Seit einigen Tagen werden Teile Mitteleuropas von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Besonders betroffen sind neben der Schweiz vor allem der Westen Deutschlands: zwischen Hunsrรผck und Mรผnsterland sind kleinere Flรผsse und Bรคche wie die Ahr im Norden der Eifel nach heftigem Starkregen zu reiรenden Strรถmen geworden, Vater Rhein selbst bleibt (noch) in seinem Flussbett.
Neben der eigentlichen Berichterstattung beschรคftigen sich die Medien auch mit der Ursache der รberflutungen. Klar, es war der Starkregen, dem ein regenreicher Frรผhsommer und Frรผhling vorangegangen war. Die Bรถden konnten kein weiteres Wasser mehr aufnehmen, schon gar nicht in so kurzer Zeit, und so stieg der Pegel in den kleinsten Bรคchen rasant an. So weit, so eindeutig. Doch was lรถste die starken Regefรคlle aus? Und auch hier sind sich fast alle Medienoutlets einig: Der Klimawandel, natรผrlich!
Womit wir bei einem Thema wรคren, was ich selbst bis her gut vermeiden konnte. Und auch wollte. Denn ich oute mich hiermit als Klimawandelagnostiker. Keine der beiden Seiten, sei es nun die Fraktion der FFF-Kiddies (die sowieso nicht, um ehrlich zu sein), als auch die der รผberzeugten โKlimawandelleugnerโ auf Seiten der alternativen Medienlandschaft haben mich vollstรคndig รผberzeugen kรถnnen.
Was ich lediglich bemerkt habe, ist, dass es in den letzten drei Jahren in meiner Heimat ungewรถhnlich trocken war โ nicht gut fรผr Flora und Fauna, vor allem fรผr den Wald nicht. Ob es nun am Klimawandel lag oder einfach nur eine Wetteranomalie ist, wer weiร? Die momentane Wetterlage spricht zumindest gegen ersteres, 2021 war recht verregnet, im Februar hatten wir sogar so viel Schnee wie seit vierzig Jahren nicht mehr.
Aber auch das kรถnnte nur eine Anomalie in einem Trend sein. Wenn ich mir den Umgang unserer Vorgรคngergenerationen mit diesem Thema anschaue, so ergibt sich der Eindruck, dass jede Abweichung von den Erfahrungen unserer Boomereltern als Symptom einer klimatischen Katastrophe gedeutet wird.
Dabei ist ein sich verรคnderndes Klima nichts Ungewรถhnliches: So weiร man, dass es zu Zeiten der Rรถmer und der Kreuzritter ziemlich warm war (vermutlich sogar wรคrmer als heute), was sowohl den Aufstieg des rรถmischen Imperiums als auch die erste Blรผte der abendlรคndischen Kultur im Mittelalter begรผnstigte.
Doch diese Wรคrmezeiten hielten nicht ewig: Wรคhrend der Beginn der sogenannten โKleinen Eiszeitโ im 16. Jahrhundert in Begleitung mit Ernteausfรคllen und Kรคlteeinbrรผchen einer kurzzeitigen Beliebtheit reformatorischer Endzeitsekten Vorschub leistete (siehe z. B. die Tรคufer in Mรผnster), war die spรคtantike Kรคltephase mitverantwortlich fรผr den Fall des Rรถmischen Reiches.
Mรถglicherweise kรถnnte eine Klimaverรคnderung in Mitteleuropa dazu fรผhren, dass unserer Kultur und Zivilisation ein รคhnliches Schicksal ereilt. Das Beste bleibt in einem solchen Falle wohl die materielle und geistige Vorbereitung auf die Krise.
Angenommen, die Grรผnen hรคtten Recht und die These des menschengemachten Klimawandels ist war, welche realpolitischen Konsequenzen folgten auf internationaler Ebene daraus? Will der Westen etwa Staaten wie Indien und China seine Politik aufzwingen? Das werden die sich wohl kaum noch gefallen lassen. Und Deutschland allein? Was soll die Bundesrepublik allein ausrichten?
Seien wir doch ganz ehrlich: Um den nรถtigen Einfluss auf der politischen Weltbรผhne zu haben, hรคtte Deutschland schon ein, zwei Weltkriege gewinnen mรผssen. Das wรคre in Augen der Grรผnen aber auch wieder falsch gewesen…
