Erneut wird die Bundesrepublik durch eine grausame Gewalttat erschüttert. Sechs Menschen wurden in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade von einem türkischen Schützen getötet. Die gesamte Hintergrundgeschichte der Tat ist noch unklar, doch liegt es nahe, dass ein Sorgerechtsstreit der Auslöser sein könnte. Drei der Opfer waren Mitarbeiter der Einrichtung, die drei anderen wiederum arbeiteten im Jugendamt Hannover. Sie waren für einen Gesprächstermin mit dem Täter, der selbst in der in der Region Hannover gelegenen Stadt Garbsen wohnhaft sein soll, aus der niedersächsischen Landeshauptstadt angereist.
Bei dem Gespräch sollte die Sorgerechtssituation der drei Monate alten Tochter des Schützen besprochen werden, die vom Jugendamt aus der Familie genommen worden war und dafür in ebenjener Jugendhilfeeinrichtung untergebracht worden war, die zum Schauplatz des Verbrechens wurde – dort durfte sie auch Kontakt zur Mutter haben. Der Vater galt bereits als „auffällig“, wie es in den Medien heißt, weshalb so viele Leute an dem Gespräch teilnehmen sollten.
Der „Focus“ berichtet davon, dass der Täter das Kind „geschüttelt“ haben soll, aber einen kriminellen Hintergrund hatte er bis zu seiner Bluttat wohl nicht gehabt. Wie diese genau ablief, ist unbekannt. Jedoch erreichten die Polizei mehrere Notrufe, die Schüsse meldeten, und der Täter floh mithilfe einer Komplizin, die den Fluchtwagen steuerte und aus dem engen Bekanntenkreis der Familie stammte, zunächst vom Tatort. Er konnte jedoch durch die Polizei aufgehalten werden. Von den sechs Toten wurden vier von den Einsatzkräften bereits leblos vorgefunden; beim fünften Opfer waren die Reanimierungsversuche erfolglos, und das sechste starb im Krankenhaus – das Kind des Täters und dessen Mutter waren nicht unter den Opfern.
Die Komplizin des Täters gibt diesem Massaker noch ein gewisses Geschmäckle. Wie die Plattform NIUS am Mittwoch berichtete, arbeitet die 65-jährige Sylvia S., so ihr Name, „als Familien- und Migrationsberaterin bei einer bundesweiten Lobbyorganisation des Migrationskomplexes.“ Als Teil dieses „Migrationskomplexes“ erhielt ihre NGO saftige Beträge des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“, insgesamt wohl 900.000 Euro in den Jahren 2025 und 2026. Und das ist noch nicht alles: Sylvia S., die sich mit ihrer Organisation für den Familiennachzug einsetzt, war die Patentante des Kindes und zweifelte mit beiden Elternteilen den medizinischen Bericht der Ärzte an, wonach das Kind ein Schütteltrauma erlitten haben soll – das habe sie in Briefen an mehrere Medienhäuser drei Tage vor der Tat bekannt gemacht. Der deutsche Migrationskomplex ist damit an sechs weiteren Toten indirekt verantwortlich.
Die Meldung hatte, wie allzu oft, die nichtssagenden Statements gewisser Personen des öffentlichen Lebens zur Folge. Da wäre natürlich unser Bundeskanzler, der ja ohnehin ein Talent für eine unangenehme Wortwahl hat, der auf X Folgendes schrieb:
„Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark. Viele Menschen, die helfen und schützen wollten, haben ihr Leben verloren oder wurden verletzt. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Ich danke den Polizisten und Polizistinnen für ihren schnellen Einsatz.“
Eine Aussage, die mal wieder so nichtssagend wie belanglos ist. Nicht viel besser der Bundespräsident: Der ist „tief erschüttert über das Ausmaß der Gewalt in einem Raum, der Schutz bieten soll“.
Diese tiefere Erschütterung traf in dem Deutschland, das er als das „beste Deutschland, das es jemals gegeben hat“, bezeichnete. Und es geht immer so weiter, auch der Ministerpräsident von Niedersachsen äußerte sich mit ähnlichen Worten, die ich hier nun nicht wiedergeben werde, da sie nach dem Lesen dieses Textes ohnehin schon wieder in Vergessenheit geraten würden. Eigentlich erstaunlich, dass sich Politiker überhaupt noch zu solchen Ereignissen äußern, angesichts der Inhaltslosigkeit ihrer Statements.
Es ist zu einem Ritual geworden, zu einem Automatismus: Irgendetwas Schlimmes passiert, diese Politiker äußern ihr (vermutlich geheucheltes) Mitgefühl, und danach geht es weiter, als wäre nichts passiert; gleichzeitig nehmen die Leute den politischen Figuren dieses Mitgefühl ohnehin nicht ab, es wird gleichgültig entgegengenommen. Oder gar mit Spott und Verachtung. Es zeigt die Dynamik – oder besser Nicht-Dynamik – unseres politischen Systems auf, das vollständige Aneinandervorbeileben von Politiker- und Managerkaste und Bevölkerung, die Unwilligkeit und Unfähigkeit, irgendetwas zu tun, während alles immer schlimmer wird.
Diese Tat von Stade ist mittlerweile auch nur eine von vielen, sie wird nicht als Einzeltat, sondern höchstens als kleiner Mosaikstein einer ganzen Reihe von Gewalttaten im kollektiven Gedächtnis der bundesdeutschen Bevölkerung weiterleben. Und mittlerweile sind viele so abgestumpft, dass die ehrliche Bestürzung, bei aller Brutalität, Grausamkeit und Tragik, einfach nicht mehr da ist. Es ist ermüdend, und nichts passiert. Es ist wie die Hitzewelle, die jüngst in Europa herrschte: Bei 40 Grad Celsius wünscht man sich das erlösende Gewitter herbei, auf dass der Regen kommt und es abkühlt. Und nach dieser langen Hitze, in der wir uns nun schon befinden, mag das Gewitter womöglich sehr heftig ausfallen.
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Zugegeben: In ihrer Menge lassen die Berichte abstumpfen. Ich lese sie kaum noch und achte nicht auf das amtliche Ergebnis der Ermittlungen. Jede und jeder kann nur ganz für sich persönlich die Lehren für ihre/seine Aufmerksamkeit (neudeutsch Awareness) und Selbstschutz im Alltag ziehen.
Übrigens gab es in meiner Region nach der langen Hitze kein „erlösendes Gewitter“. Nur ein bißchen lauwarmen Regen.