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Vom Rechtsstaat zum Linksstaat

17. Mรคrz 2026
in 3 min lesen

Rene Dierkes gehรถrt zu einer รผberschaubaren Zahl Mut machender West-AfD-Politiker, die den Kontakt mit dem Vorfeld nicht scheuen und der Partei im Konflikt um den Raum des Vertretbaren als standhafter Anker dienen. Er bekennt sich etwa regelmรครŸig zu Remigration und solidarisiert sich mit aktivistischen Opfern von Justizwillkรผr wie den Identitรคren, die festgenommen wurden, weil sie trotz โ€žAusreiseverbotโ€œ nach Mailand geflogen waren.

https://twitter.com/ReneDierkesAfD/status/1925160891378532619

Kein Wunder also, dass der sogenannte deutsche Rechtsstaat zu erzieherischen MaรŸnahmen greift.

Vergangenen Freitag lieรŸ die Mรผnchner Staatsanwaltschaft Dierkesโ€™ Privatwohnung und Landtagsbรผro durchsuchen.

Eigentlich genieรŸen Landtagsabgeordnete Immunitรคt. Diese umging man mit dem Kniff eines โ€žvereinfachten Verfahrensโ€œ, fรผr das die Zustimmung der Landtagsprรคsidentin vonnรถten und das eigentlich nur auf den Vorwurf unpolitischer Verbrechen anwendbar ist. Alle Vorwรผrfe sind politisch.

Dierkes soll vor fรผnf Jahren einen Parteikollegen, der inzwischen ausgetreten ist und sich รถffentlich gegen die Partei gewandt hat, beleidigt haben. AuรŸerdem sollen zwei Jahre alte Posts, die von einem damaligen Mitarbeiter auf seinem X-Account gepostet wurden, die Straftatbestรคnde der Volksverhetzung und Verleumdung erfรผllen.

Ich habe den โ€žvolksverhetzendenโ€œ Post gesehen. Aus verfahrenstaktischen Grรผnden kann ich ihn leider weder zeigen noch seinen Inhalt detaillierter beschreiben. Aber zumindest so viel: Es handelt sich um ein textlos gepostetes Meme, das kein normaler Mensch auch nur in der Nรคhe von Strafbarkeit verorten wรผrde. Es hat nichts mit Gewalt, NS oder Juden zu tun, und es fallen keine verunglimpfenden Ausdrรผcke. Die Pointe ist ein Wortspiel auf Kosten deutscher Asylpolitik. Kein Tiervergleich, keine Geschichtsreferenz, sondern ein argloses Wortspiel. Die Art Meme also, die man von รคlteren Familienmitgliedern auf Facebook begleitet von ein paar Smileys unter der Herkunftsangabe โ€žNetzfundโ€œ gewohnt ist.

Das neueste Beispiel juristischer Schikane also, deren Schlagzahl sich in letzter Zeit deutlich erhรถht hat. Die Verurteilung von Wilko Mรถller, dem Chef der AfD in Frankfurt an der Oder, fรผr die Verwendung des Stockfotos zweier Eltern, die mit angewinkelten Armen ein schรผtzendes Dach รผber den Kรถpfen ihrer Kinder bilden, liegt noch keinen Monat zurรผck. Zuvor hatte die Erรถffnung des Ermittlungs- und schlieรŸlich Strafverfahrens als praktisch getimte Vorlage fรผr schwarze PR aus dem Mainstream vor gleich zwei Wahlen hergehalten: zunรคchst im Landtagswahlkampf, in dem das Plakat verwendet wurde, und dann noch mal vor der Oberbรผrgermeisterwahl.

Sollte die Absurditรคt der Unterstellung, es habe sich hier um eine Huldigung des Dritten Reiches unterm Deckmantel dieser Dachgeste gehandelt, nicht selbsterklรคrend sein, mรถchte ich auf zwei weitere Plakate von Mรถllers Stadtverband aus derselben Kampagne aufmerksam machen: โ€žIch fรผhlโ€™ mich gutโ€ฆ โ€ฆmit AfDโ€œ und โ€žIch liebe AfDโ€œ, hinterlegt mit der erstbesten Stockfoto-Frau.

Die deutsche Justiz gibt vor, anzunehmen, dass die Paint-Boomer, die das verbrochen haben, beim dritten Plakat dann den Gedanken โ€žwie bringen wir hier unterschwellig einen HitlergruรŸ unter?โ€œ gefasst haben mรผssen. Das Gericht folgte im StrafmaรŸ auf den Cent genau dem Antrag der Staatsanwaltschaft: 11.600 Euro wegen des โ€žVerwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationenโ€œ.

Inzwischen eingestellt ist das Verfahren gegen den Brandenburger Landratskandidaten Felix Teichner, dessen Prรผfung die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anfang des Monats der Deutschen Presse-Agentur durchstach. Begleitet vom Schriftzug โ€žVerรคnderung statt โ€šweiter soโ€˜!โ€œ tauchte die amtierende Uckermark-Landrรคtin Karina Dรถrk mit pinkem Hintergrund im oberen Dreieck des fรผr AfD-Plakate รผblichen X-Designs auf. Die Unterstellung: Teichner habe damit auf den โ€žrosa Winkelโ€œ anspielen wollen, ein rosa Stoffdreieck, mit dem schwule Hรคftlinge in Konzentrationslagern markiert wurden.

Dรถrk, die Mutter ist und der nicht mal gerรผchteweise Homosexualitรคt nachgesagt wird, nannte das Plakat โ€žunertrรคglichโ€œ. Der โ€žrosa Winkelโ€œ war รผbrigens schwulen Mรคnnern vorbehalten. Lesben wurden im Nationalsozialismus zumindest offiziell nicht verfolgt und trugen, so sie trotzdem aufgrund ihrer Lebensweise im KZ landeten, ein schwarzes Dreieck, das sie als โ€žAsozialeโ€œ brandmarkte. Nichtsdestotrotz hatte alleine der Medienrummel um die Bekanntgabe der โ€žPrรผfung von Ermittlungen wegen NS-Symbolikโ€œ die Zerstรถrung Dutzender Plakate zur Folge.

Wรคhrend die deutsche Justiz also regelmรครŸig migrantische Kinderschรคnder mit Bewรคhrungsstrafen davonkommen lรคsst (wie Ende vergangener Woche erst in Braunschweig), betรคtigt sie sich mit Eifer und Wollust als erweiterter Arm eines politmedialen Kartells, indem sie deren Opposition auf jeder erdenklichen Ebene zusetzt: als Vorlagengeber fรผr mediale Schmutzkampagnen in Wahlkรคmpfen, als Inspirationsquelle fรผr systematischen Vandalismus sowie als Befehlshaber eines Wohnungen demolierenden und Arbeitsgerรคte stehlenden Einschรผchterungs-Trupps. Ziel sind fast immer genau solche Politiker, Aktivisten, Journalisten und Influencer, die einer weltanschaulichen Verbiegung und Einhegung der AfD im Wege stehen.

Das Einzige, das einem รผbrig bleibt, wenn man es entweder mit authentisch geisteskranken, oder, hรคufiger, politisch korrumpierten Subjekten in Richterrobe zu tun bekommt, ist es, den asymmetrischen Abnutzungskampf anzunehmen: Sie nutzen unsere psychische Gesundheit, unser Erspartes und den Personal-Pool ab, der sich trotz solcher Schikane noch zu Oppositionsarbeit bereit erklรคrt. Und wir mรผssen jeden solchen Fall nutzen, um schichtweise die Wahrnehmung der deutschen Justiz als neutral und legitim abzutragen.

4 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Das Wichtigste, was die Verfolgten (und meistens nur sie) tun kรถnnen, ist, die Namen ihrer Verfolger bekannt zu machen!

  2. Was ich in diesem Zusammenhang immer rect Amรผnsant finde, ist das „Urteil der Woche“ des Volksverpetzers, wo alle mรถglichen Urteile gegen die AfD als Erfolg des Rechtsstaats gefeiert werden. Ich habe da zwar seit jahren nicht mehr rein geschaut, muss aber immer wieder schmuntzeln, dass auch solche Urteile ziemlich wahrscheinlich als Sieg gegen den Faschismus dort gefeiert werden (und die leser es wahrsscheinlich auch wirklich als solches interpretieren). Entsprechend lege ich Rechten Content-Kreatoren nahe, den Volksvepetzer entsprechend zu folgen. Dann entgeht einem kein noch so absurdes Urteil.

  3. Die Hoffnung ist, dass beide zuvor real existierenden sozialistischen Terror-Regime in Deutschland gegen deren Ende auch immer hรคrter gegen Freidenkende vorging. Jedes Unterdrรผckersystem nutzt die Justiz als nรผtzliche Idioten. Schlussendlich steht wohl erneut ein Ende bevor…

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