Wie eine Museumsausstellung das Opfer von Millionen deutschen Frauen verhöhnt

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Das Haus Schlesien in Königswinter fungiert schon seit mehreren Jahrzehnten als Museum und Hort der Geschichte für heimatvertriebene Schlesier sowie als beliebter Veranstaltungsort im Siebengebirge. Aktuell läuft hier eine Ausstellung über Flucht und Vertreibung. Im Mittelpunkt stehen deutsche Frauen, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten Schlesien, Pommern, Böhmen, Ostpreußen oder auch dem Gebiet der Donauschwaben verlassen und in die heutige Bundesrepublik und nach Österreich flüchten mussten. Mehrere Zeitzeugen kommen zu Wort und berichten über ihr eigenes leidvolles Schicksal. 

Eigentlich gar nicht schlecht, dass nach Jahrzehnten der Verdrängung endlich auch mal dieses grausame Kapitel deutscher Geschichte ins Bewusstsein gerufen wird, dürfte man meinen. Doch mit Blick auf die finanzielle Förderung von „Haus Schlesien“ aus Landes- und Bundesmitteln scheint es nur wenig verwunderlich, welchem Duktus die kleine und wenig feine Ausstellung huldigt.

Denn in gerade mal einem Raum und auf höchstens 40 Quadratmetern schafft es diese Ausstellung, den Zuschauer geradewegs mit Ideologie, Feminismus und dem Kampf gegen rechts zu bombardieren und so das brutale Schicksal von 12 bis 14 Millionen Deutschen nach 1945 zu verhöhnen. Es beginnt damit, dass auf diversen Begleittafeln anstelle von „Vertreibung“ schon fast euphorisch das Wort „Aussiedlung“ benutzt wird. Ganz so, als wolle man bewusst kleinreden und vertuschen, dass die Deutschen aus den Ostgebieten von den Russen und Polen eben nicht nett „umgesiedelt“, sondern gewaltsam aus ihren Häusern gezwungen wurden, ihr Hab und Gut in Gänze zurücklassen mussten und unter übelsten Bedingungen den Weg nach Westen antraten.

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Neben all den natürlichen Hürden auf ihrer langen Strecke, wie Hunger, Kälte, Altersschwäche, Krankheit und Frost, zeigte die Rote Armee keinerlei Gnade. Die Route von Ostpreußen ins heutige Deutschland wurde bombardiert und angegriffen, der Untergang der „Wilhelm Gustloff“ ist nur ein brutales Ereignis von vielen aus dieser Zeit. Bis zu zwei Millionen Frauen und Mädchen wurden nach dem Ende des Krieges vergewaltigt – die größte Wanderungsbewegung der Menschheitsgeschichte wurde von der größten Massenvergewaltigung begleitet –, und mehrere Hunderttausend wurden gewaltsam in die Sowjetunion verschleppt, um dort als Arbeitssklaven zu schuften und zwangsrussifiziert zu werden.

Doch anstatt das Leid all dieser Frauen und Mädchen offen und ehrlich zu schildern, sprechen die regierungsfinanzierten Historiker in ihren Erklärtexten lediglich von „sexualisierter Gewalt“. Die Hungersnot in den Nachkriegsjahren findet beinahe keine Erwähnung, dafür aber widmet sich die Ausstellung gleich an mehreren Stellen dem Thema Arbeitslosigkeit von Frauen nach dem Krieg, Integration von „Flüchtlingsfrauen“ und den deutschen „NS-Männern“, die in ihrer gewaltvollen und bösartigen Manier nach ihrer meist eher späten Rückkehr aus Krieg und Kriegsgefangenschaft keine Empathie für ihre ebenfalls geschädigten Frauen aufbrachten. 

Die schlauen Historiker berichten von einer hohen Arbeitslosigkeitsquote bei geflüchteten Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg, widersprechen sich jedoch immer wieder, wenn es um den Wiederaufbau Deutschlands geht und skandalisieren geradezu den Frauenmangel in Führungspositionen ab den 1950er-Jahren. Dass Frauen in der Adenauer-Republik generell eine Arbeitsgenehmigung ihres Ehemannes brauchten und viele Frauen keinem Beruf nachgingen, findet nur ganz am Rande Erwähnung. 

Dafür aber fehlen an keiner Stelle die unterschwelligen oder sogar offenen Referenzen zur heutigen „Flüchtlingskrise“. Der Zuschauer soll schließlich das Gefühl bekommen, dass es normal sei, dass die „Integration“ von Flüchtlingen seit jeher schwerfällig sei, dass diese Leute traumatisiert sind und dass das schon vor 80 Jahren bei unseren deutschen Landsleuten aus den Ostgebieten so gewesen sei. 

Um dieses Narrativ zu bestärken, kommt auch die ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer zu Wort, die ihren Kommentar zur Ausstellung gleich mit einem Vergleich mit der Ukraine startet. Dass der Vergleich von vorne bis hinten hinkt, weil Syrer, Afghanen, Ukrainer und Marokkaner eben keine Deutschen sind, wird wie immer vergessen. Auch dass unsere Vorfahren unsere Landsleute sind und eben nicht die Wahl hatten, ob sie ihre Heimat verlassen wollten oder nicht, bleibt wie immer außen vor. 

Das Ganze ist also eher eine ideologische Selbstrechtfertigung der Bundesregierung für das heutige Politikversagen statt ein ehrlicher Umgang mit der eigenen Geschichte. Danke, nein danke.


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