Mein Bruch mit dem BSW: Warum ich der neuen Partei den Rücken kehrte – ein Erfahrungsbericht

in 4 min lesen
1

von Thomas D. Adler

Im Juli erschien das viel diskutierte Buch „Inside BSW Berlin: Wieso es in der Migrationsfrage nur noch eine Alternative gibt“ von Thomas D. Adler. Das Werk bietet eine fundierte Innenansicht des Berliner Landesverbands des Bündnisses Sahra Wagenknecht aus der Perspektive eines Mannes, der die Entwicklung der jungen Partei als aktiver Unterstützer und Mitglied von der ersten Stunde an begleitete. Warum zerbrach die Hoffnung auf einen echten politischen Neuanfang an alten linken Machtstrukturen? In Kürze wird uns Thomas D. Adler in einem exklusiven Interview Rede und Antwort stehen und tiefere Einblicke in die Mechanismen hinter den Kulissen gewähren.

Als das Bündnis Sahra Wagenknecht gegründet wurde, glaubte ich tatsächlich an einen politischen Neuanfang. Nicht an eine neue Linke mit anderem Logo, sondern an etwas, das es in Deutschland kaum noch gab: soziale Politik ohne identitätspolitische Selbstverengung, Friedenspolitik ohne moralische Lagerbildung und vor allem eine Migrationspolitik, die wieder zwischen Humanität und nationaler Selbstaufgabe unterscheiden sollte.

Genau deshalb ging ich zum BSW – erst als Unterstützer, später als Mitglied. Ich klebte Plakate, verteilte Flyer, nahm an Bezirksgruppen teil und arbeitete im Umfeld der Berliner AG Migration mit. Doch was ich dort erlebte, zerstörte meine Hoffnung Stück für Stück. Das Problem des BSW Berlin war aus meiner Sicht nicht, dass es zu wenig Programmatik gab. Auf dem Papier klang vieles vernünftig: Zuwanderung begrenzen, den Sozialstaat schützen, Islamismus bekämpfen, Integration einfordern.

Dieser Artikel geht weiter.
Für PLUS-Abonnenten.

Krautzone PLUS

✔ Schon ab monatlich 4 Euro
✔ Jederzeit kündbar (je nach Plan)
✔ Mit der Digitalausgabe kombinieren

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Es ist auf jeden Fall ehrenhaft von Herrn Adler, dass er sich für unser Land engagieren will. Und es ist auch nachvollziehbar, wieso er anfangs auf das BSW hereinfiel. Denn tatsächlich sagt Frau Wagenknecht in den Talkshows viele richtige Dinge und auch einige patriotische Medien hofften am Anfang auf das BSW als möglichen Koalitionspartner für die AfD.
    „soziale Politik ohne identitätspolitische Selbstverengung, Friedenspolitik ohne moralische Lagerbildung und vor allem eine Migrationspolitik, die wieder zwischen Humanität und nationaler Selbstaufgabe unterscheiden sollte“ sind alles richtige und wichtige Themen. Auch ich habe, als das BSW auftauchte, für eine kurze Zeit gedacht: „Hm. Womöglich haben wir jetzt neben der AfD noch eine Kraft, die sich dafür einsetzt… aber warten wir mal ab.“
    Und das Abwarten bis nach den beiden Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg zeigte dann halt leider sehr schnell (oder ZUM GLÜCK sehr schnell, denn dadurch wachten Wähler und ehrliche engagierte Unterstützer ruck-zuck auf!), was beim BSW so alles schiefläuft. Das das BSW in Thüringen als Opposition in den Landtag sprang, nur um dann den Voigt wieder zum Ministerpräsidenten zu machen, war mehr als deutlich. Es hat schon was vom klassischen CDU-Move; vor der Wahl rechts blinken, nach der Wahl links abbiegen. Aber wer bereit war BSW zu wählen oder gar sich dort zu engagieren, der hat sich in der Regel von den Altparteien bereits abgewandt und dem fällt es dann auch durch diese Erfahrung recht leicht, dann auch nach einer Weile das BSW zu durchschauen und dieser Partei den Rücken zu kehren.

    Also Herr Adler, danke für Ihr Buch und dass Sie Ihre Erfahrungen aus dem BSW mit uns Lesern teilen. Und danke, dass Sie sich für unsere Heimat engagieren.

Comments are closed.