Hauptziel des rechten Lagers ist der Erhalt der ethnokulturellen Identität. Defensiv bedeutet das die Verhinderung von demografischen Kipppunkten, jenseits derer die Gestaltungsmacht nicht mehr in deutscher Hand läge und alles zur Verhandlungssache zwischen verschiedenen ethnischen Blöcken würde. Diese Prioritätensetzung stellt den einenden Kitt zwischen allen Nationalen und Liberalen, allen West-Falken und Antiimperialisten sowie Angehörigen diverser anderer gegensätzlicher Pole der rechten Szene dar, die sich ihr zu Recht zuordnen. Alles jenseits dieser Frage ist Diskussionsgegenstand.
Diesen Konsens (und damit das rechte Lager) verlässt, wer andere Anliegen über die Demografie stellt. Und weil darüber weitestgehende Einigkeit herrscht, versuchen jene, denen daran gelegen ist, eine neue Hauptpriorität gegen Remigration durchzusetzen, es in der Regel „hintenrum“: Nicht gegen, sondern wegen. Man knüpft sein Hauptanliegen an unseres, entweder als Vorbedingung für dessen Erreichung oder, wie beim gerade begonnenen Irankrieg: Man zeichnet einen neuen „eigentlichen Verursacher“ des Migrationsproblems jenseits unserer Herrscher. Damit soll der Kampf gegen ihn zum gefühlten eigentlichen Remigrationskampf werden. Weniger gestelzt: Wir werden eingespannt.
Die reichweitenstärksten rechten Medien befinden sich allesamt, sowohl finanziell als auch die Weltanschauung der meisten Autoren betreffend, in stramm amerika- und israelfreundlicher Hand. Bei großen, emotional aufwühlenden Ereignissen wie zunächst dem Ukraine- und jetzt dem Irankrieg ist man inzwischen fast schon daran gewöhnt, genau solche Vereinnahmungsversuche von ihnen zu beobachten.
So titelte der Chef von „Apollo News“ gestern von der „Schicksalsfrage unserer Zeit“, bei der es „mehr zu gewinnen“ gebe als „jemals seit dem Fall der Berliner Mauer“. Der meistgelesene „JF“-Artikel heißt am heutigen Morgen „Die AfD-Führung versagt in einer historischen Stunde“ und urteilt das nüchterne Statement der Parteispitze theatralisch ab: Seit dem Ausscheiden eines ehemaligen „Menschenrechtssprechers“ der Partei interessiere sich „so gut wie keiner in der AfD für das Leid der Menschen im Iran. Die Trump-Regierung schon. Sie wußte sehr wohl, wer der weltgrößte Sponsor des islamischen Terrorismus (…) war.“
Deshalb sei die „wirtschaftliche Destabilisierung“ des Iran – der Grundstein der Protestwellen, auf die aufbauend man nun das iranische Staatskonstrukt militärisch zerschlagen will – so fabelhaft gewesen: Trumps Finanzminister Bessent habe dieses „Handwerk 20 Jahre lang bei George Soros gelernt“. Na, wenn das kein Vertrauen erweckt, dass hier 12.000 Kilometer entfernt wirklich rechte Kernanliegen durchgesetzt werden. Aber das ist ein anderes Thema.
Was hier zwar angedeutet, aber nicht ausformuliert wird: Der Irankrieg sei entscheidend für importierte Probleme wie Islamisierung. Bereits implizit vorgesetzt entfaltet dieser Kniff nachhaltige Wirkung, wie auf sozialen Medien zu sehen ist, wo rechte Irankrieg-Befürworter reflexhaft anführen, der Iran stecke hinter unserer Überfremdung sowie dem Islamismus der Migranten, weshalb das Genick der Mullahs zu brechen eine ernsthafte Linderung oder sogar Lösung dieser Probleme verspreche.
„NIUS“-Chef Reichelt wiederum wird sogar explizit: In einem Kommentar, dessen Titel fast identisch mit dem eines weiteren Apollo-Artikels ist (Reichelt: „Wenn die AfD plötzlich klingt wie die kleine Annalena auf dem Kirchentag“, Apollo: „Baerbock und AfD im Gleichklang“), werden innerdeutsche Clans, Islamisierung, Terrorismus, migrantischer Drogenhandel, die Migration selbst sowie die Entstehung migrantischer Parallelgesellschaften auf die Mullahs zurückgeführt, deren Beseitigung für alles Genannte „überragend wichtig“ sei – alles in gut 300 Wörtern. Um das hinzukriegen, muss man vermutlich Axel-Springer-Schulungen durchlaufen haben. Einige Zitate:
„Wenn die AfD ihren Frieden mit dem Islamismus macht, ist ihre Anti-Migrations-Weltanschauung wenig glaubhaft.“
Du musst den Mittleren Osten militärisch vom Islam „befreien“ wollen, ansonsten kannst du nicht gegen den von der eigenen Regierung organisierten Massenimport dortiger Muslime in deine sächsische Kleinstadt sein. Das Anliegen, dass deine siebenjährige Tochter nicht wegen ihrer Muttersprache, ihrem Pausenbrot und ihrer Kleidung gemobbt werden soll, bis sie sich in eine migrantische Dominanz assimiliert (man vergleiche diesen aktuellen Fall aus Wien), ist dann „wenig glaubhaft“.
„Die AfD hat offenkundig nicht verstanden, dass hinter diesem gefährlichen Mischwesen aus illegaler Migration, Terrorismus und Organisierter Kriminalität oft genug das iranische Regime steht, das von Schlepperei und Menschenhandel über Drogenhandel bis Waffenhandel, oft genug Irans Revolutionsgarden stehen (sic!)“
Unsere Herrscher haben seit gut zehn Jahren bei der ideologisch gewollten Transformation Deutschlands zum Vielvölkerstaat den Turbo gezündet, genau wie die der meisten anderen europäischen Länder. Vielvölkerstaaten haben Bruchlinien, die geopolitische Feinde natürlich bespielen – genau wie wir ihre inneren Schwachstellen.
Im Rahmen der (begrenzten) iranischen Möglichkeiten diesen Selbstmordkurs westlicher Führungen zu beschleunigen, ist dabei ein logischer Schritt. Dieser macht aber nicht die Mullahs zum eigentlichen Strippenzieher. Sie haben nicht unsere Grenzen für Millionen Nahöstler geöffnet, sondern unsere eigene Regierung. Sie haben die Gegner dessen nicht stigmatisiert, bespitzelt und verfolgt, sondern unsere Justiz, der Verfassungsschutz und Journalisten wie damals noch Reichelt höchstpersönlich.
Den Iran jetzt handstreichartig zum eigentlichen Haupverantwortlichen umzudeuten, um die Rechte hinter einem israelisch-amerikanischen Krieg zu vereinen, spricht die tatsächlichen, weiterhin herrschenden Täter implizit frei und bewegt sich damit nahe dem Verrat am rechten Hauptziel.
„Die Parallelgesellschaften, die die AfD in Deutschland beklagt, haben sich in Jahrzehnten nicht einfach organisch und zufällig gebildet, sondern sind kontrolliert und unterwandert von Hisbollah und IRGC, die tief in deutsche Großstädte hinein wirken.“
Als Beispiel führte Reichelt in seiner Livesendung die Blaue Moschee in Hamburg an, in der vom Iran bezuschusst schiitischer Fundamentalismus gepredigt wurde. Der schiitische Anteil an deutschen Muslimen beträgt zwischen 4,4 und 7 Prozent. Und selbst überhöhten wir schiitischen Islamismus jetzt zum drängendsten Überfremdungsproblem: Organisch würden wir also als geeinte Menschheitsfamilie zusammen unterm Regenbogen tanzen? Wäre die Überfremdung dann eigentlich überhaupt noch ein Problem, wenn Israel diese diabolischen Einflüsterer aus dem Spiel nähme?
Sollten die USA und Israel sich beizeiten dem nächsten Hauptfeind zuwenden, sei es dann vielleicht Saudi-Arabien oder (wieder) Ägypten und der Irak, würde Reichelt dieselbe Erzählung selbstredend über Nacht auf diesen übertragen: Sobald der lange Arm Katars, die fünfte Kolonne Sisis oder wer auch immer endlich ausgeschaltet ist, leben wir wieder in Frieden und Eintracht.
Ginge diese Saat auf, würde die Rechte in ihrer Feindverortung erratisch, beliebig und steuerbar. Ein solches Bejubeln zum Fokuspunkt rechter Anliegen umgedeuteter Spektakel, die Lust am Feuerwerk in der Wüste, umhüllt von der Fantasie, dieses könnte die Heimat retten, verunmöglicht ein fokussiertes Streben nach wirklichen demografischen Resultaten, nach Remigration.


Ein Artikel zum Irankrieg, ohne das Wort „Völkerrecht“ einmal zu gebrauchen, dürfte ziemlich einmalig sein. Schließlich ist das Völkerrecht für die einen der ultimative Fetisch, für die anderen völlig überbewertet („kann weg“). Beide Sichtweisen finden je nach Bedarf in allen politischen Lagern ihre Anhänger.
Der hierzulande immer dumpf und dümmlich dargestellte US-Präsident ist – neben Ronald Reagan in den Achtzigern – einer der ganz wenigen, die die komplexen außenpolitischen Zusammenhänge verstanden haben. Unter Trump kann kein Argument die Unwissenheit über sein Agieren mehr zum Ausdruck bringen, als Saudi Arabien mit ins fiktive Kriegsspiel zu bringen. Und ja, die AfD hat einmal mehr versagt, weshalb die Hoffnung einer Alternative zur Alternative nicht versiegt, wenngleich noch immer die tote FDP dann doch noch einmal auferstehen muss, um bei der darauffolgenden Wahl die Union zu stärken. Wenn also wieder gerätselt wird, warum die AfD niemals nie nicht deutlich über ein Drittel der Wählerschaft hinaus geht, dann weniger wegen der Außendarstellung, sondern weil es politisch interessierten Bürgern nicht entgehen kann, was auch in dieser Partei teilweise ein dummes Politiker-Gefasel von den Lippen kommt. Beispiel Windräder: „reißen wir ab“. Aha, also Enteignung und tiefe Eingriffe in Eigentumsrechte. Ob rechts sei dahin gestellt, aber extremistisch? Ja, natürlich. Warum mein engagierter Kommentar als Antwort auf einen klugen Kommentar? Weil KANN WEG eben auch für die AfD gilt.
Droht das rechte Lager abzudriften, so kommt Schlomo und leitet es wieder auf den korrekten Pfad. Es ist gut, dass wir diese nüchterne, pro-deutsche Position endlich hören. Viel zu viele haben sich schon vereinnahmen lassen. Hoffen wir mal das dieser Artikel etwas daran ändert.
Ich schätze Shlomos Ansichten, höre regelmäßig seine Sendung und bin stolzer Besitzer eines signierten Buches von der Messe in Halle. Man möge mir daher den folgenden Verriss verzeihen.
Die Rigorosität, die Shlomo und offenbar die meisten AfDler bei der Iran-Frage zeigen, überrascht. Ich hab es aber eingesehen: das muss man hinnehmen und seine persönlichen Konsequenzen ziehen, leider auch wahltaktisch. Nicht jedoch ohne darauf hinzuweisen wie irrational, hysterisch und kurzsichtig so ein Angstreflex schon bei nur hypothetischen Fluchtbewegungen aus dem Iran ist. Bei den Shlomos dringt kein Kontra durch. Kein Hinweis auf die signifikanten wirtschaftlichen Vorteile und eklatanten Unterschiede des Irans gegenüber arabischen Ländern wird überhaupt gehört. Die nukleare Gefahr wird komplett geleugnet, sich gar darüber lustig gemacht (Sendung letzten Sonntag). Die “deutschen Interessen” erschöpfen sich im Konservieren des Status Quo der muslimischen Welt. Nun gut.
Diffus ist Shlomos Argumentationsgerüst. Die Übeltäter werden unscharf beschrieben als “jene, denen daran gelegen ist, eine neue Hauptpriorität gegen Remigration durchzusetzen”. Tut mir leid, ich weiß nicht, wer das genau ist und was das bedeuten soll. Hilfe erhalten die Verschwörer von Medien, die “stramm in amerika- und israelfreundlicher Hand” sind. Oh man. Im Hauptteil des Textes echauffiert sich Shlomo über eine quasi Randbemerkung von Julian Reichelt über die Querfront der iranischen Mullahs. Darüber kann man tatsächlich streiten. Ja, Reichelts Aussage ist wohl rhetorischer Unsinn und taugt nicht viel. Da stürzt man sich aber gern drauf. Benedikt Kaiser hatte seinen Abwehrreflex jedweder Kritik schon auf X auf die Spitze getrieben und vier weitere ähnliche Strohmänner aufgebaut, von denen nicht nur ich mich fragte, wo sie überhaupt herkommen. Shlomo meint aber in der Reichelt-Aussage das Protokoll der Weisen gefunden zu haben.
Es gibt da ein Land im nahen Osten, das regelmäßig seine Nachbarn bedroht und überfällt, mit Atomwaffen hantiert und gewaltigen Einfluss auf die Politik und Medien des Westens hat. Es ist nicht der Iran.
Eine eigenartige Kritik am Kommentar von Shlomo. Ich leite aus Ihrem angegebenen Namen ab, dass Ihnen Nicholas J. Fuentes ein Begriff ist. Daher gehe ich davon aus, dass Sie die Ausführungen von ihm in den letzten Tagen zumindest beiläufig vernommen haben.
Daher erschließt sich mir nicht ganz, wieso sich in Ihrer Kritik herablassend über eine pro-israelisch vereinnahmte Medienlandschaft beschwert wird, die Shlomo m.M.n. korrekt beschreibt. In Deutschland ist dies ja einschlägig zu beobachten und Reichelt ist dafür ein exzellentes Beispiel. Außerdem muss ich nachhaken: Verstehe ich die Kritik im ersten Absatz richtig, dass Sie kritisieren, die politische Rechte würde die Chance, die uns eine Zuwanderung aus dem Iran wirtschaftlich bringen kann, unterschätzen? Sind wir wieder an dem Punkt der Fachkräftelüge? Mittlerweile sollten wir doch alle verstanden haben, dass jegliche Zuwanderung aus der muslimischen Welt zu verhindern ist.
Alles in allem lässt mich dieser Kommentar doch recht sprachlos zurück, da ich Ihnen, wie oben ausgeführt, zutraue, die von Libkons gezeichnete Psyop zu durchblicken. Sofern meine Annahme korrekt ist, dass der Name aus dem zumindest nicht verstimmten Zuhören von Fuentes herrührt, so überrascht es mich doch sehr, eine so israelunkritische Einstellung zu lesen.
Meiner Meinung nach könnte sich Shlomo noch mehr auf das Feld der Israelkritik trauen. Das Overton-Fenster verschiebt sich gerade und ich sehe keine Bestrebungen der politischen Rechten, sich dies zunutze zu machen und berechtigte Kritik an Israel ebenfalls in Deutschland populär zu machen. Dabei gäbe es doch verschiedene Punkte zum Ansetzen (deutsche Steuergelder für Siedlungsbau in der Westbank, jüdische Finanzierungsnetzwerke im Bereich der illegalen Schlepper, Einflussnahme auf europäische/deutsche Außenpolitik – Stichwort UvdL: „Europe is the values of the Talmud“).
@Harm Wulf Ich kann mit dieser antisemitischen Verschwörungtheorie nichts anfangen.
@NJF Ich habe nichts mit Nick Fuentes zu tun.
Nicht Zuwanderung meine ich, die Wohlstand bringen würde. Der Handel mit einem halbwegs freien Iran macht kumuliert hunderte Milliarden aus, die uns seit 1979 entgangen sind. Iran war nach den USA unser zweitwichtigster nicht-europäischer Exportpartner. Das sind alles Vorteile, die von einem fanatischen Shlomo nicht akzeptiert werden. Es ist ihm egal.
Auch aus deinem Comment lese ich antisemitische Verschwörungstheorien. Ich kann damit nichts anfangen. Europa kann man (muss es aber nicht) als christlich-jüdisch bezeichnen, und wer – wie UvdL – dies tut, braucht niemanden, der daraus eine Theorie bastelt, dass Israel Politiker kaufen würde.
Ich finde es schade, dass es quasi in jedem Artikel von Shlomo nur noch um die AfD geht.
Egal welches grosse Thema im Raum steht – am Ende geht es um die AfD.
Ich verstehe seine Hoffnung auf Veränderung und daher sein Engagement, teile das Interesse aber nicht.
Schade, mir fehlen die Artikel von früher – die derber / kerniger waren und sich nicht nur um schnöde Parteipolitik, wer-hat-was-gesagt und theoretische Modelle drehten.
Der Störpegel ist stark heutzutage, so auch in so einigen der Kommentare hier. Eben deshalb ist die Kernaussage von Shlomos Text hochaktuell:
Nicht vom Wesentlichen ablenken, und das ist die desaströse Massenzuwanderung.
Ganz gleich wo sonst die Sympathien liegen und was andere treiben, Distanziereritis und voreilige einseitige Parteinahmen haben schon genug Schaden anderichtet.
@DerErhabene: Das mit den Windrädern ist natürlich erstmal markant gepoltertes Wahlkampfgetöse. Allerdings mitnichten Enteignung, denn ein großer Teil der Windmühlen steht auf staatlichem Grund, wurde mit staatlichen Mitteln aufgebaut und ist im Wirkungsbereich von staatsnahen Betrieben. Entsprechend kann man sie auch vergleichbar privateigentumsfern wieder rückbauen. Ob das sinnvoll ist sei mal dahingestellt, der große Fehler war ohnehin schon sie überhaupt derart energiewirtschaftlich sinnfrei allerorten hingeklotzt zu haben.
„Das mit den Windrädern ist natürlich erstmal markant gepoltertes Wahlkampfgetöse.“
Ziemlich dummes Wahlkampfgetöse sogar! Was genau haben Konservative und Rechte eigentlich dagegen? Die Dinger sind da, sie erzeugen Strom, der mir persönlich tausendmal lieber ist als ein AKW oder ein kilometerweiter Braunkohletagebau (der verschandelt die Landschaft!).
Und das paradoxe daran kommt erst noch: Würde sich irgendein Rechtskonservativer Typ selbst ein Windrad bauen, in den Garten stellen und seinen eigenen Strom erzeugen, würde man ihn von dieser Seite bejubeln. Aber bei den großen Dingern isses jetzt plötzlich böse weil von den Grünen™
@Harm Wulf
Wo „hantiert“ Israel denn mit Atomwaffen? Die besitzen welche und betreiben damit nukleare Abschreckungspolitik, tun also genau das wofür diese Dinger gedacht sind.
Da find ich Russlands andauernde atomare Vernichtungsdrohungen gegen europäische NATO-Staaten bedenklicher. Was da so zur besten Sendezeit im „Ersten Russischen Fernsehen“ läuft…
Der Iran, die Hamas, die Hisbollah und eigentlich auch der Großteil der einfachen muslimischen Bevölkerung weltweit will nunmal die Vernichtung Israels.
Was soll Israel jetzt tun? Sich weiterhin von Iran, Hamas, Hisbollah, Houthis mit Raketen beschießen lassen, Terroranschläge über sich ergehen lassen, wie schon Jahrzehnte zuvor, seine Grenzmauern, Zäune und Checkpoints abreißen, abrüsten, seine Armee auflösen und sämtliche Schusswaffen, Panzer, Jets, Munition verschrotten?
Und dann halten sich Israelis, Palästinenser und Iraner an den Händen und singen zusammen Give Peace A Chance.
Israel hätte verdammt viel zu gewinnen, wenn es tatsächlich gelingen sollte, einen Regime Change im Iran durchzuführen und dabei am Ende eine Regierung rauskommt, die NICHT israelfeindlich ist. Tatsächlich würde das den Nahen Osten auch enorm befrieden und stabilisieren, weil Israels größter und gefährlichster Gegner besiegt wäre. Natürlich geht es hier nicht um Freiheit für das iranische Volk und Demokratie, Israel will einfach nur, dass der Iran nicht von Typen regiert wird, die Israel vernichten wollen, das ist ja auch ein verständliches Anliegen.
Mit den anderen muslimischen/arabischen Staaten hat sich Israel eigentlich schon vertragen (Ägypten, VAE, Saudis, Marokko, Jordanien usw), wobei das natürlich nur auf die jeweiligen Eliten dieser Länder zutrifft, nicht auf die einfache Bevölkerung, die Israel weiterhin ungebrochen hasst.
Andere muslimische Staaten sind durch von jüdischen Neocons erdachte US-Kriege geschwächt und für Israel ungefährlich (Irak, Syrien, Lybien, Afghanistan).
Natürlich ist der aktuelle israelisch-amerikanische Krieg gegen den Iran trotzdem völlig unnötig, sinnlos und kontraproduktiv, denn langfristig wird Israel damit genau das erreichen, was es eigentlich verhindern will. Der Iran steht NICHT kurz davor Atomwaffen zu entwickeln und einen echten Plan für einen nachhaltigen Regime Change gibt es auch nicht, den erreicht man nämlich nicht mit Raketen hin und her schießen und Luftangriffen, sondern nur mit Bodentruppen, Invasion, langjährige Besatzung, Umerziehung, genau so wie man es mit Deutschland nach dem 2.WK gemacht hat.
Wenn das Mullah-Regime überlebt, wovon auszugehen ist, werden dort weitaus radikalere Typen an die Macht kommen. Die werden die Anstrengungen zur Erlangung von Atomwaffen und leistunsfähigen Trägerraketen dann erst recht intensivieren. Ich halte auch ein Comeback von Ahmadinedschad für möglich, sogar sehr wahrscheinlich.
Israel schneidet sich damit langfristig also ins eigene Fleisch. Klar, auf den ersten Blick klingt das geil „boah krass ey, wir ham den Ajatollah abgemurkst“ aber Israel wird sich den alten Ajatollah noch zurück wünschen.
Der diplomatische Weg wäre der richtige gewesen, Obama hat ein gutes Atomabkommen ausgehandelt, aber das musste Trump auf Netanjahus Wunsch (oder Befehl?) hin ja aufkündigen.
Israel hat vor allem JETZT auf diesen Krieg gedrängt, weil es jetzt noch Unterstützung aus den USA gibt. Wir alle wissen, dass der Rückhalt Israels in den USA in den letzen Jahren massiv eingebrochen ist und noch viel stärker einbrechen wird.
Nennenswerte Unterstützung erhält Israel nur noch von evangelikalen Republikaner Boomern und den amerikanischen Juden selbst. Das mit den Rep-Boomern hat sich in wenigen Jahren eh biologisch erledigt.
Kaum ein junger Ami, ich sag mal U30 ist da noch Pro-Israel, weder die Linken noch die Rechten. Sowas wie „Antideutsche Linke“ oder junge CDU/CSU/FDP Pro-Israel Liberalalas gibt’s dort drüben nicht.
Die jungen Linken Amis sind absolut antizionistisch, die jungen Rechten antisemitisch.
Netanjahu und seine
Minister, Berater, Generäle wissen natürlich genau, dass sie vielleicht in 5, 10, 15 oder 20 Jahren keine Chance mehr haben werden die USA mit in einen Krieg gegen den Iran zu ziehen, wenn dort irgendwann zwangsläufig auch Anti-Israel Politiker (Massie) in Ämter gewählt werden…die größten „Stars“ der alternativen US-Medien Szene sind allesamt radikal antizionistisch bis antisemitisch, Fuentes, Ana Kasparian, Tucker, Candace, Dan Bilzerian, Lauren Witzke, Andrew Tate, Jake Shields, Jackson Hinkle und und und – die erreichen ein Millionenpublikum.
Deshalb braucht Israel diesen Krieg gegen den Iran JETZT weil es seine Felle davonschwimmen sieht, weil jetzt noch der Zionist Trump Präsident ist, der Senat und Kongress fest in den Händen pro-israelischer Politiker sind. Aber Trump, Lindsey Graham und Konsorten sind alle schon 70+
Fuentes könnte in 8 Jahren theoretisch als Präsident kandidieren und hätte sehr gute Chancen.
Warum?
Die jungen Amis werden keinen Vance, Rubio, Cruz, DeSantis, Newsom wählen.
In 8 Jahren werden nochmal einige Millionen Pro-Israel Boomer sterben, aber auch einige Millionen GenZ Kids volljährig, die informieren sich bei TikTok, Snapchat, Insta Reels, die lesen keine NY Times oder schauen CNN und Fox. Die jungen Rechten Amis wählen also nen Fuentes.
Die jungen Linken Amis wählen dagegen zu wenig Demokraten, weil ihnen die nicht antizionistisch genug sind, das hat ja schon Harris das Genick gebrochen. Dann isses ganz schnell vorbei mit der Unterstützung Israels durch die USA.