Nach US-Memorandum – In Europa schrillen die Alarmsirenen

12. Dezember 2025
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Auch heute noch belehren und bestrafen manche Eltern unartige Kinder mit dem Spruch: โ€žWer nicht hรถren will, muรŸ fรผhlen!โ€œ Genauso ergeht es Europas linksliberalen Eliten, die seit Verรถffentlichung der jรผngsten US-Sicherheitsstrategie am 4. Dezember vรถllig aus dem Hรคuschen sind. Dabei hat Vizeprรคsident J. D. Vance ihnen bereits im Februar auf der Mรผnchner Sicherheitskonferenz die Leviten gelesen, indem er die Unterdrรผckung unliebsamer Parteien und Meinungen in Europa anprangerte.

In dem vom WeiรŸen Haus verfaรŸten Dokument mit dem Titel โ€žNational Security Strategyโ€œ (kurz: NSS) wird ein dรผsteres Bild der Lage im alten Kontinent gezeichnet: Zensur der freien MeinungsรคuรŸerung, Unterdrรผckung der politischen Opposition, rapide sinkende Geburtenraten, weitgehend unregulierte Masseneinwanderung. Letztlich, so das Resรผmee der NSS, drohe Europa die โ€žzivilisatorische Auslรถschungโ€œ, denn die EU zerstรถre mit ihrem Regulierungswahn die Freiheit und Souverรคnitรคt der Staaten, so daรŸ die Europรคer ihre nationalen Identitรคten und ihr SelbstbewuรŸtsein verlรถren.

Andererseits aber sei Europa fรผr die USA aus รถkonomischen und historischen Grรผnden sowohl strategisch als auch kulturell wichtig. โ€žWir kรถnnen es uns nicht leisten, Europa abzuschreiben,โ€œ heiรŸt es in dem Dokument. Amerika habe daher die Aufgabe, den Widerstand in den europรคischen Lรคndern gegen den derzeitigen Kurs zu befรถrdern. Die NSS gibt auch eine entsprechende Anleitung vor:

โ€žDie USA ermutigen ihre politischen Verbรผndeten in Europa, eine geistige Erneuerung voranzutreiben, wobei der wachsende EinfluรŸ patriotischer europรคischer Parteien ein Grund fรผr groรŸen Optimismus ist.โ€œ

Angesichts dieser offiziell verkรผndeten Sicherheitsstrategie war die Aufregung natรผrlich groรŸ und ist es bis heute geblieben. โ€žWovon reden die?โ€œ, fragte die โ€žSรผddeutsche Zeitungโ€œ in einem Kommentar, รผber einem anderen lautete die Rubrik โ€žVerachtung als Prinzipโ€œ. Die โ€žMรคrkische Allgemeineโ€œ wรคhlte als Titel des Leitartikels โ€žDie Ungeheuerlichkeit des Donald Trumpโ€œ. Und die „SZ“ stellte im Nachrichtenteil sachlich fest โ€žTrump sagt Europa den Kampf anโ€œ. Wenn damit die auch in Deutschland seit Jahren als โ€žunsere Demokratieโ€œ apostrophierte linksliberale Politik gemeint ist, lรครŸt sich dem schwerlich widersprechen. Deutliche Worte fand der CDU-AuรŸenpolitiker Norbert Rรถttgen gegenรผber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND):

โ€žDie neue auรŸenpolitische Positionierung der USA ist eine zweite Zeitenwende. Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen die USA nicht mehr an der Seite der Europรคer. Sie stehen nicht mehr an der Seite der Ukraine, einem Land, gegen das ein vรถlkerrechtswidriger, brutaler Vernichtungskrieg gefรผhrt wird.โ€œ

Mit dieser Strategie lieรŸen die USA aber nicht nur die Ukrainer und die Europรคer im Stich, fรผhrte Rรถttgen aus:

โ€žDie Strategie drรผckt auch aus, daรŸ die USA es als ihr auรŸenpolitisches Ziel definieren, sich in die inneren Angelegenheiten der europรคischen Staaten einzumischen. Ziel ist, unsere innere Verfassung nach den gegenwรคrtigen ideologischen Vorgaben der MAGA-Bewegung zu beeinflussen und zu diesem Zweck mit den inneren Feinden der liberalen Demokratie in Europa zusammenzuarbeiten โ€“ in Deutschland ist das die AfD. Es ist eine grundlegende Verรคnderung der politischen Prรคmissen fรผr Europa, die 80 Jahre gegolten haben. Wenn diese Strategie Erfolg hรคtte, wรผrde es die EU nicht mehr geben.โ€œ

Zum SchluรŸ konstatierte Rรถttgen, in welch miรŸliche Lage das bisherige politische Europa geraten sei:

โ€žWir werden in die Zange genommen: Auf der einen Seite wird die Souverรคnitรคt Europas durch den Krieg von RuรŸland angegriffen, auf der anderen Seite wird unsere Demokratie im Inneren von den USA unter Druck gesetzt.โ€œ

Auf jeden Fall sollte niemand so reagieren wie Friedrich Merz. Deutschlands Kanzler erklรคrte, โ€žAmerica firstโ€œ sei legitim, doch โ€žAmerica aloneโ€œ kรถnne nicht im Interesse der USA sein. โ€žIhr braucht auf der Welt auch Partner, und einer der Partner kann Europa sein. Wenn ihr mit Europa nichts anfangen kรถnnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner.โ€œ Peinlicher kann Anbiederung nicht sein โ€“ die europรคischen Verbรผndeten wissen jetzt wenigstens, mit wem sie es zu tun haben.

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  1. โ€žDie neue auรŸenpolitische Positionierung der USA ist eine zweite Zeitenwende. Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen die USA _wieder_ an der Seite der Europรคer.“

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