Keltenschatz von Manching – Wie hoch ist Deutschlands Beutewert?

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Achtung, Achtung! Die Wissenschaft verkündet, dass es “die Germanen” vermutlich nie gegeben hat. Denn merke, schon hier länger lebender Wirt: Volk bist Du inmitten deinesgleichen nur mit dem Zusatz “Täter-“. Deine historischen Wurzeln, deine sinnstiftenden Erzählungen, deine Orientierungspunkte in Zeit und Raum hingegen müssen in der Logik des neurotischen Selbsthasses konsequent verleugnet werden. Bei den Kelten hingegen drückt man ein Auge zu, handelt es sich doch hierbei um den Prototypen des EU-Bürgers.

Im heutigen Manching (Freistaat Bayern) stand vor mehr als 5.000 Jahren eine keltische Siedlung, ein sogenanntes Oppidum. Mit etwa 5.000 bis 10.000 Einwohnern verfügte es über eine beeindruckende Größe. Das Ende kam mit den Römern, aber es ist nicht klar, ob die Keltensiedlung gewaltsam unterging oder gemächlich verödete. Erste Ausgrabungen begannen Ende des 19. Jahrhunderts, seit dem liefert der Ort den Archäologen und Alterumsforschern unschätzbare Erkenntnisse.

1999 fand man in Manching einen keltischen Schatz: 483 Goldmünzen und ein sogenannter Goldkuchen, alles in allem ein Gewicht von rund vier Kilo. Mutmaßlich wurde der Schatz in einem Lederbeutel vergraben – wieso oder von wem, das wird man wahrscheinlich nie feststellen können. Das Gold wurde ab 2006 im “Kelten- und Römermuseum Manching” ausgestellt und brachte über all die Jahre viele interessierte Besucher zum staunen. Kelten und Römer, Aufstieg und Untergang, Kulturen, Mythen und Rätsel. Das ist unsere Geschichte.



Damit ist es jetzt vorbei. In der Nacht zum Dienstag sabotierten Unbekannte mehrere Glasfaserkabel, kappten für rund 13.000 Haushalte in der Region das Internet und Telefon, unterbrachen damit aber eben auch die Alarmverbindung des Museums zur Polizei – und stiegen ein. Am nächsten Morgen stellten die Mitarbeiter des Museum fest, dass das Herzstück ihrer Ausstellung fehlt. Der keltische Goldschatz ist weg. Und schlimmer noch: Er wird wahrscheinlich eingeschmolzen und zum Materialwert verschachert, weil der Wiedererkennungswert auf dem Schwarzmarkt zu hoch wäre.

Die Tat erinnert frappierend an die Einbrüche in das Grüne Gewölbe und das Bode-Museum. In Dresden klaute man damals 21 barocke Schmuckstücke, deren Wert sich schlicht und ergreifend gar nicht beziffern lässt. Sie sind unersetzlich. In Berlin hingegen war es “nur” die größte Goldmünze der Welt. Hinter beiden Einbrüchen steckten, ich zitiere BR 24, “sechs Tatverdächtige” (Dresden) bzw. “[z]wei junge Männer, zur Tatzeit 18 und 20 Jahre alt” (Berlin). Der Weltenzyklopädie entnimmt der vorturteilsbelastete Rassist, dass hinter beiden Einbrüchen der Remmo-Clan steckte bzw. steckt. Einwandfrei aufgeklärt ist hier noch lange nicht alles. Das Diebesgut bleibt weiterhin vermisst. Die Ermittler vermuten, dass sowohl die Goldmünze als auch der Schmuck zerstört worden sind.

Der Modus operandi ist also dergleiche, allerdings stehen mittlerweile so viele Remmos vor Gericht oder sitzen hinter Gittern, dass es sich bei den Tätern auch um die Müllers oder Meiers handeln könnte. Warten wir mal ab und überlassen das Ziehen voreiliger Schlüsse anderen. Jedenfalls: Die Deutschen (von denen man in zweitausend Jahren sagen wird, dass es sie vermutlich nie gegeben hat) werden nicht nur mittels Teuerschock, Steuern und Zwangsabgaben ausgeplündert. Sondern auch noch ganz traditionell, mit Maske und allem drum und dran. Das ist nicht schön, ganz im Gegenteil. Aber vielleicht lernt dieses merkwürdige Völkchen nördlich der Alpen nur so, wie weit die Plünderung ihres Stammesgebiets bereits vorangeschritten ist.

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