„Hauptsache hellhäutig. Die Sexstrategien der AfD“, ja, richtig gelesen. So lautete der Titel der aktuellen Folge von „Reschke Fernsehen“, die am vergangenen Donnerstag zur Primetime bei der ARD ausgestrahlt wurde.
Anja Reschke widmete sich in ihrem gut halbstündigen Beitrag den so bezeichneten „Sexstrategien der AfD“, sprich der Forderung einer deutschen Partei, durch die konstruktive Familienförderung eine deutsche Mehrheitsbevölkerung zu erhalten. Klingt erst mal ziemlich harmlos. Doch für die 52-jährige Fernsehmoderatorin wirkt schon das „recht sextremistisch“, wie sie in gescripteter öffentlich-rechtlicher Manier witzelte.
Schon zu Beginn lässt sich Reschke mit ihren „Comedy-Einlagen“ nicht lumpen, bezeichnet die AfD als „sexbesessen“ und im „Genderwahn“ und kommt gleich mit allerhand Nazivergleichen rund um Björn Höcke um die Ecke. Das ist eben dieser Zwangsgebühren-finanzierte Qualitätsjournalismus. Um das Ganze publikumsgerecht für den bundesrepublikanischen ÖRR-Connaisseur zu gestalten, stellte Reschke rasch ihren Co-Moderator in Form einer „Sesamstraße“-ähnlichen Sprechpuppe vor und erlaubt sich in der Anmoderation auch noch einen netten Seitenhieb gegen ihre Kollegin Julia Ruhs vom „Klar“-Magazin, die in ihren Augen wohl auch rechtsextrem ist. Konkrete Argumente liefert sie für keine ihrer Aussagen, aber Hauptsache, es wurde schon einmal ausgeteilt.
Es geht also um die Familienpolitik der AfD, und bei diesem Thema schießt die AfD nicht nur „gegen veganes Hack und Ausländer“ (ja, der Witz musste auch kommen), sondern wirbt für das Kinderkriegen oder wie Reschke es betitelt für „knuffige kleine Flüchtlinge aus dem Uterus“. Die AfD möchte, dass Männer wieder mannhaft und wehrhaft sind und Frauen hingegen sich auf ihre Stärken wie „mütterliche Güte, bedingungslose Liebe, Fürsorge, Geduld, Lebensmut und Opferbereitschaft“ zurückbesinnen, wie es die Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst in einem gezeigten Videoausschnitt formuliert. Klingt ebenfalls ziemlich harmlos.
Bei einer Geburtenrate von aktuell 1,35 Kindern pro Frau in Deutschland und einer Überalterung der Gesellschaft sollte es eigentlich normal sein, dass eine Partei sich um die Familien und vor allem um das Kinderkriegen bemüht und für Frauen ein Konzept entwirft, bei dem sie die Wahl haben, ob sie als Mütter erwerbstätig sein möchten oder nicht. Doch, wie nicht anders zu erwarten, auch hier kommt Reschke selbstverständlich mit dem Fachkräftemangel und der nötigen Nettozuwanderung von rund 400.000 im Jahr. Dass es sich bei den meisten Zuwanderern der letzten Jahre eben nicht um Fachkräfte handelt, lässt sie gekonnt aus.
Dafür hat sie sich gleich den nächsten rechtsextremen Nazi-Vergleich geangelt: Die AfD fordert beispielsweise ein „Baby-Willkommensdarlehen“ in Höhe von 10.000 Euro. Je nach Kinderzahl sinkt der Betrag, der zurückgezahlt werden soll, und entfällt ab dem dritten Kind komplett, so der Vorschlag der AfD. Und weil es so ähnliche Darlehen beispielsweise in der DDR und irgendwann mal im Dritten Reich gab und aktuell übrigens auch in Ungarn gibt, ist das ein ganz klares Indiz dafür, dass die Politiker von der AfD die neuen Nazis sind – liegt ja auf der Hand.
Im letzten Drittel ihrer „Satiresendung“ widmet sich Reschke noch mal im Speziellen der Familienpolitik von Viktor Orbán und leitet so über auf die Europaabgeordnete Irmhild Boßdorf (meine Mutter), die sich als Familienpolitikerin Ungarn zum Vorbild gemacht hat, da Ungarn es geschafft hat, seine Geburtenrate seit 2019 um fast 0,4 „hellhäutige Kinder“ zu steigern. Dort ist sie Reschke zufolge als fünffache Mutter eine „Heilige“. Schließlich landet Reschke auch bei mir mit der Überleitung „Die Tochter von Irmhild heißt Reinhild. Kein Scherz“, diese grandiose Feststellung macht dann 18,36 bitte. Mit „Der Haken fällt nicht weit vom Kreuz“ und der Bezeichnung unserer Familie als „Nibelungenbande“ beweist Reschke, dass ihre Sketchschreiber noch grandioser und hochwertiger sind als die von ihrem Kollegen Böhmermann beim „ZDF Magazin Royale“. Was genau aber an meiner Aussage, dass Familie erst dann anfängt, wenn Kinder im Spiel sind, anstößig sein soll, kann sie selbstverständlich nicht begründen.
Nach rund 29 Minuten fader Witze und NS-Vergleiche erhält der Zuschauer schließlich die Conclusio: Das Problem ist nicht, dass die AfD sich für Familien starkmacht, sondern dass die AfD einheimischen, weißen Familien den Rücken stärken will und Kinder eben nicht zum Konsumobjekt moderner Regenbogenfamilien macht. Ja, das ist wirklich „recht sexextrem“.


Über eine Propaganda-Abteilung von Faschisten,
wurde schon viel zu viel geredet.
Sie gehört einfach nur in die Mülltonne getreten und
ihre Vertreter in den Knast !