Es ist sowas von nicht vorbei!

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„Deutschland ist verloren“. Wenn wir für jedes Mal, wenn wir diesen Spruch gelesen oder gehört haben, einen neuen Abonnenten bekommen hätten, hätten wir den „Spiegel“ längst überholt. Dass die „Doomer“ – also Menschen mit einer extrem pessimistischen, fatalistischen oder nihilistischen Weltsicht (von engl.: „doom“) – nicht nur massive Wehrkraftzersetzung betreiben (und dazu auch noch kein Abo abschließen) – ist eine Sache. Eine andere ist: Sie haben unrecht. Die Prognose des nahenden oder bereits erreichten Untergangs ist so hanebüchen falsch, wie sie nur jemand geben kann, der erst vor einigen Wochen aus den Wolkenkuckucksheimen christdemokratischer Bürgertumsillusionen in den dreckigen Morast einer zähen Gewissheit gefallen ist, dass er sein Leben lang so richtig verarscht wurde.

Diese Fehleinschätzung ist sicherlich auch der demografischen Lage geschuldet. Ältere Menschen leiden zwar an Temperaturerhöhungen und überblicken Jahrzehnte politischer Entwicklungen – in unserem Fall: bundesrepublikanischer Entwicklungen. Da gerade aber die BRD das wohl entwicklungsärmste Land der Welt ist, kann sich der Neupatriot schlichtweg nicht vorstellen, dass das Ruder irgendwie noch rumgerissen werden kann. Schließlich ist doch seit Helmut Schmidt alles schlechter geworden und wir werden doch ohnehin nur von Narren regiert (die jahrzehntelang von dir gewählt wurden, aber lassen wir das).

Dabei gibt es drei relativ einfache argumentative Zugänge, die deutlich machen, dass der Weg des langen Abstiegs keinesfalls in Stein gemeißelt ist und dass wir die Flinte nicht ins Korn werfen müssen.

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