Eingeimpfter Regenbogen

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Mein Schuljahr begann immer mit einem neuen, unbeschriebenen Collegeblock und endete mit zwei Pappdeckeln, mühsam zusammengehalten von einer verbogenen Drahtspirale. Zwischen diesen Pappdeckeln befand sich ein unüberschaubarer Papierberg aus Arbeitsblättern, Notizen, Zeichnungen, Mitschriften, Klassenarbeiten… – sprich: dem ganzen Papiermüll, der in einem Schuljahr eben so anfällt. Diesen Weg nahmen wohl auch die Kopien meines Englischlehrers, der uns Science-Fiction-Kurzgeschichten näherbringen wollte.
Er hing an diesen „short stories“, die er, so meine heutige Vermutung, in irgendwelchen alten SciFi-Zeitschriften gefunden hatte. Ich werde diesem Geheimnis leider nicht mehr auf den Grund gehen können, die Protokolle von Omikron-13 sind leider im Warp der heimischen Mülltonne (oder in irgendeinem Grill) verloren gegangen, aber etwas davon ist hängen geblieben.
Ich erinnere mich an die Geschichte eines Typen, dessen ganze Existenz aufgespannt war zwischen der Arbeit für irgendeinen Megakonzern und der abendlichen Ausgabe von standardisierten Essensrationen, die er dann im Kreise seiner Familie in irgendeinem Wohncontainer verzehrte. Immer dieselbe Arbeit, immer derselbe Fraß.
Jaja, schon klar – ich erwarte an dieser Stelle keine tiefergehende Erörterung. Aber mir blieb die Geschichte aus irgendeinem Grund hängen, und immer dann, wenn ich mit den Auswüchsen des Kulturmarxismus konfrontiert werde, muss ich an diesen Typen und seine Familie denken. Dem Autor ist es beim Schreiben wahrscheinlich kalt den Rücken heruntergelaufen, aber eigentlich hatten es seine Protagonisten noch gut. Sie existieren – und werden in Ruhe gelassen.
Die klassische, traditionelle, normale – man könnte auch einfach sagen: die Familie ist genauso Zielscheibe der kulturmarxistischen Agenda wie das Christentum, die Traditionen und das Eigentum. All diese Dinge stehen einer Ideologie im Wege, die den Menschen aus seinen soziokulturellen Bindungen herausreißen will. Es ist die alte kommunistische Hybris vom Menschen als weißem Blatt – dem Menschen, der sich von Geburt an beliebig beschreiben, erziehen, programmieren lässt. Der Mensch als Konsumnomade und Mindestlohnsklave. Der Mensch ohne Heimat, aber mit Auslandserfahrung, der Mensch ohne Beruf, aber mit Job, der Mensch ohne Familie, aber mit eingetragener Lebenspartnerschaft. Es ist eine verdammte Dystopie, eine Welt aus Plastik, Geschmacksverstärker und flackernden Bildschirmen. Und sie wird jeden Tag realer.
Unser Autor Peter Kuntze hat sich in seinem neuen Online-Artikel mit einem speziellen Aspekt dieses neuen Kommunismus auseinandergesetzt: dem der Regenbogenideologie. Sie mögen vielleicht den Eindruck haben, dass die mediale Dauerbeschallung durch die Regenbogenfahnen schwenkenden Transvestiten oder die als „unabhängige Frauen“ daherkommenden Kopftuchträgerinnen ein Phänomen der letzten zwei bis drei Jahre sei – tatsächlich wurden für diesen Zirkus bereits vor einigen Jahrzehnten die Weichen gestellt. Schon die Schröder-Regierung verpflichtete sich dem „Gender-Mainstreaming“.
Nun, wer vom Kulturmarxismus spricht, der darf auch vom Hygieneregime nicht schweigen. Genau das verlangt aber Kuntze, wenn er der rechten Opposition vorwirft: „Statt sich trotz allem auf den Widerstand zu konzentrieren, ziehen mehr und mehr Rechte durch die Innenstädte, wo sie lautstark den Unsinn einer nationalen oder internationalen Corona-Diktatur verbreiten, was vielen ihrer Sympathisanten die Schamröte ins Gesicht treibt. So bleibt nur die Hoffnung auf eine historische Kehre – sei es das Scheitern der Ampel oder ein allgemeines Aufbegehren.“
Er sitzt hier einer Vorstellung auf, die nun seit wie vielen verdammten Jahren auf allen möglichen „konservativen“ oder „liberal-konservativen“ Plattformen verbreitet wird? Es ist diese Vorstellung jedenfalls, dass genau die Institutionen, welche die Bundesrepublik Deutschland seit Jahrzehnten in die Scheiße reiten – und zwar völlig bewusst, wie uns Kuntze in seinem ansonsten hervorragenden Artikel einige Absätze zuvor noch offengelegt hat –, dass diese Institutionen in der Lage oder willens wären, das Ruder wieder herumzureißen. Bei allem Respekt, den ich vor unserem Autor habe – aber es ist genau diese irrige Annahme, die unser Lager lähmt.
Die Errichtung einer internationalen Corona-Diktatur ist kein Hirngespinst irgendwelcher Spinner. Diese totale Kontrolle unter dem Vorwand des medizinischen Allgemeinwohls, diese kriminelle Einschränkung unverhandelbarer Freiheitsrechte von Millionen von Bürgern ist der bisher folgenreichste Schritt eines Systems, das völlig zu Recht als Regime bezeichnet wird. Hinter der Parole „Impfung für alle“ steckt dieselbe Fratze, die auch unablässig „Ehe für alle“ und „No borders, no nations“ krakelt. Darauf gibt es nur eine Antwort, und die befindet sich auf der Straße.

2 Comments

  1. Ganz genau, auf der Straße:
    München steht auf: Demos gegen Impflicht und Ausgrenzung
    24.11.21 200 Teilnehmer
    01.12.21 800 Teilnehmer
    08.12.21 3.500 Teilnehmer
    15.12.21 8.500 Teilnehmer
    Kommenden Mittwoch bin ich wieder dabei.

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