Studie zum “Spannungsfeld Männlichkeit” – Verbietet endlich junge Männer!

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Oh oh oh, was mussten wir da vor ein paar Tagen lesen? „Junge Männer“ in Deutschland sind laut einer Studie von Plan International etwas gewaltaffiner, etwas bestimmter, vor allem aber – so will man es uns zumindest weismachen – etwas „konservativer, als sich das die bundesrepublikanischen Gesellschaftsklempner wünschen. Im Rahmen der Studie wurden 1.000 Michels und 1.000 Brigittes zwischen 18 und 35 Jahren mittels einer Netzumfrage gebeten, entsprechende Aussagen mit den vier Optionen „Stimme voll und ganz zu / Stimme eher zu / Stimme eher nicht zu / Stimme gar nicht zu zu beantworten.

Ich will hier gar nicht lange um den heißen Brei herumschreiben, andernfalls könnten Sie, lieber Leser, auch wieder Ihr „FAZ“-Abo reaktivieren – also, kommen wir zum Elefanten im Raum: Nein, es liegen keine Angaben darüber vor, wie viele der Befragten über einen existenzveredelnden Migrationshintergrund verfügen. Plan International ging mit einer – man möchte fast sagen: verfassungsschutzalarmierenden – Gewissheit davon aus, dass eine Umfrage im Land der Deutschen eben von Deutschen – von wem sonst? – beantwortet werden würde. Für die Türkei, Syrien oder dem Libanon gibt es also sicherlich auch Evaluierungen unter den dort lebenden jungen Menschen. Oder? Egal.

Vertrauen Sie mir, lieber Leser, wenn ich Plan International vertraue und im Folgenden die Probanden auch weiterhin „Michel“ oder „Brigitte“ nennen werde. Kommen wir nun zu den drei Kernpunkten der Umfrage: Ein Drittel der befragten Männer hält Handgreiflichkeiten gegenüber ihren Frauen für akzeptabel. Die Hälfte möchte keine feste Beziehung mit einer Frau eingehen, die bereits viele Sexualpartner hatte. 52 Prozent (im Balkendiagramm heißt es fälschlicherweise 57 Prozent) der jungen Männer sehen sich in einer Beziehung vor allem als Geldverdiener, während den Frauen die Hausarbeit zugewiesen wird.

Aufschrei! Skandal! Was ist mit unseren jungen Männern los?! Ja, genau, Michel, was hast du dir dabei gedacht?

Kommen wir zunächst zum Komplex „Gewalt gegen Frauen im Rahmen einer Beziehung“: Ein Drittel klingt für mich sehr hoch. In drei von neun Beziehungen rutscht dem Mann die Hand aus – instinktiv zähle ich neun mir bekannte Paare zusammen und versuche, zu ermitteln, welcher meiner Bekannten zu diesen Rüpeln gezählt werden könnte. Peter? Hm… Moritz? Hm… Schwierig. Meinem Eindruck nach ist so etwas eher ein Unterschichtenphänomen. Sie wissen schon, Fliesentisch und selbstgedrehte Zigaretten. Steht nicht bei Peter ein Fliesentisch? Nein, bleiben wir ernst, es wäre wirklich interessant, wenn die Studie hier differenzierter vorgegangen wäre. Laut eigenen Angaben hat man lediglich die Schulabschlüsse und Wohnsitze der Probanden ermittelt, die Umfrageergebnisse stehen aber unaufgeschlüsselt im Raum. Diese Verallgemeinerung der Ergebnisse wird durch die begleitende Erörterung noch verstärkt. So heißt es dort auf Seite 21 etwa:

„Seit Jahren nimmt die Gewalt gegen Frauen zu, UN Women bezeichnet diese Entwicklung sogar als ‚Schattenpandemie‘. Die jüngste Dunkelfeldstudie aus Sachsen (2023) besagt, dass jede dritte Befragte körperliche und/oder sexuelle Übergriffe erfahren hat. Laut dem Hamburger Factsheet Opferschutz von 2021 sind die Zahlen häuslicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen in den letzten Jahren ebenfalls gestiegen.“


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Mich interessiert die längerfristige Entwicklung. War Michel schon immer so ein Schwein? In einer Studie des Familienministeriums von 2004 gaben von den 10.000 befragten Brigittes 23 Prozent an, im Rahmen ihrer Beziehung körperliche Gewalt erlitten zu haben (Seite 28). Das würde bedeuten, dass Michels Hand in den letzten 20 Jahren immer öfter ausgerutscht ist – keine gute Entwicklung. Randnotiz aus der Studie von Plan International: 14 beziehungsweise 17 Prozent der Frauen finden es in Ordnung, wenn ihr Mann sich seinen Respekt mit der Hand einfordert beziehungsweise ihm die Hand ausrutscht.

Aber kommen wir zum nächsten Punkt: Die Hälfte der Männer will keine feste Beziehung mit einer Frau, die zuvor viele Sexualkontakte gepflegt hat. Dazu heißt es in der Studie (Seite 20):

„Auch jede fünfte Frau (20 Prozent) stimmt dieser Aussage zu. Gleichzeitig sagen 37 Prozent der Männer, dass es sie selbst reize, so viele Sexualpartnerinnen zu haben wie möglich. Daraus lässt sich darauf schließen, dass Frauen kein freies Ausleben ihrer Sexualität zugestanden wird, ohne dass sie dadurch an ‚Wert‘ verlieren. Für Männer hingegen ist ein ausgiebiges Sexualleben demzufolge eine positive Selbstverständlichkeit.“

Selbst wenn wir nur die nackten Zahlen der Umfrage hätten, wäre es völlig vorhersehbar, wie uns Dr. Soyence die Ergebnisse interpretiert. Fakt ist aber: Die Zahl der vergangenen Sexualkontakte gibt Michel nun mal in erster Linie Auskunft über die potenzielle Vertrauenswürdigkeit von Brigitte. Würde Brigitte auch in einer festen Beziehung mit Michel ihrem alten Hobby frönen, könnte sich Michel nicht sicher sein, ob der frisch geborene Junior auch seine DNA trägt. Wie sagt ein römisches Sprichwort: Der Vater ist immer ungewiss. Ob sich ab einem gewissen Punkt mit der steigenden Zahl der Sexualpartner auch die Attraktivität abnutze, wie es etwa diese Studie zu wissen glaubt, mag auch eine Rolle spielen.

Dritter Punkt: 52 Prozent der Männer pflegen ein traditionelles Rollenbild. So viele? So wenige? Was ist falsch daran, ein bewährtes Rollenmodell zu stützen, in dem nicht beide Partner, sondern eben nur einer im Hamsterrad strampeln muss? Sinnlose Schreibtischarbeit, ständiger Rechtfertigungsdruck und die angetragene Erwartungshaltung, dass das Reihenhaus, das zweite Auto, die neue Küche und der Urlaub doch drin sein sollten – das ist die Berufs- und Lebensrealität der meisten Michels. Schade, dass man den Michels und Brigittes nicht Fragen gestellt hat wie:

Erfüllt dich dein Beruf?

Erfüllt dich dein Privatleben?

Wenn einer von euch genug Geld verdienen würde, bliebe dann der andere freiwillig zu Hause?

Na ja, vielleicht beim nächsten Mal. Bis dahin ohrfeigt der Michel seine Brigitte. Hoffentlich kommen mit den Ausländern auch bessere Manieren ins Land.

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