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Die CDU sitzt in ihrer eigenen Falle

14. Februar 2025
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Es ist kein Wahlbetrug, was sich am 23. Februar in Deutschland abspielen wird โ€“ es ist viel schlimmer: Es ist Betrug, weil Wรคhlertรคuschung. Warum? Weil CDU-Chef Friedrich Merz, der aller Voraussicht nach Olaf Scholz im Kanzleramt nachfolgen wird, mangels eigener Mehrheit eine Koalition mit der SPD oder mit den Grรผnen eingehen muรŸ und deshalb seine Plรคne fรผr eine rigorose Migrations- und eine im wesentlichen vernรผnftige Wirtschaftspolitik nicht durchsetzen kann.

Noch am 11. Februar, auf der 212. und damit letzten Sitzung des 20. Bundestags, beschwor Merz Deutschlands Misere nach dem vorzeitigen Ende der als โ€žFortschrittskoalition“ gestarteten Ampelregierung: Von der nach RuรŸlands รœberfall auf die Ukraine von Scholz verkรผndeten โ€žZeitenwende“ sei nichts รผbrig auรŸer dem in zwei Jahren verbrauchten Sondervermรถgen von 100 Milliarden Euro; erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik befinde sich das Land im dritten Jahr einer Rezession; die Arbeitslosigkeit sei um 400.000 auf 3 Millionen gestiegen; 50.000 Unternehmen hรคtten Insolvenz angemeldet, viele seien ins Ausland abgewandert.

Doch gleichzeitig beschwor Merz wortreich die โ€žBrandmauer“ gegen die von allen Parteien der selbsternannten demokratischen Mitte als โ€žfaschistisch“ verleumdete AfD. Diese in Wahrheit nationalkonservative Partei wรคre fรผr die Union jedoch der einzige Partner zur Durchsetzung einer Politik, die dem Mehrheitswillen der Bevรถlkerung entsprรคche. Beide Parteien, Union und AfD, kรคmen zusammen allen Umfragen zufolge auf rund 50 Prozent der Stimmen und damit auf die absolute Mehrheit.

Grรผne und Linke, unterstรผtzt von sรคmtlichen Mainstream-Medien, setzen daher Merz und seine Gefolgsleute mit einem nicht nur verbalen Feuerwerk unter Druck, sondern organisieren Massendemonstrationen wie beispielsweise jene am 9. Februar in Mรผnchen. Dort versammelten sich 250.000 Menschen zum โ€žKampf gegen Rechts“. Organisiert hatte die Protestveranstaltung auf der Theresienwiese der Verein โ€žMรผnchen ist bunt“, unterstรผtzt von rund hundert weiteren Gruppen โ€“ so โ€ž Fridayโ€™s for Futureโ€œ, BUND, DGB, โ€žOmas gegen Rechts“, Bayerischer Journalistenverband, Katholisches Jugendsozialwerk, die Mรผnchner FuรŸballclubs TSV 1860 und FC Bayern, die Kammerspiele, das Stadtmuseum etc.

Bei allen verbalen Attacken zwischen Union, SPD und Grรผnen vergaรŸ Merz jedoch nicht, daรŸ es nach der Wahl schlieรŸlich einen 24. Februar geben wird. In der letzten Bundestagssitzung richtete er daher einen Appell an die Sozialdemokraten: โ€žWir werden mรถglicherweise miteinander reden mรผssen“, sagte er mit Blick auf die wahrscheinlichen Koalitionsverhandlungen. โ€žDie nรคchste Regierung und parlamentarische Mehrheit wird vielleicht eine der letzten Chancen haben, die groรŸen Probleme unseres Landes zu lรถsen.“ Wenn das nicht gelinge, so Merz, wรผrden die Rechtsextremisten nicht nur auf 20 Prozent im Parlament kommen, sondern womรถglich in die โ€žNรคhe einer Regierung“. Daraufhin verhรถhnte ihn AfD-Chefin Alice Weidel: โ€žWas Sie hier betreiben, ist Wรคhlertรคuschung. Sie werden nichts erreichen mit Grรผn-Rot.“

Da hat sie sicher recht. Doch Friedrich Merz hatte schon am 7. Februar in den ARD-Tagesthemen unmiรŸverstรคndlich erklรคrt, er werde nicht zulassen, daรŸ in der CDU die โ€žBrandmauer“ zur AfD falle. โ€žIch knรผpfe mein Schicksal als Parteivorsitzender an diese Antwort.“ Dann beschrieb er ein Szenario, wenn eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht kategorisch ausgeschlossen werde, und zog dabei eine Parallele zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933: โ€ž2029 werden sie die stรคrkste Fraktion, 2033 ist die nรคchste Bundestagswahlโ€œ, sagte der CDU-Chef. โ€žEinmal 33 reicht in Deutschland.“

Es ist schon sehr erstaunlich, wie wenig Merz den vielgepriesenen Parteien der โ€ždemokratischen Mitte“, einschlieรŸlich seiner Union, zutraut und wie groรŸ die Angst vor der Konkurrenz auf der rechten Seite ist, der stets โ€“ wie allen angeblichen Populisten โ€“ nur einfache Antworten auf die Probleme und keine seriรถsen Lรถsungen unterstellt werden. Ehrlicherweise mรผรŸten die selbsternannten Demokraten รผberdies einrรคumen, daรŸ ihre โ€žMitte“ eine Luftnummer, eine Erfindung ist, denn wo es eine โ€ždemokratische Mitte“ gibt, muรŸ es auch eine entsprechende Linke und eine Rechte geben. Auch die stรคndige Behauptung, der KompromiรŸ sei ein Kernelement der Demokratie, ist Unsinn. Gibt es absolute Mehrheiten (wie beispielsweise in den USA), bedarf es keiner Kompromisse.

Grundsรคtzlich ist auch verblรผffend, wie im โ€žbesten Deutschland aller Zeiten“ (Bundesprรคsident Steinmeier) seit Jahrzehnten รผber die ungleiche Vermรถgensverteilung hinweggegangen wird. So war es eine der seltenen Ausnahmen, daรŸ die โ€žMรคrkische Allgemeine Zeitung“ dieser Tage daran erinnerte, daรŸ laut dem amtlichen Sozialbericht die obersten 10 Prozent der Haushalte nach wie vor รผber 56 Prozent des Gesamtvermรถgens verfรผgten. Damit zรคhle Deutschland im europรคischen Vergleich zu den Spitzenreitern in Sachen Ungleichheit โ€“ kein Ruhmesblatt fรผr eine angeblich prosperierende Demokratie.

1 Comment Schreibe einen Kommentar

  1. Die AFD eine „nationalkonservative Partei“? Mit einer lesbischen Vorsitzenden, welche mit einer Lesbe „verheiratet“ ist und die beiden „gemeinsamen“ Kinder groรŸzieht? Ich bitte Sie, Herr Kuntze, bleiben Sie seriรถs โ€” oder werden Sie es (wieder).

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