie das, wie Dr. Hugo Müller-Vogg glasklar nachgewiesen hat.

Ich war auch dabei, als sich auf der Rückseite von Kiwis himmelblauem Kleid ein Fleck abzeichnete…

… der kurze Zeit später verschwand.

Ich war dabei, als Kiwi im Studiopavillon von Starkoch Armin Roßmeier gegen den hitzebedingten Kreislaufkollaps ankämpfte…

… und triumphierte.

Ganz ehrlich, ich wäre umgekippt. Aber vor dem Hitzschlag wahrscheinlich noch eher aus Langeweile. Armin Roßmeier erklärte nämlich sehr, sehr ausführlich, dass die Kochtöpfe auf die Kochplatten passen müssen. Denn wenn die Kochplatte größer ist als der Topf, dann gehe Energie verloren. Das könne keiner von uns wollen. Und aus dem Grund hatte Armin auch was vorbereitet. An der aufgeklappten Tür des Studiobackofens erörterte der Starkoch, dass wir auch Energie einsparen können, wenn wir die Kartoffelscheiben des Gratins möglichst dünn schneiden. Aha. So viel Spaß kann Kriegswirtschaft machen!

Wirklich, ich habe großen Respekt vor Kiwi und ihrer Moderationsleistung. Unterhalten Sie einmal 120 Minuten ein Publikum vor der Kamera und hinter den Fernsehscheiben. Kiwi ist charmant, witzig und nie um eine spontane Antwort verlegen. Hätte man seinerzeit nicht die verbissene Dunja Hayali oder die verbitterte Anja Reschke aufs deutsche Volk losgelassen, sondern wäre Andrea Kiewel mit Mikrofon, Kameramann und himmelblauem Kleid zu den Pegida-Demos angereist, ich bin mir sicher: Kein Wölkchen hätte ab dann mehr die bundesrepublikanische Stimmung verfinstert.

Das Leben ist schön, lieber Leser. Es ist Montag. Ich war endlich mal dabei. Und Sie müssen arbeiten. Ich wünsche Ihnen eine ganz wunderbare Woche! Genießen Sie die 38 Grad, duschen Sie kalt und bleiben Sie gesund!

Dein, Ihr, Euer Fritz

Friedrich Fechter

Fechter studiert im Herzen Deutschlands und muss sich an seiner linksversifften Universität den typischen Gängelungen aussetzen. Er interessiert sich für Kunst, Geschichte und ist Meister der Halbsätze. Als Fechter das erste Mal ein Cover der Krautzone sah, hielt er das pixelige Layout für eine durchtriebene Werbestrategie. "Bestimmt", dachte er sich beim Durchblättern, "hier sind verschlagene Profis am Werk."

Krautzone als Print – jetzt abonnieren!

Kampf gegen Staatsmedien und linken Einheitsbrei