Die Merz-Illusion: Die unaufhaltsame Merkelisierung der Union

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Die Union steht bundesweit nur noch bei 20 Prozent. Gegenüber ihrem „Wahlsieg“ von 2025 verloren CDU und CSU ganze 8,5 Prozentpunkte. Dass „Wahlsieg“ hier in Anführungsstriche gesetzt werden muss, wissen vor allem die älteren Leser. Nicht nur in der Adenauer-Ära der 1950er-Jahre waren Wahlergebnisse von über 40 Prozent eher die Regel als die Ausnahme; auch in den 1990er-Jahren unter Helmut Kohl stand die Union noch bei 41,5 Prozent – ein Ergebnis, das Angela Merkel 20 Jahre später (2013) sogar nochmals erreichte. Innerhalb von nur 13 Jahren hat sich der Stimmenanteil der Union damit halbiert – eine in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie dagewesene Eruption des Parteiensystems. Werden die 20 Prozent nochmals auf CDU und CSU aufgeteilt, stehen die Christdemokraten bundesweit sogar nur noch bei rund 15 Prozent. Die restlichen pfenniggroßen fünf Prozentpunkte steuert die CSU bei, deren Dominanz aber selbst in Bayern weiter schwindet. Mittlerweile ist die AfD längst vorbeigezogen und stellt ihrerseits mit 28,5 Prozent den Anspruch, eine Volkspartei zu sein – sie ist damit fast doppelt so stark wie die CDU!

Merz’ konservative Wende hat sich nicht bewahrheitet. Er hat es auch nicht geschafft, die AfD zu halbieren, wie er es vor einigen Jahren einmal angekündigt hatte – ein Zitat, das ihm in den letzten Wochen immer häufiger auf die Füße fällt. Die meisten Bürger hatten damit nicht gerechnet. Sie wollten nach einer angezählten Merkel und einem schwächelnden Laschet einem echten, wertkonservativen Hardliner eine Chance geben. Merz, der eher ein Zerrbild der Linken als ein real-konservativer Reformer ist, profitierte von dem Ruf, den die linke Presse über Jahre für ihn aufgebaut hatte. Wenig überraschend also, dass er mit linker BRD-Politik nahtlos weitermacht. Zum einen, weil er schlichtweg selbst Teil einer linkssozialistischen Klasse voller Untergangsverwalter ist; zum anderen, weil die Koalitionslogik der „Brandmauer“ ihn dazu zwingt, seine linken Partner nicht zu verprellen.

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