Kommentar: Merz macht Merz-Sachen

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Chefredakteur Müller hat es sich nicht nehmen lassen, die beiden Landtagswahlen live zu verfolgen. Faszinierend waren dabei nicht nur die spektakulären Wahlergebnisse – sondern vor allem die Reaktion von Bundeskanzler Merz.

Mit Spannung verfolgten die meisten Deutschen die Wahlergebnisse am Sonntagabend. Die AfD legte in beiden Bundesländern kräftig zu, die Altparteien ließen Federn, die Linke sammelte – vor allem in Berlin – die Scherben auf. Die AfD Mecklenburg-Vorpommern erreichte mit 38,2 Prozent ein historisches Wahlergebnis, das allerdings nicht historisch genug war und im Schatten einer anderen Zahl stand. Die CDU erreichte 4,9 Prozent und verfehlte damit den Einzug in den Landtag.

Fast könnte einem die AfD im Nordosten leidtun, dass die Kameras nicht auf sie gerichtet sind, sondern auf die christdemokratische Altpartei, allen voran Bundeskanzler Friedrich Merz. Denn mit klarer Brutalität hat der Wähler hier eine Bundespolitik bestraft, die er so nicht mehr tragen will. Fast genauso leidtun könnte einem die CDU in Mecklenburg-Vorpommern, die sicher alles gegeben hat, aber dann doch einfach zur falschen Zeit die falsche Partei war. Verdient hat sie es natürlich trotzdem, als Mitgliedsverband in einer Partei, die Deutschland historischen Schaden zugefügt hat.

4,9 Prozent – das schlechteste Wahlergebnis der CDU auf Landesebene in der Geschichte der Bundesrepublik. Immerhin: Nach unten ist noch Luft, wenn man die Union als Nachfolger der Zentrumspartei ansieht. 1922 fiel die CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen sogar unter ein Prozent. Im historisch protestantischen und aktuell atheistischen Mitteldeutschland hatten es christliche „Mitte-Parteien“ nie einfach. Auch im historischen Freistaat Mecklenburg-Schwerin war von Christkonservativen keine Spur. Bei der Landtagswahl 1921 trat das Zentrum nicht einmal an, die langen Balken nach der amtlichen Auszählung waren so rot und blau wie heute: SPD und DNVP (Deutschnationale Volkspartei).

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr lesenswerter und witziger Artikel, der eine passende Analyse zu Merz liefert. Er ist das Gesicht der Boomer, die es sich im Vorgarten bequem gemacht haben und garnicht verstehen, wieso man etwas gegen Migration hat.
    In einer Sache stimme ich der Krautzone aber nicht zu: die Menschen werden nicht ärmer. Haushalte besitzen heute deutlich mehr und technologisch entwickeltere Gegenstände als vor 30 Jahren. Gleiches gilt für Kleidung, Flugreisen etc.
    Villt schreibe ich dazu mal einen Leserbrief, der technologische Fortschritt hat uns definitiv mehr Gebrauchsgüter zur Verfügung gestellt

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