Gegen den deutschen Nationalismus: Warum Kleinstaaterei unsere Rettung wäre

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„Wer, wenn das Vaterland in Not ist, einen anderen Gedanken als dessen Rettung fühlt, ist nicht wert, in einem freien Staate zu leben.“

Dieses Zitat des Dramatikers Friedrich Maximilian von Klinger (1752 – 1831) wirkt heute für junge Deutsche wie aus der Zeit gefallen. Der Gedanke, dass Freiheit und persönliche Rechte mit Verantwortung und Pflichten einhergehen, liegt vielen Menschen mittlerweile fern. Persönlichkeitsrechte, Selbstverwirklichung und freie Entfaltung werden als natürliche Bestandteile der Moderne betrachtet, die man im Westen quasi zum Nulltarif qua Geburt geschenkt bekommt. Zwar rüttelt der Ukrainekrieg leise an dieser allzu naiven Vorstellung, trotzdem werden die meisten „Errungenschaften der liberalen Demokratie" - sofern man sie denn als solche begreift - heute als Selbstverständlichkeiten betrachtet.

Und falls es doch mal wirklich krachen sollte, wandert man halt aus. Nationen seien doch ohnehin längst zu reinen Wirtschaftsstandorten verkommen, die miteinander – ähnlich wie multinationale Unternehmen – um neue, solvente Kundschaft konkurrieren. Warum sollte man sich also überhaupt noch mit so einem Relikt aus der Vergangenheit wie dem Nationalismus beschäftigen?

Nationalismus im Wandel der Zeit

Tatsächlich hatte der Begriff Nationalismus nicht immer einen so negativen Klang wie in der heutigen Bundesrepublik. Während man Nationalismus heute zumeist mit übersteigertem Nationalstolz und hochmütigem Herabblicken auf sein Gegenüber assoziiert, wird der geschichtliche Hintergrund des Begriffs dabei völlig ausgeblendet. Tatsächlich ist der Nationalismus europäischer Prägung vor allem ein Produkt der Französischen Revolution, durch welche die Idee der Volkssouveränität in weiten Teilen Europas an Popularität gewann. In Deutschland sorgten insbesondere die napoleonischen Befreiungskriege schließlich für ein Aufkommen nationalistischer Bewegungen.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die anderen Nationalstaaten bleiben aber, reicht ja, wenn Deutschland schwach ist. Was für ein kenntnisfreier Blödsinn.

  2. Mit dem US-Hafen Bremen und dem Frankreich entfleuchten Saarland sowie dank dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937, ein regelrechter „Fliegenschiss“, haben wir bereits drei Bundesländer auf kleiner Fläche mit wenig Berechtigung auf eigenständige Existenz. Denen sollte der Länderfinanzausgleich den Stecker ziehen, auch wenn Hamburg zu den wenigen Geber-Länder gehört: Ba-Wü, Bayern und Hessen finanzieren das Konstrukt BRD das am liebsten in EU, NATO, WHO, UNO usw. aufgehen will, natürlich mit jeder Menge gut dotierter Posten als Statthalter dieser Imperien.

    Zum Konstrukt gehören Länder mit viel Fläche aber, Pardon, wenig Inhalt. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben zusammen genommen jüngst weniger als eine Million Deutsche die AfD gewählt, dagegen alleine in Baden-Württemberg trotz unter 19% über eine Million. Der Südweststaat Ba-Wü hat sich übrigens 1952 aus mehr als zwei Vorgängerländern gebildet, das weiß kaum jemand, noch weniger können diese benennen.

    Alle Kleinstaaten in Europa sind abhängig von ihren „Wirtsländern“, so ein Status mit Welpenschutz kann nicht wirklich erstrebenswert sein. Auch wenn man Monegassen oder Liechtensteiner beneiden kann, mal eben nachmachen können wird man nicht.

    Anzustreben wären Länder mit 5 bis gut 10 Millionen Einwohnern und genug Wirtschaftskraft um in Europa und der Welt mithalten zu können. Aber woher nehmen? Wie gesagt, derzeit hält der Finanzausgleich den Status Quo beisammen. Der Großteil kassiert ganz selbstverständlich, warum was dran ändern? Der Süden zahlt die Zeche ohne dabei genug Schmerzen zu empfinden um eine Änderung auch nur anzudenken. Wohlstand lähmt. Wir machen Atempause, Geschichte wird anderswo gemacht, es geht bergab!

    • Wer heute behauptet, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen finanzierten allein die ganze BRD und die übrigen sog. „Länder“ seien quasi „asozial“, verkennt die historischen Tatsachen.

      Gerade diese sog. „Länder“ stehen heute nur dort, wo sie stehen, weil die Alliierten – allen voran die USA – Preußen und Berlin gezielt zerstört und geschwächt haben. Abgesehen von einem klitzekleinen Stücklein Pfalz, das es an Rheinland-Pfalz abgeben musste, blieb Bayern im Gegensatz zu Preußen völlig unversehrt; Baden-Württemberg wurde eilig aus Württemberg, Baden, der Kurpfalz und dem preußischen Württemberg-Hohenzollern zusammengeschmiedet, noch bevor das Grundgesetz in Kraft trat. Beide „Länder“ dienen ihren alliierten Zuhältern als Bollwerke gegen eine Wiedererrichtung Preußens.

      Berlin war bis 1943 nicht nur die größte deutsche Stadt, sondern die uneingeschränkt führende Industriemetropole Deutschlands und die größte und bedeutendste Industriemetropole Europas. Die Stadt hatte alles, konnte alles und war allen anderen deutschen Städten haushoch überlegen. Nach 1945 verlegten hunderte Unternehmen ihre Zentralen aus Berlin in westdeutsche Städte – mit dem Verlust von hunderttausenden Arbeitsplätzen. Bis zu einer Million Menschen aus Westberlin mussten nach Westdeutschland ziehen, um ihren Unternehmen zu folgen. München, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und andere Städte bereicherten sich an dieser Ausplünderung und brachen dem Berliner Bruder, als er im Sterben lag, die Goldzähne heraus. München und Erlangen stahlen Siemens, Allianz, Osram, Knorr-Bremse und Telefunken (heute EADS/Airbus), um nur sie stellvertretend für alle zu nennen und verlagerten damit in einem ungeheuren Ausmaß unverdienten Wohlstand von Berlin in das bayerische Armenhaus.

      Der Sonderstatus Westberlins ermöglichte es, dass wer dort wohnte, nicht der Wehrpflicht unterlag. Ganz Westdeutschland entledigte sich auf diesem hinterfotzigen Mechanismus seines gesellschaftlichen Abschaums, entledigte sich unproduktiver, politisch linker, ökosozialistischer und arbeitsscheuer Gruppen, indem es sie wie Heroin in die Vene nach Westberlin injizierte. Dort bilden sie das Prekariat, das die linksextremen und inzwischen islamolinken Strukturen der Stadt zusammenwählt. Damit wurde Berlin nicht nur wirtschaftlich um seine Grundlagen gebracht und ausgeraubt, sondern auch seine gesellschaftliche Struktur planmäßig von eben diesen innerdeutschen Hegemonialmächten so zerstört, dass es nicht mehr auf die Beine kommen kann.

      Wer also heute aus Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen auf Berlin und die anderen Kleinstfetzen des ehemals mächtigen Preußen herabsieht, sollte sich daran erinnern, dass dieser Wohlstand nicht auf eigener Genialität, Disziplin oder Eigenleistung beruht, sondern auf der vorsätzlichen Ausnutzung der Not Berlins und dessen niederträchtiger Plünderung.

      Die Alliierten haben ihr Ziel erreicht: Preußen wurde filetiert in Kleinstländer und Berlin wurde wirtschaftlich ausgeplündert, gesellschaftlich und moralisch zerstört – und Bayern sitzt, zusammen mit anderen westdeutschen Städten, bequem auf den Trümmern der einstigen Reichshauptstadt.

      Alle Städte und Länder der BRD, die sich auf Kosten Berlins bereichert und ihm die Grundlagen seines Wohlstands gestohlen haben, sollten mindestens ein Spitzenunternehmen an Berlin zurückgeben!

      Deutschland braucht eine repräsentative Hauptstadt, und Berlin könnte es innerhalb kürzester Zeit wieder sein – ließe man es nur endlich wieder preußisch sein.

      Andernfalls zahlen die westdeutschen Geberländer zu Recht und lange noch nicht genug für die verachtenswerte, niederträchtige und vorsätzliche Ausplünderung der einst größten und mit weitem Abstand erfolgreichsten deutschen Stadt.

  3. Ich verstehe nicht warum man einen Beitrag, der das für und wieder von „Kleinstaaterei“ recht sachlich behandelt, mit so viel Schaum vor dem Mund kommentieren muß. Schließlich ist das in Rede stehende Problem kaum lösbar. Deutsche Kleinstaaterei wurde, wie richtigerweise auch in den Kommentaren zum Ausdruck kommt, von den umgebenden Zentralstaaten über Jahrhunderte – meist im Verbund mit einem der deutschen Landesfürsten – schamlos zur Plünderung ausgenutzt. Das zentralstaatliche Konzept leidet für alle Gesellschaften an der Gefahr, daß – auch unbeabsichtigte – Fehler der Spitze immer katastrophale und weitreichende Auswirkungen haben. Die Kleinstaaten Schweiz und Liechtenstein sind Ausnahmen, da sie wenigstens bisher als sichere Parkplätze für „Rücklagen“ der Mächtigen dieser Welt für den Fall galten, wenn diese mal ihrer Machtstellung verlustig gehen. Deswegen genießen diese beiden Länder (noch?) in Ruhe ihre Neutralität. Und was solche Quer-Subventionen wie ein Länderfinanzausgleich etc. angeht so haben leistungslose Geldzuflüsse bei Daueranwendung noch immer das gleiche Ergebnis wie Rauschgiftkonsum gezeitigt – es wird nicht besser sondern man wird abhängig. Das historisch beste Beispiel hierfür bietet die Jahrhunderte lange Subvention des italienischen Südens durch den Norden. Das trifft übrigens m.E. auch eher auf Berlin zu als die in einem Kommentar verklärte industrielle Vergangenheit: Ost-Berlin wurde von der DDR „versorgt“, Westdeutschland hielt Westberlin die Stange – daran hat man sich gewöhnt und dazu noch das Prekariat dieser Welt u.a. durch eine ehemalige FDJ Propaganda-Funktionärin eingeladen.

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