„Heimat ist, wo sich das WLAN automatisch verbindet“, lautet ein Spruch, der wohl wie kaum ein anderer die Moderne widerspiegelt. Demgegenüber steht ein Satz wie: „Heimat ist, wo meine Ahnen starben“. Zwei Extreme, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Auf der einen Seite das ewige Verharren auf dem Land der Vorfahren, auf der anderen Seite das wankelmütige Umherschweifen als „digitaler Nomade“, der Netzanbindung bereits als Heimat empfindet.
Als Trierer, der sich überall im deutschen Raum wohlfühlt, ist für mich vor allem die Sprache ausschlaggebend. Man muss „sich verstehen“. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf die Muttersprache, sondern ganz intensiv auf das Regionale. Grundsätzlich verstehe ich mich mit allen Deutschen gut – egal ob norddeutsche Fischköppe, urbayrische Viehhüter oder sächsische Malocher. Diese Vielfalt in Deutschland ist einmalig. Je eher man die Unterschiedlichkeiten unserer Vielvölkerschaften anerkennt, desto eher versteht man, dass man es mit einem vollkommen anderen Menschenschlag zu tun hat. Das sind feine Leute, und ich will niemanden missen. Dennoch nenne ich sie „90-Prozent-Bekanntschaften“. Das heißt: Man kann sich schätzen, verstehen und gut Freund sein, aber niemals wirklich so eng befreundet sein wie mit Menschen aus der eigenen Region.
Gerade wenn ich mich mit jemandem gut verstehe, falle ich irgendwann in meine „Heimatsprache“ zurück – nicht nur klanglich, sondern auch in Bezug auf Satzbau, Mentalität, Humor und jene Frotzeligkeit, die die Region aus Eifel, Mosel, Trier und Teilen Luxemburgs ihr Eigen nennt. Man denkt auf einer Wellenlänge. Da Sprache nichts anderes als das „Haus des Seins“ ist, wie Heidegger meinte, spiegelt sich hier der eigene Charakterzug wider.
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Toller Artikel und er trifft es auf den Punkt. Das Heimatgefühlt ist einmalig und hat zum einen unsere Ahnenlinie genetisch und kulturell geprägt. Im Süden fährt man Ski im Norden Boot usw.
Zum anderen erleben wir jeden Lebensabschnitt nur einmal. Das Gefühl mit 8 Jahren mit meinen Freunden am lokalen Berg Schlitten zu fahren kann ich mit 30 nichtmehr replizieren. Das ist einmalig. Selbst wenn man sich in Brasilien irgendwan wohl fühlt, so ist Deutsche doch gemacht für Deutschland.
Einzige Kritik: Die Möglichkeit der Überfremdung sollte immer im Konjunktiv 2 formuliert werden, denn wir arbeiten jeden Tag hart dafür sie aufzuhalten.
Richtig.