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Barbie und die Oscars

29. Januar 2024
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Schon wieder ist der โ€žBarbieโ€œ-Film in aller Munde. Letztes Jahr im Juli erschien der Realfilm รผber die allzeit bekannte und beliebte Plastikpuppe von Mattel weltweit in den Kinos (ja, wir haben ihn uns angesehen). Mit einem Einspielergebnis von insgesamt รผber 1,3 Milliarden US-Dollar wurde er schnell zum erfolgreichsten Film des Jahres 2023. Pinke Kleider und Diskussionen รผber das Patriarchat und den Feminismus prรคgten den Sommer der popkulturellen Medienwelt.

Wer den Film bislang noch nicht gesehen oder einfach erfolgreich gemieden hat, fรผr den folgt hier eine kurze Zusammenfassung: In โ€žBarbieโ€œ geht es um die Stereotyp-Barbie, gespielt von Margot Robbie, die eines Tages in ihrem pinken, harmonischen, glamourรถsen Barbieland aufwacht und Gedanken an den Tod hegt. Ihre FรผรŸe werden entgegen der Barbie-Norm flach, und schnell wird sie vor die Wahl gestellt, ihre neuerlichen Mรคngel hinzunehmen oder aber dem Rรคtsel in der Real World, also der echten Menschenwelt, auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit Ken, gespielt von Ryan Gosling, reist sie nach Los Angeles, um das Mรคdchen zu finden, welches mit ihr spielt. Wรคhrend Barbie auf dem Weg dorthin dumme Anmachsprรผche von Mรคnnern erntet, sexuell belรคstigt und von der Tochter ihrer Besitzerin aufgrund ihres makellosen Aussehens als โ€žFaschistinโ€œ beleidigt wird, entdeckt Ken diese vermeintlich mรคnnerdominierte Welt fรผr sich. Er findet Gefallen an Minikรผhlschrรคnken, Bier, Pferden und dem Patriarchat.

SchlieรŸlich reist er zurรผck nach Barbieland, um dort ebendieses durchzusetzen. In der Zwischenzeit findet Barbie ihre Besitzerin Gloria, gespielt von America Ferrera, die eine Mitarbeiterin des Spielzeugkonzerns Mattel ist, dessen Vorstand selbstverstรคndlich auch von Mรคnnern dominiert wird. Zusammen mit Gloria und deren Tochter reist sie schlieรŸlich zurรผck nach Barbieland, wo sie mit Erschrecken feststellt, dass nun die Kens an der Macht sind, das Patriarchat regiert und alle Barbies daran mitwirken. Dank einer gekonnt austauschbar pseudofeministischen Rede von Gloria รผber die fehlende Anerkennung, die Frauen in der Real World fรผr ihr Schaffen erhalten, bricht sie den โ€žBrainwashโ€œ-Zustand der Barbies, und diese erobern Barbieland zurรผck. Barbie trennt sich endgรผltig von Ken und reist mit Gloria und ihrer Tochter zurรผck nach Los Angeles, wo sie sich am Ende des Films auf ihr erstes Jobinterview vorbereitet. Ende gut, alles gut, kรถnnte man meinen.

Doch so einfach ist das eben nicht. Denn auch wenn Regisseurin Greta Gerwig alles dafรผr getan hat, die woke-feministische Utopie in โ€žBarbieโ€œ zum Leben zu erwecken, zieht sie am Ende fรผr ihre filmische Leistung doch den Kรผrzeren. In Barbieland sind es die Frauen, die dominieren und alles sein dรผrfen, von der ร„rztin bis hin zur Prรคsidentin, was ihnen in der echten Welt womรถglich verwehrt oder wenigstens erschwert wird.

Die Kens hingegen sind eher einfach gestrickt, wetteifern die meiste Zeit und tun alles daran, um von ihren jeweiligen Barbies wahrgenommen und gewรผrdigt zu werden. Und trotzdem sind es weder Greta Gerwig noch Margot Robbie, die in den Kategorien โ€žBeste Regieโ€œ und โ€žBeste Hauptdarstellerinโ€œ fรผr die Oscars nominiert wurden, sondern Ryan Gosling alias Ken, der in der Kategorie โ€žBester Nebendarstellerโ€œ auf einen Oscar hoffen kann und am Ende vielleicht doch noch den Kampf um Barbieland gewinnt. Obwohl der Film insgesamt acht Oscar-Nominierungen einbrachte, darunter auch eine fรผr America Ferrera alias Gloria als โ€žBeste Nebendarstellerinโ€œ, ist es vor allem jene fรผr Ryan Gosling, welche das links-feministische Establishment erschรผttert. Sogar die ehemalige US-Prรคsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich โ€žbestรผrztโ€œ รผber die mangelnde Wรผrdigung von Robbie und Gerwig.

Dumm gelaufen, wenn man es in einem zweistรผndigen durch und durch pseudofeministischen Film darauf anlegt, รผber die vermeintlich fehlende Wertschรคtzung von Frauen zu schwadronieren, damit am Ende fรผr diesen wichtigsten aller Filmpreise nicht die Frauen des Films, sondern die Mรคnner gewรผrdigt werden.

Hilfe, wir leben im Patriarchat! Doch ganz vielleicht ist die Erklรคrung, wider alle feministischen Empรถrungsvideos zur Sachlage, viel einfacher und banaler. Womรถglich sind Ryan Goslings (schauspielerische) Leistungen in Barbie einfach besser als die seiner Kolleginnen Margot Robbie und Greta Gerwig. Mal sehen, wie viele linke Trรคnen die Oscars am Ende mit sich bringen.

ABOS

Bรผcher

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