Wo sind die guten alten Zeiten hin, in denen Männer ihre Probleme noch mit den Fäusten lösen durften, junge Frauen wie Judy Garland sein wollten und Hollywood seinen Namen noch verdiente? In „L.A. Confidential“, einem der großen Klassiker der 90er-Jahre, wird diese Zeit noch einmal zum Leben erweckt. Mit einem unvergleichlichen Starensemble feierte der US-amerikanische Regisseur Curtis Hanson 1997 den größten Erfolg seiner Karriere. Nur dem unglücklichen Umstand, bei der Oscarverleihung seinerzeit gegen James Camerons Epos „Titanic“ antreten zu müssen, war es geschuldet, dass der für neun Oscars nominierte Film nicht mit Goldjungen überschüttet wurde. Wenigstens über den Oscar für das beste Drehbuch und die beste Nebendarstellerin durften sich die Macher am Ende freuen. Selbst das ehemalige Bond-Girl Kim Basinger, im Laufe ihrer Karriere für insgesamt sieben Goldene Himbeeren nominiert, läuft in dem Film als geheimnisumwobene Femme fatale zur Höchstform auf.
Eindrucksvoll gelingt es Hanson, die komplexe Geschichte des Ellroy-Wälzers „Stadt der Teufel“ auf Spielfilmlänge zu reduzieren, ohne dabei wesentliche Elemente des über 500 Seiten starken Werkes auszuklammern. Der US-amerikanische Schriftsteller James Ellroy widmet sich mit Vorliebe den Schattenseiten des amerikanischen Traums und gilt als König des düsteren Kriminalromans. Seine Geschichten siedelt er bevorzugt in einem Morast aus Korruption, Gewalt, Sex und Drogen an.
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