Es lief schließlich auf Bukele hinaus

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Von Karl Esche

Die Straßen in San Salvador sind hell erleuchtet, die Menschen drängen sich noch spät Abends in bester Feierlaune an den Lokalen vorbei. Währenddessen sind die Gänge im CECOT ebenfalls hell erleuchtet, auch hier drängen sich die Menschen, allerdings in Zellen und auch nicht in bester Feierlaune. Beides ist Ergebnis der Politik Nayib Armando Bukele Ortez‘.

Zumindest Letzteres wird scharf kritisiert, etwa von Amnesty International. So sollen die Menschenrechte der Gefangenen missachtet und gar Unschuldige hinter Gitter verbracht worden sein. Das ist nicht nur nicht auszuschließen, sondern es kann bei der Art und Weise, in der der salvadorianische Staat unter Bukele vorgegangen ist, geradewegs davon ausgegangen werden.

In diesem Artikel soll daher keineswegs die Politik Bukeles vorbehaltlos schöngeredet werden, so wie es schon unzählige andere Klatschaffen, zumeist aus dem rechten Spektrum getan haben. Stattdessen soll hier auf das mitleidige Jammern der selbsternannten Menschenrechtler eingegangen werden.

Das Urteil darüber, ob die Menschenrechte, eine weitestgehend europäische Vorstellung, überhaupt, und wenn schon mit derartigem missionarischen Eifer in anderen Teilen der Welt, von zumeist Weißen, durchgedrückt, und wenn nichts anderes mehr hilft, durchgebombt, werden müssen und ob es gerechtfertigt ist vor narzisstischer Kränkung einen autistischen Schreianfall zu bekommen, wenn sich ein Staat, häufig mit Rückendeckung seiner Bevölkerung, dagegen entscheidet, sei hier dem geneigten Leser überlassen. Bleiben wir in El Salvador. Wo waren all die Menschenrechtler? Wo waren die, die nun Rechte für alle, auch für brutalste Verbrecher, einfordern? Wo waren all jene, die nun Bukele, seinem Kabinett und denjenigen, welche die Politik des salvadorianischen Präsidenten gutheißen, vorwerfen eine geradezu unmenschliche, wenn nicht gar eine barbarische Härte zu fordern? Wo waren sie alle, als unzählige Male die Menschenrechte von unbescholtenen Bürgern missachtet wurden, weil jene ermordet und vergewaltigt worden sind, als Banden ihre unmenschliche, wenn nicht gar barbarisch harte Willkürherrschaft ausgeübt haben, in der nur das Recht des Stärksten, Gerissensten und Brutalsten galt?

Nun mag die Abwesenheit der Kritik an nichtstaatlichen Menschenrechtsbrechern daran liegen, dass ein Staat mit all seinen offiziellen Vertretungen und Symbolen leichter zu greifen ist, als eine Bande, auch mögen die meisten von einem Staat erwarten gut zu handeln, während man Verbrechern von vorn herein zugesteht böse zu sein und zudem befürchtet, dass die einmal gewonnene Macht der Herrschenden missbraucht werden könnte und bei Verbrechern ohnehin von einer eigennützigen verantwortungslosen Machtverwendung ausgeht.

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Des Weiteren liegt nun die Aufmerksamkeit auf Bukele allein, während sich Halsabschneider und Strauchdiebe ihre Beachtung mit ihren Spießgesellen teilen müssen. Doch darüber hinaus gibt es noch einen wesentlicheren Grund, besonders von denen, die ein egalitäres Menschenbild vertreten. Wenn alle Menschen von Geburt an gleich sind, dann kann Ungleichheit nur durch äußere Ungleichheit, also Ungleichbehandlung oder unterschiedliche Umwelt, zustande kommen. Der Einzelne sei demzufolge nicht Schuld an seinen Missetaten, sondern die Umwelt und jene, die ihn dazu gebracht haben. Weitergedacht, könnte gar der Schluss gezogen werden, ein Übeltäter sei das wahre Opfer, nämlich das Opfer jener, die ihm der Möglichkeiten zum Guten beraubt hätten.

So könne etwa ein unbescholtener Arzt, der vielen Menschen das Leben rettet und nie ein Gesetz gebrochen hat der wahre Täter an einem Mord sein, den ein Gangmitglied aus Habgier begangen hat. Denn der Arzt sei nur ein solcher, weil er über Privilegien verfüge, die das Gangmitglied nicht habe. Offenkundiger Weise spricht der Egalitarist nicht dem Menschen grundsätzlich die Verantwortung ab, sondern nur denen, die für unterprivilegiert gehalten werden.

Schließlich bedarf es am Ende dennoch eines fehlerhaften, vielleicht sogar bösen Demiurgen um die Herkunft des Schlechten zu erklären. Gut, dass es privilegierte Menschen wie Bukele gibt, die mit Schwert und Krummstab dieses Recht und diese Ordnung durchsetzen, welche sie scheinbar zum Guten privilegiert und den Tunichtgut zum Bösen gezwungen habe.


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