Elon Musk – Verbündeter, Freund, Held?

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Er hat es getan – Elon Musk hat Twitter gekauft. Für ganze 44 Milliarden Dollar. Man stelle sich mal vor, er hätte mit dem ganzen Geld etwas Nützliches getan, wie etwa die KRAUTZONE zu subventionieren (man wird ja noch träumen dürfen!) – doch dazu müsste er wohl noch etwas mehr von Ernst Jünger lesen als nur die „Stahlgewitter“. Wie dem auch sei, seit Monaten präsentiert sich Musk als witziger, sich nicht ganz so ernst nehmender Gegenpol zur Neuen Linken – er macht sich über woke Netflix-Serien lustig, postet Memes zum aktuellen Zeitgeschehen und: setzt sich für die freie Rede ein. Das ist zumindest der von ihm vorgebrachte Grund, weshalb er Twitter gekauft haben will: um die Rede- und Meinungsfreiheit der Twitter-Nutzer zu schützen und die Zwitscherplattform als politisch neutralen Dienstleister zur Verfügung zu stellen. Schließlich war die Dominanz der Linken – sowohl in der Reichweite als auch in der Regelsetzung – kaum zu übersehen.

Die Reaktion eben dieser macht deutlich: Viele scheinen Angst vor der Übernahme Twitters durch den exzentrischen Südafrikaner zu haben. Sie befürchten eben den Verlust ihrer dominanten Stellung, nun, da rechte und konservative – oder schlicht und ergreifend dissidente – Tweets keinen Restriktionen und keiner Zensur mehr unterliegen. Manche aus unserem Lager feiern Musk regelrecht für diesen Schachzug. Doch zu Recht? Ist er ein Verbündeter, gar ein Freund? Einer von uns?

Wohl kaum. Musk ist Teil der Elite, wenn auch ein sympathischer und durchaus unterhaltsamer Teil derselbigen. Doch ein Verbündeter von uns? Ich denke, nicht. Wie jeder andere Machtmensch verfolgt auch er seine eigenen Pläne. Wozu er Twitter wirklich gekauft hat – wer weiß das schon? Vermutlich nicht aus Nächstenliebe oder einer Art Ritterlichkeit. Um rechte Belange wird er sich nicht kümmern. Ihn deshalb anzuhimmeln oder gar als fairen Geschäftsmann darzustellen, ist eher peinlich – gerade wenn diese Wertschätzung von libertärer Seite aus geschieht (allein, dass das Tesla-Werk in Brandenburg mithilfe von Subventionen errichtet wurde – ohne diese hätte Musk wohl nie dort gebaut –, sollte dem libertären Ehrenkodex, falls es so etwas überhaupt gibt, doch mehr als widersprechen).

Vielleicht stellt sich Musks Wocheneinkauf tatsächlich als nützlich für uns heraus. Doch bis dahin heißt es, abwarten und das Geheule unserer Gegner genießen. Etwas anderes können wir – zumindest in realpolitischen Dingen – in unserer Situation sowieso nicht tun.

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