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Ampel-Wähler enttäuscht? Nur so ein bisschen…

31. Dezember 2023

Über die regelmäßige „Sonntagsfrage“ hinaus gibt INSA mit der Wahlpotenzialanalyse tiefe Einblicke in die Köpfe der Wähler. Das Umfrageinstitut fragt nicht nur nach der einfach Wahlabsicht, sondern auch nach zwei weiteren Faktoren: Erstens: Dem Wahlpotenzial. Können sich die Wähler grundsätzlich vorstellen, eine bestimmte Partei zu wählen? Zweitens: Sind sich diejenigen, die eine bestimmte Partei wählen wollen, absolut sicher, sie zu wählen.

Mittlerweile können sich 31 Prozent der Wähler vorstellen AfD zu wählen. Das ist deutlich mehr als noch vor einem Jahr und damit haben die „Blauen“ sogar die „Grünen“ überholt, die lediglich ein Wählerpotenzial von 26 Prozent vorweisen können.

Aber: Die 23 Prozent AfD-Wähler mitsamt ihren 18 Prozent „sicheren“ Wählern, reizen ihr Wählerpotenzial bereits stark aus und es wird schwierig werden, die 23 Prozent in Anbetracht des vergleichsweise geringen Wahlpotenzials weiter zu erhöhen. Denn um das Wahlergebnis steigen zu können, braucht man logischerweise eine breite Basis, die grundsätzlich bereit dazu ist, ihr Kreuz hinter dieser Partei zu machen.

Ganz anders die Altparteien und insbesondere die Regierungsparteien: Die schwächeln in Anbetracht der desolaten Ampel-Koalition zwar bei der Sonntagsfrage und den „sicheren“ Wählern, haben jedoch weiterhin ein sehr großes Stimmenpotenzial. Sollte sich die Wahrnehmung von SPD, Grünen und FDP nach der jetzigen Koalition ändern, könnten sie demnach schnell wieder zu alten Höhen aufsteigen. Klarer formuliert: Die enttäuschten Ampel-Wähler haben mit ihren Parteien längst nicht abgeschlossen, sondern können sich grundsätzlich noch immer vorstellen, sie zu wählen.

Besonders deutlich wird das auch bei der CDU/CSU. Die konnte in den vergangenen Monaten wieder deutliche Stimmenzuwächse verzeichnen, was maßgeblich möglich war, weil sie noch immer über ein enormes Wählerpotenzial verfügt. Zwar stürzte die Union bei der Bundestagswahl 2021 ab, doch das Wählerpotenzial blieb weiterhin stark. Heute können sich 50 Prozent der Bundesbürger grundsätzlich vorstellen, eine der Unionsparteien zu wählen.

Insofern muss der Höhenflug der AfD mit Vorsicht betrachtet werden: Auch wenn sich die Alternative auf einem guten Weg befindet, braucht sie Zeit bis sie entstigmatisiert und für die breite Mitte der Bevölkerung eine wählbare Alternative wird. Wächst das Wählerpotenzial nicht mindestens genau so schnell mit, wird irgendwann auch das Wachstum in den Umfragen stagnieren.

Redaktion

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